Zucker im Gepäck: Reisen mit Diabetes

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Zucker im Gepäck: Reisen mit Diabetes

Mit „Zucker im Gepäck – Reisen mit Diabetes“ ist Susanne Löws erstes Buch erschienen. In dem erzählenden Ratgeber schildert sie ganz praxisnah, wie das so ist, wenn man mit Diabetes um die Welt reist. Mit dabei: Tipps vom Diabetologen.

Jeder, der gerade wegen „Corona“ zu Hause bleibt, kann sich schon jetzt auf bessere Zeiten vorbereiten: Wen es dann mit Diabetes in fremde Länder zieht, profitiert von den Erfahrungen, die die weitgereiste Susanne Löw praxisnah in ihrem Buch zusammengefasst hat.

Zucker im Gepäck
Neben Tipps und Anekdoten bietet das Buch auch medizinische Ratschläge vom Diabetologen Dr. Andreas Weigel. Zu kaufen ist „Zucker im Gepäck“ unter kirchheim-shop.de (auch als E-Book) und in jeder Buchhandlung. Ein Interview mit Susanne Löw über das Nicht-Reisen in Corona-Zeiten lesen Sie auf blood-sugar-lounge.de.

Diabetes-Journal (DJ): Dein Buch ist ein „erzählender Ratgeber“. Was möchtest Du den Lesern vermitteln?
Susanne Löw:
Mit „Zucker im Gepäck“ möchte ich anderen Diabetikern Mut machen, den Koffer zu packen und sich nicht von ihrer chronischen Krankheit abhalten zu lassen, ihre Träume zu verwirklichen. Ich will außerdem mit Erzählungen von meinen Reisen in 56 Länder unterhalten und konkrete Tipps geben.

DJ: Bei welchen Reisezielen würdest Du trotz Deiner großen Erfahrung beim Diabetes-Team Rat einholen?
Löw:
Hm, mir fällt kein Land ein, für das ich mich explizit ans Diabetes-Team wenden würde – von der Versorgung mit Insulin etc. abgesehen, was ich ja ohnehin vor jeder Reise tue. Vielmehr würde ich mich bei exotischen Reisezielen vorher ans Auswärtige Amt und an einen Tropenmediziner wenden.

DJ: Was würdest Du Menschen mit Diabetes raten, die sich nicht richtig trauen, zu reisen?
Löw:
„Traut euch!“, rufe ich ihnen zu. Denn die Diabetes-Therapie ist dieselbe wie zu Hause. Wenn man sich darin sicher ist, sich gut vorbereitet und alles Nötige dabeihat, darf man ruhig mutig sein. Reise­unerfahrene können ja erst einmal ein näheres Reiseziel wählen.

DJ: Welches „Diabetes-Reise-Erlebnis“ hat Dich am meisten beeindruckt?
Löw:
Beeindruckt im Sinne von gefreut hat es mich, als ich vor zwei Jahren in Chile an Bord eines Containerschiffs gegangen bin, mit dem ich zurück nach Europa fahren wollte. Beim Boarding habe ich den Passagier getroffen, der diese Passage von Europa nach Chile gerade hinter sich hatte und von Bord ging: ein 71-jähriger Franzose … und Typ-1-Diabetiker, der genau wie ich FreeStyle Libre und Omnipod nutzte. Was für ein Zufall! Und es hat mich sehr bestärkt: Er hat schon viele Jahrzehnte mehr Diabetes-Erfahrung und wirkte sehr glücklich und zufrieden – eben auch, weil er sich keine Grenzen setzen lässt durch die chronische Erkrankung.

DJ: Hast Du schon mal überlegt, wegen des Diabetes eine Reise abzubrechen?
Löw:
Nein.

DJ: Hast Du auf Deinen Reisen schon gute Alternativen für den Unterzucker-Klassiker Traubenzucker entdeckt?
Löw:
Im Oman habe ich gern Datteln gegessen, die es dort an jeder Ecke gab. Wenn man keinen normalen Traubenzucker findet – wie in Singapur, wo ich nur teure „Gluko-Tabs“ fand -, kaufe ich gern lokale Süßigkeiten.


von Nicole Finkenauer
Redaktion, Kirchheim-Verlag,
Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 14,
55130 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (6) Seite 16

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 2 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 2 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße