Weltdiabetes-Erlebnistag: eine Volkskrankheit wird volksnah

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© Kirchheim-Verlag
Weltdiabetes-Erlebnistag: eine Volkskrankheit wird volksnah

Die zentrale deutsche Veranstaltung zum Weltdiabetestag präsentierte sich in diesem Jahr völlig neu: Statt in geschlossenen Räumen fand das Event im offen zugänglichen Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin statt; mit Event-Bühne, Vorträgen und großem Diabetesmarkt mit 40 Ausstellern – und wurde so für die rund 7.000 Besucher zum Weltdiabetes-Erlebnistag.

Den Diabetes sichtbar und erlebbar machen, auch für Menschen, die nicht erkrankt sind oder erkrankt sind und es noch nicht wissen, das war das Ziel des Weltdiabetes-Erlebnistages am 16. November 2019 im Sony Center Berlin. Und das Konzept ist aufgegangen: Erfahrungsgemäß kommen an einem Samstag 20.000 Besucher ins Sony Center am Potsdamer Platz; rund 7.000 Interessierte drängelten sich auf dem Diabetesmarkt mit 40 Ausstellerzelten.

51 Jahre ohne Folgeerkrankungen: Mehnert-Medaille an Johannes Kühl

Die wissenschaftlichen Fachvorträge waren sehr gut besucht und mit bis zu 360 Zuhörern oft vollständig belegt. Vor der Eventbühne tanzten, sangen und lauschten trotz Novemberwetter bei 8 Grad Hunderte Besucher. Raus aus der Kongresshalle, rein in die Stadt, um den Diabetes volksnah zu machen, war das neue Konzept, das die gemeinnützige Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe zusammen mit dem neuen Partner
Kirchheim-Verlag
erarbeitet hatte.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde wie jedes Jahr auch die Mehnert-Medaille verliehen an einen Menschen, der mehr als 50 Jahre seinen Diabetes Typ 1 gut managt. Ausgezeichnet wurde Johannes Kühl (81), der seit 51 Jahren ohne Folgeerkrankungen mit seinem Diabetes lebt.

Der Geehrte Johannes Kühl sagte bei der Übergabe der Mehnert-Medaille durch den diabetesDE-Vorstandsvorsitzenden Dr. Jens Kröger: „Die Unterstützung der Familie ist bei Typ-1-Diabetes am wichtigsten! Ich bin aber auch den Ärzten, die mich mein Leben lang begleiten haben und der Wissenschaft sehr dankbar!“

Nicht nur passiv zuhören, sondern in Interaktion mit Experten treten

„Seit nunmehr 10 Jahren richten wir die zentrale Veranstaltung zum Weltdiabetestag unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministeriums aus“, sagt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. „Wir haben über die Jahre festgestellt, dass sich die Bedürfnisse der Teilnehmer geändert haben. Sie möchten nicht mehr nur Vorträge anhören, sondern in Interaktion mit den Fachexperten treten. Außerdem ist der Informationsbedarf zu neuester Technik oder neuesten Trends zur Ernährung gestiegen.“

Auch für Unterhaltung war gesorgt: Nachdem DIVA AGATA auf der Event-Bühne erst im Interview Rede und Antwort stand, animierte sie anschließend die Beuscher zum „Rudel-Singen“.

Anlass für den verantwortlichen Veranstalter Kirchheim-Verlag (Mainz), einen Diabetesmarkt mit 40 Zelten und großem Mitmach-Parcours zu konzipieren, in dem verschiedenste Aussteller wie Medizintechnikfirmen, Pharmahersteller, aber auch Forschungszentren und Selbsthilfeverbände ihre aktuellsten Angebote präsentierten und mit den Besuchern ins Gespräch kamen.

„Die Besucher flanierten von Zelt zu Zelt wie auf dem Weihnachtsmarkt und fühlten sich trotz der Kälte bei 8 Grad wohl. Wir freuen uns, dass unser Konzept so erfolgreich aufgegangen ist“, ergänzt Kristian Senn, Geschäftsführer des Kirchheim-Verlages (u.a.
Diabetes-Journal
,
Blood Sugar lounge
).

Fachvorträge, Messstationen und Event-Bühne: riesiger Andrang

Bei den wissenschaftlichen Vorträgen im angrenzenden Kino Cinestar im Sony Center waren vor allem die Vorträge zur Technik („Sensortechnik, CGM und FGM“) restlos ausgebucht. Der Kinosaal musste zeitweise wegen Überfüllung geschlossen werden. „Wir hätten gut und gerne einen zweiten Saal mit Programm bespielen können, das werden wir für nächstes Jahr ändern“, so Mattig-Fabian.

Der Kinosaal, in dem die wissenschaftlichen Vorträge stattfanden, musste zeitweise wegen Überfüllung geschlossen werden.

Das von Sybille Seitz (rbb) moderierte, bunte Programm auf der Event-Bühne mit Kurzvorträgen, Diskussionsrunden, Gesang und Bewegungspausen rundete das Programm ab. Große Warteschlangen gab es vor den vier verschiedenen Medizinlabor-Trucks, die kostenlos Blutzucker- und Blutdruckmessungen sowie Augenuntersuchungen (im Apollo-Mobil) anboten.

Die Besucher des Weltdiabetes-Erlebnistages konnten kostenlos Blutzucker- und Blutdruckmessungen sowie Augenuntersuchungen vornehmen lassen.

Für alle, die nicht nach Berlin kommen konnten, wurde der Weltdiabetes-Erlebnistag im Livestream über www.wdet.de und Social Media übertragen und begleitet. Ein charmantes Highlight trotz des nasskalten Wetters war der Family fun run, bei dem 1 km oder 5 km mit individuellen Lauftrainern gewalkt oder gelaufen werden konnte.

Ließen sich vom nasskalten Wetter nicht von sportlicher Betätigung abhalten: Teilnehmer des „Family fun run“.

Diabetes-Manifest 2019: Stoppt die Diskriminierung von Menschen mit Diabetes!

Auf der Event-Bühne wurde außerdem deutlich, dass die Stimme der Patienten lauter werden muss, um die Politik zum Handeln zu bewegen. In einem Diabetes-Manifest 2019, das die Veranstalter am Ende vorlasen, wurden klare politische Botschaften formuliert, u.a. „Niemand darf wegen seines Diabetes diskriminiert werden: nicht am Arbeitsplatz, nicht im Restaurant, nicht in Kindergarten und Schule, nirgendwo!“ Die Besucher wurden aufgerufen, auch ihre Stimme zu erheben auf dem neuen Bürgerbeteiligungsportal www.diabetes-stimme.de.

Beim großen Finale stiegen am Ende der Veranstaltung hunderte Schaumringe unter das tiefblau erleuchtete Dach des Sony Centers, in Anlehnung an den „Blue circle“, der international für Diabetesaufklärung steht.

Das große Finale des Weltdiabetes-Erlebnistags: 1.200 Schaumringe steigen das Sony Center hinauf.


Quelle: diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe | Redaktion

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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Tagen, 14 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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