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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #16 | Darauf trinken wir (k)einen!
4 Minuten
Helau … Alaaf … Ahoi!
Heute ist Rosenmontag und bei uns im schönen Mainz eine Art städtischer Feiertag. Überall auf der Straße sieht man kleine Prinzessinnen, Cowboys, Vampire oder Einhörner, die sehnlichst darauf warten mit einer fetten Ausbeute an Süßkram nach Hause zu kommen. Und wer alt genug ist, wird an dem Tag wahrscheinlich das ein oder andere alkoholische Getränk zu sich nehmen. Letzteres ist zwar generell keine Seltenheit, doch Alkohol gehört mehr oder weniger zum Mainzer Kulturgut dazu, da wir u. a. umgeben von wunderschönen Weinbergen sind.

Leider ist Alkohol auch eine absolute Gesellschaftsdroge und wenn man keinen trinkt – aus welchen Gründen auch immer – wird man rasch zum Außenseiter oder gar stigmatisiert. Eigentlich ziemlich traurig, oder? Doch vielleicht hast auch Du schon mal diese Situation erlebt.
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Ich würde nie von mir behaupten, dass ich ein großer Trinker bin. Mein Maximum sind zwei Gläschen Rotwein zum Essen. Aber auch das kommt gefühlt nur alle 180 Tage vor. Doch ich muss gestehen, seit meiner Diabetes Diagnose würde ich mich auch niemals trauen, mehr zu trinken und somit über die Stränge zu schlagen. Nicht, dass ich das unbedingt bräuchte, doch ich würde es auch niemals darauf ankommen lassen. Dafür ist mir mein eigenes Wohlergehen viel zu wichtig!
Im April 2021 lag ich für wenige Tage aufgrund einer OP im Krankenhaus. Damals hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einer Krankenschwester – die im selben Alter wie ich war – zum Thema „Alkohol und Diabetes“. Sie erzählte mir damals, wie gefährlich es doch sei, wenn Menschen mit Diabetes zu viel Alkohol trinken würden. Denn was für Außenstehende den Anschein macht, dass die betroffene Person angetrunken sei, kann in Wirklichkeit bereits eine Unterzuckerung sein und am Ende sogar in der Notfallaufnahme enden. Für mich hat dieses Gespräch bis heute einen so bleibenden Eindruck hinterlassen, dass ich oft an Ihre Worte denken muss, wenn ich in Berührung mit Alkohol komme.
Doch wie schnell geht das mit einer Unterzuckerung bei Alkoholkonsum?
Laut meinen Recherchen wird bei Alkoholkonsum die Zuckerfreisetzung der Leber gestört. Was bedeutet, dass durch den Alkoholabbau die Leber nicht im Stande ist, Glukose zu mobilisieren und ins Blut auszuschütten. Zwar lassen die Kohlenhydrate im Getränke erstmal den Blutzucker ansteigen, doch danach fällt er rapide ab. Alkohol verursacht somit generell ein Absinken des Blutzuckerspiegels und kann im Worst Case zu einer Unterzuckerung führen. Und sowohl Insulin, als auch Tabletten, verstärken diesen Effekt.1 Doch so unterschiedlich jeder Diabetes ist, so individuell ist natürlich auch die Wirkung von Alkohol auf den Blutzucker.

Sollte man somit lieber ganz auf Alkohol verzichten?
Es ist generell gesünder – vor allem für Deine Leber und Milz – auf Alkohol zu verzichten. Neben einer möglichen Unterzuckerung spielt auch die Fettleber eine wichtige Rolle. Eine Fettleber kann bspw. entstehen, wenn man mit Diabetes und Übergewicht zu kämpfen hat oder auch generell zu viel Alkohol trinkt. Durch den zusätzlichen Konsum von Alkohol im Falle von Diabetes und Übergewicht, wird der Zustand des Lebergewebes nochmals stark belastet, weshalb es zu höheren Fettleberwerten kommen kann. Doch ich denke, als Faustregel gilt hier: Die Dosis macht das Gift. Wer sich mal ein Gläschen Wein gönnt, wird sein Schicksal somit nicht gleich besiegeln. Vor allem nicht dann, wenn man vielleicht die ein oder andere Regel befolgt.2
5 Regeln für Alkoholkonsum bei Diabetes
Regel Nr. 1: Trinke niemals Alkohol auf nüchternen Magen. Besser ist es, wenn man nebenbei eine kohlenhydratreiche Mahlzeit zu sich nimmt oder zumindest was Kleines snackt.
Regel Nr. 2: Kontrolliere öfters Deinen Blutzucker damit Du ggf. rechtzeitig eingreifen kannst.
Regel Nr. 3: Vor dem zu Bett gehen, solltest Du unbedingt nochmal messen, da der Blutzuckerabfall verspätet eintreten kann und somit im Schlaf meist unbemerkt bleibt.
Regel Nr. 4: Wer neben Alkohol noch die Tanzfläche unsicher macht, sollte darauf achten, zwischendurch etwas zu essen. Denn sowohl der Alkohol, als auch die Bewegung, senken den Blutzucker.
Regel Nr. 5: Achtung bei Cocktails und Long Drinks! Denn durch die enthaltenen Säfte und Limonaden haben diese einen sehr hohen Zuckeranteil. Besser wäre hier ein Glas Gin oder trockener Wein.3
Für mich ist Alkohol absolut kein fester Bestandteil meines Lebens. Und wenn es dann doch mal zu einem Gläschen kommt, dann genieße ich dieses. Das A und O ist auch hier ein bewusster sowie gesunder Umgang. Und solltest Du absolut nicht darauf verzichten wollen, dann lege ich Dir die oben genannten Regeln ans Herz. Dir, Deiner Leber sowie Deinem Blutzucker zu liebe!
Und in diesem Sinne – Prost und bis zum nächsten Mal!
Quellen:
1 https://www.zuckerkrank.de/diabetes-alltag/feiern
2 https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/verzicht-auf-alkohol-besser-drauf-ohne-wein-und-bier-934545.html
3 https://www.makingdiabeteseasier.com/de/im-alltag/kann-man-alkohol-trinken-wenn-man-diabetes-hat
Caros Kolumne
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!
von Caro
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bloodychaos postete ein Update vor 4 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 1 Tag, 16 Stunden
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55 -
sayuri postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
Liebe Grüße
Sayuri
