- Leben mit Diabetes
Laubers Kolumne: Saatgutzüchtung – Teil der TDM
5 Minuten
Konzerne haben klammheimlich eine der wichtigsten Lebensgrundlagen der Menschen gekapert: Saatgut. Wenige engagierte Züchter halten dagegen – wie Patrick Schmidt vom „Haus Bollheim“ bei Köln. Er arbeitet nach einem uralten Prinzip der traditionellen Medizin: Schauen, was die Pflanze sagt.
Dramatisch sind die Veränderungen seit dem Zweiten Weltkriegs: Bis dahin hatten die meisten Bauernhöfe eigene Getreidesorten – eine großartige botanische Vielfalt. Es waren hofeigene Sorten, die an Böden, Klima und die Menschen angepasst waren. Dann kam im großen Stil der Samenhandel auf – und es bildeten sich immer größere Einheiten.
Heute dominieren wenige große Konzerne wie Monsanto den Saatgutmarkt und bestimmen, was und wie wir essen. Das geht soweit, dass diese Konzerne hybrides Saatgut verkaufen, was die Bauern nicht selbst vermehren können, sondern jedes Jahr neu kaufen müssen – oft einschließlich des dazugehörigen Düngers und des sogenannten Pflanzenschutzes, weil sonst nichts wächst. Freie Bauern mutieren so zu Angestellten von Pflanzenmultis.
Wie radikal die Multis vorgegangen waren, zeigte sich, als vor rund 20 Jahren die Öko-Bewegung im großen Stil aufkam: Da mussten auch die meisten Öko-Betriebe Saatgut von konventionellen Betrieben kaufen – weshalb Bio damals oft eine Mogelpackung war. Dass sich das inzwischen geändert hat, liegt ganz stark an den demeter-Bauern, welche den Öko-Gedanken am Konsequentesten verwirklichen, welche die strengsten Anforderungen an die Produktion von wirklichen Lebens-Mitteln haben. Es waren demeter-Bauern, welche „Bingenheimer Saatgut“ gründeten, eine Lebensgemeinschaft in der Nähe von Frankfurt. Von dort kommt inzwischen eine breite Palette an ökologischen Gemüse- und Kräutersamen.
Aber wer kümmert sich um die alten Getreide- und Hofsorten? Es sind dies vielleicht noch 50 Betriebe und ein rundes Dutzend Züchter, wobei die meisten nach den biologisch-dynamischen demeter-Richtlinien arbeiten, die auf den Anthroposophen Rudolf Steiner zurückgehen. Einer davon ist Patrick Schmidt vom „Haus Bollheim“ bei Köln, ein mustergültiger Bauernhof mit Tieren, Gemüsen und Getreide. Der 1966 Geborene machte eine Ausbildung zum Staudengärtner im Kloster Maria Laach und arbeitete dann drei Jahre in der Eifel bei der legendären „Hera Forschungsstelle für ökologischen Landbau“. Dort wirkte Georg Wilhelm Schmidt, Sohn von Martin Schmidt, einem Teilnehmer von Steiners bahnbrechendem Kurs im Jahr 1924, wo die demeter-Prinzipien erstmals entwickelt wurden.
Tief verinnerlicht hat Patrick Schmidt, der seit zehn Jahren bei Bollheim ist, das Gelernte: Er hat begriffen, dass die Kraft des Getreides in der Ähre liegt – ein Ansatz, den schon Goethe verfolgte. Eine Zeitlang hat er deshalb Ähre für Ähre, ja sogar Korn für Korn ausgelesen, die sogenannte „Ährenbeetmethode“, wo ich einmal dabei war – was einem ein tiefes Verständnis für die Wachstumskräfte vermittelt. Gelernt hat er in der Eifel auch, dass neben Sonne und Mond auch die Planeten einen Einfluss auf das Wachstum haben.
Jetzt wird es esoterisch, denken sicher viele. Ich war anfangs auch skeptisch, doch dann habe ich mich auf das Denkgebäude von Patrick Schmidt eingelassen, habe ihn auf dem Feld beobachtet, wie er die Veränderungen des „Halmleuchtens“ erklärt, was die unterschiedlichen Reifegrade andeutet; saß an einem Samstag nachmittag mit ihm drei Stunden in der Bollheim-Backstube (er arbeitet inzwischen auch beim Bollheim-Bäcker Jürgen Zippel mit) und ließ mir sein ausgeklügeltes System zeigen, was er auf seinem Handy hat, wo er nach den verschiedensten Konstellationen am Firmament bestimmt, wann der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist.
Wirkt das auch? Ja, so hat er am 25. April 2008 genau im „Saturn-Mond-Trigon in der Wärme“ Sommerweizen in seinem Versuchsfeld ausgesät – und im nächsten Jahr war dieses Getreide über zehn Zentimeter höher als gleichzeitig ausgesätes Kontrollgetreide. Die Höhe des Getreides ist für Patrick Schmidt ein wichtiges Qualitätskriterium – denn je höher das Getreide ist, desto stärker ist das Spannungsverhältnis zwischen den kosmischen und den irdischen Kräften, was der Ernährung zugute kommt. Zwei Jahre später pflanzte der Züchter den Saturn-gestärkten Weizen im „Mars-Mond-Trigon im Wässrigen“ – und prompt war im nächsten Jahr die Pflanze deutlich kräftiger. Alles gut also? Nicht ganz, im feuchten Jahr 2016 war die Pflanze leider anfällig für Pilze. Also braucht es noch einen weiteren Gestirn-Impuls, um das Getreide resistenter zu machen, möglicherweise im „Jupiter-Mond-Trigon im Licht“.
Endlich ein Weizen mit „verträglichen“ Gluten?
Das alles dauert – und so ist kein Wunder, dass über zehn Jahre ins Land gehen, bis eine neue Sorte gezüchtet ist. Doch Patrick Schmidt, von dem eine große Ruhe ausgeht, ist ein geduldiger Mensch. Und neben dem „Konstellationsgetreide“ (also nach Sonne, Mond und Sterne) gehört seine ganze Kraft der Veredelung des herkömmlichen Weizens – und da ist ihm möglicherweise eine bahnbrechende Züchtung gelungen: So hat er das Urgetreide Emmer immer wieder an verschiedene Stellen, auf verschiedenen Böden gesät, was den Emmer irgendwann „anreizte“ ein Weizen zu werden – und zwar einer, wie er früher war. Also ein Weizen, der zwar auch Gluten enthält, aber innerhalb der Gluten möglicherweise weniger ATI, einem Weizen-eigenen Insektizid, was wohl die wichtigste Ursache für die vielen Unverträglichkeiten ist.
Erschließt das Wesen der Pflanze: Signaturenlehre
Denn in den letzten Jahren wurden besonders Gluten- und damit ATI-starke Sorten gezüchtet, damit die industriellen Backmaschinen schneller laufen konnten. Vielleicht ist Patrick Schmidt ein wichtiger Durchbruch für einen verträglicheren Weizen gelungen. Ob das so ist, wird sich in den nächsten Jahren erweisen. Bis dahin wird der Züchter das machen, was er immer macht: Beobachten, „was die Pflanze sagt“. Es ist dies eine Methode der traditionellen Medizin (nicht nur der deutschen, sondern weltweit), aus der Beobachtung der Eigenschaften der Pflanze auf ihre gesundheitliche Bedeutung zu schließen. „Signaturenlehre“ heißt diese Methode, nach der beispielsweise unsere Vorfahren herausgefunden haben, dass die hirnförmige Walnuss gut für den Kopf sein muss – was inzwischen die Wissenschaft bestätigt, denn der hohe Gehalt an Omega-3-Fetten fördert die Hirndurchblutung.
Gerade einmal einige zehntausend Euro hat Patrick Schmidt für seine wichtigen Züchtungsversuche zur Verfügung. „Peanuts“ sind das im Vergleich zu den Milliarden der Saatgutkonzerne. Das ist jammerschade, denn es wäre so wichtig, dass wir wieder hofeigene Sorten bekommen, welche ohne künstliche Dünger, ohne chemischen Pflanzenschutz auskommen – die damit viel verträglicher, „menschengemäßer“ sind. Außerdem würde so die biologische Vielfalt gefördert.
Verwirrend: Widersprüchliche Ernährungsempfehlungen
„Saturn-Mond-Trigon“ – das ist Ihnen nicht wissenschaftlich genug? Ich gebe zu, das ist auch für mich Neuland. Aber ein Neuland, auf das ich mich zusammen mit Patrick Schmidt einlassen will, denn ich sehe darin Potential. Aber ist denn unsere herkömmliche Wissenschaft so zweifelsfrei, wie sie gerne tut? Ich bin inzwischen sehr skeptisch. Denn in den über 15 Jahren, in denen ich über Ernährung schreibe, habe ich erlebt, dass viele Gewissheiten plötzlich ins Wanken geraten: So wurde jahrelang vor zu viel Salz gewarnt – und nun gibt es plötzlich Warnungen vor zu wenig Salz. Und ich bin gespannt, wann die Wissenschaftler endlich merken, dass Cholesterin nicht nur böse ist.
Aber nicht nur ich wundere mich über die Windungen der Ernährungsforschung. Selbst der Chef des Ernährungskonzerns Nestlé beschwerte sich jüngst, dass das Hin- und Her der Empfehlungen die Menschen verunsichert – und sie irgendwann gar nicht mehr wissen, was sie essen sollen, was bei vielen zu massiven Gesundheitsstörungen, der Orthorexie, führt.
Da lobe ich mir den Weg von Patrick Schmidt, der auf die Pflanzen schaut – und hört, was sie „sagen“. Denn was sie sagen, geschieht im Einklang mit den kosmischen Kräften – und ist nicht das Produkt einer seelenlosen Laborforschung, welche eine Pflanze nie in ihrer Ganzheit erfassen kann. Ich freue mich auf die weitere Züchtungsarbeit von Patrick Schmidt und seinen anderen demeter-Kollegen. Wer weiß, vielleicht wird aus dem kleinen Züchtungs-Pflänzchen in Bollheim schon bald eine mächtige Pflanze, welche einer vitalen Ernährung neue Wege weist.
von Hans Lauber
- E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
- Internet: www.lauber-methode.de
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
