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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #15 | Ist Diabetes ein Beziehungskiller?
4 Minuten
Nächste Woche ist Valentinstag! Was für ein schöner Anlass, um in diesem Beitrag über das Thema „Beziehung und Diabetes“ zu sprechen.
Eine Partnerin bzw. eine Partner ist die wichtigste Bezugsperson im Erwachsenenalter. Immerhin wollen wir mit ihm/ihr die Welt entdecken und vielleicht später auch eine eigene Familie gründen. Spätestens, wenn man zusammen lebt, ist es nahezu unmöglich, seine Diabetes-Erkrankung zu verstecken. Aber sind wir mal ehrlich – wollen wir das überhaupt? Wollen wir nicht unserer Partnerin bzw. unserem Partner alles mitteilen, unser Herz ausschütten und hoffen, dass er/sie uns bei unserem Diabetes-Management unterstützt? Also ich auf jeden Fall! Daher war es nie eine Option, meine Diabetes-Diagnose für mich zu behalten…
Ich bekam am Freitag, 18. September 2020, meine Diagnose „Typ-2-Diabetes“. Damals war ich erst 27 Jahre alt und bereits 5 Jahre mit meinem Partner zusammen. Ich erinnere mich, dass ich damals nach der Diagnose noch zum Arbeiten ins Büro gefahren bin. Nach der Arbeit wollte mich mein Partner abholen, so dass wir gemeinsam ins Möbelhaus fahren konnten, um ein neues Sideboard für die Küche zu kaufen.
Zwischen dem Arzttermin und dem Abholen hatten wir tatsächlich so gut wie keine WhatsApp-Kommunikation gehabt, weshalb ich meinem Partner während der Autofahrt von meiner Diagnose erzählte. Naja, mehr oder weniger platzte ich binnen der ersten 2 Minuten damit heraus. Ich stand selber noch ziemlich unter Schock und hatte die schlechte Nachricht noch nicht verdaut. Doch ich war sehr auf seine Reaktion gespannt. Allerdings blieb diese die ersten 5 Minuten aus, denn es hatte ihm schlichtweg die Sprache verschlagen. Ähnlich wie ich hat auch er (Groß-)Eltern mit Typ-2-Diabetes. Doch was genau Diabetes ist und macht, wusste auch er nicht so genau.

Die ersten Wochen nach der Diagnose war unser Zusammenleben ein bisschen wie Laufen auf Eierschalen. Ich hatte von 0 auf 100 meine Ernährung auf Low Carb umgestellt, suchte mir einen Diabetologen und war emotional angeschlagen. Mittendrin in dem ganzen Anfangsgewusel stand dann noch unser Urlaub an. Da es das erste Corona-Jahr war, lief tatsächlich nicht viel und wir fuhren zum Wandern in die Berge. Doch zu dem Zeitpunkt war das ein sehr willkommener Urlaub. Denn Wandern, frische Luft und Selbstverpflegung erschien „gesünder“, als All Inclusive mit einem krassen All-you-can-eat-Buffet und 24/7 Faulenzen am Pool. Es war genau das Richtige nach so einer Diagnose und irgendwie auch Fügung des Schicksals.
Eines der Dinge, die ich an meinem Partner liebe, ist, dass er seit Tag 1 hinter mir steht und mich unterstützt. Zum Beispiel bietet er mir emotionalen Support, fragt nach den Ergebnissen meiner Routine-Untersuchungen und ist immer offen, mit mir neue Ernährungstrends bzw. -formen auszuprobieren. Und wenn mein Blutzucker spät abends sehr hoch ist und ich noch eine Runde spazieren will bzw. muss, kommt er mit. Zwar notgedrungen, aber er kommt mit und lässt mich nicht alleine im Dunklen spazieren. Über die Monate bzw. Jahre hinweg habe ich mittlerweile mein ganzes Diabetes-Wissen mit ihm geteilt, so dass ich mir ziemlich sicher bin, dass er im Falle einer Debatte den Sieg davontragen würde! #proudgirlfriend #aufklärungistwichtig
➤ Erfahre in diesem Video mehr über Caro und ihr Leben mit Typ-2-Diabetes
Doch natürlich ist auch bei uns nicht immer alles locker flockig in Sachen Beziehung und Diabetes. Auch wir treffen hin und wieder auf Unstimmigkeiten und werden zukünftig bestimmt noch auf die ein oder andere Challenge stoßen. Bei uns ist die größte Hürde innerhalb der Beziehung, dass sie zwischen einer chronisch kranken und einer gesunden Person stattfindet. Und manchmal fällt es einfach schwer, sich in die Lage des anderen hineinzuversetzen. Das kann dann schon mal dazu führen, dass zwischen uns eine kleine Krise aufgrund einer Tüte Gummibärchen ausbricht. Denn die eine Person möchte sie gerne auf der Stelle vernaschen und die andere Person versucht, vernünftig zu bleiben. Wer an dieser Stelle welche Rolle spielt, überlasse ich Deiner Interpretation. But you get the point, oder? Ich denke, so kleine Streitigkeiten gehören dazu und am Ende ist der Schlüssel eine offene Kommunikation.

Ich bin wirklich sehr dankbar, so eine unterstützende Seele an meiner Seite zu haben und nehme das absolut nicht als selbstverständlich. Man darf auch hier nicht vergessen – es gibt immer die zwei Seiten einer Medaille. Auch als Partner an der Seite eines chronisch kranken Menschen ist es nicht einfach und ebenfalls mit vielen Herausforderungen sowie vielleicht auch Druck verbunden. Eine der Herausforderungen könnte bspw. sein, dass man sich – vor allem bei Diabetes – nicht in die körperliche Situation des Partners hineinversetzen kann. Gerade auch bei Typ-2-Diabetes, wo es innerhalb der Behandlung viel um Sport, Ernährung oder auch Gewichtsreduzierung geht. Auch auf emotionaler Ebene kann es sehr fordernd sein. Wenn man vielleicht nicht versteht, warum der Partner in dem Moment traurig, enttäuscht oder wütend ist. Oder man sich einfach ständig Sorgen macht, dass der Partner nicht kurz vor einer Über- oder Unterzuckerung steht.
Eine Beziehung mit Diabetes ist nicht unmöglich, stellt aber die Beziehung vor neue Herausforderungen. Doch ich denke, dass das, was man zusammen hat, wichtiger bzw. es wert ist, dass man gemeinsam diesen Schritt geht. Eine Beziehung ist nicht nur unterstützend, sondern auch sorgend. Sowohl emotional als auch körperlich. Und ist es nicht einfach schön, wenn man sich auf jemanden verlassen kann? Und wenn es nur ist, dass man jemanden hat, der einen spät abends bei einer Wanderung durch die Weinberge begleitet, damit sich der Blutzucker wieder regulieren kann? In diesem Sinne – peace, love and … ?
Caros Kolumne
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!
von Caro
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 5 Tagen, 13 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?-
ole-t1 antwortete vor 3 Tagen, 9 Stunden
Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
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ole-t1 antwortete vor 3 Tagen, 9 Stunden
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
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schorschlinger antwortete vor 3 Tagen, 6 Stunden
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
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hexle antwortete vor 2 Tagen, 5 Stunden
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
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hexle antwortete vor 2 Tagen, 5 Stunden
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….
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uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 2 Wochen
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 2 Wochen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 6 Tagen, 4 Stunden
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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