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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #27 | Füße, Schwitzen & Co.
4 Minuten

Schwitzen, Hitzeregulation und Fußpflege: Der Sommer fordert Menschen mit Diabetes besonders heraus. Caro erklärt, warum der Körper bei Diabetes anders auf Hitze reagiert und warum die Fußgesundheit ganzjährig im Blick bleiben sollte.
Wer kennt es nicht: Kaum sprießen die Temperaturen auf über 30° Grad, fängt man an zu schwitzen – und das sogar, ohne sich zu bewegen. Verrückt, oder? Schwitzen gehört im Sommer logischerweise dazu und ist eine natürliche Reaktion des Körpers, um die eigene Temperatur zu regulieren.
Doch bei Menschen mit Diabetes ist das tatsächlich nicht immer selbstverständlich, denn diese Hitze-Regulation kann verzögert auftreten und findet meist auch nicht im gleichen Ausmaß statt, wie bspw. bei gesunden Menschen. Sprich, der Körper steckt die Hitze schlechter weg und fängt an zu überhitzen. Was bedeutet, dass die Möglichkeit, einen Hitzeschlag zu bekommen, steigt.

Grund für eine gestörte Hitze-Regulation kann u. a. eine herabgesetzte Aktivität sympathischer Nervenbahnen sein, die die Schweißdrüsen und Blutgefäße reguliert. Aber auch periphere Nervenschäden oder starkes Übergewicht können Ursachen sein.1
Viele Menschen schwitzen nicht am ganzen Körper, sondern eher punktuell. Tatsächlich ist das aber nicht ganz so schlimm, weil somit der Körper immer noch die Chance hat, über die betroffenen Stellen die Flüssigkeitsabgabe zu regulieren. Leider etwas verlangsamt, aber es funktioniert! Solltest Du allerdings das Gefühl haben, dass Du überhaupt nicht schwitzen kannst, würde ich Dir dringend empfehlen, einen Arzt aufzusuchen, denn es könnte die Möglichkeit bestehen, dass Du an einer Anhidrose leidest.2 Bei einer Anhidrose ist die Bildung von Schweisssekret gestört.
Doch egal, ob Du nun wenig oder gar nicht schwitzen kannst, hier sind 7 Tipps, die Dich durch heiße Sommertage bringen und helfen, Deine Körpertemperatur zu regulieren:
- Vermeide starke körperliche Anstrengungen bei Wärme, z. B. Joggen in der Mittagshitze.
- Pflege Deine trockene Haut regelmäßig.
- Verwende Feuchtigkeitssprays als „Schweißersatz“, denn diese kühlen die Haut.
- Verwende nasse, kalte Handtücher und wickle diese um Deine Beine und Arme.
- Nehme kurze, kalte Fußbäder von 5-10 Minuten.
- Behalte Deine Füße im Blick, denn diese schwellen gerne bei heißen Temperaturen an und somit kann es oftmals zu starken Reizungen kommen, was u. a. Hautverletzungen und -infektionen begünstigt.
Ich persönlich bin ja absolut kein Fuß-Mensch. Gerade die Sommermonate, wo alle ihre Zehen zur Schau stellen, sind für mich als Zuschauer der blanke Horror. Doch so groß meine Abneigung gegen Füße ist, so sehr sollten unsere Füße eigentlich die volle Aufmerksamkeit bekommen. Wahrscheinlich hast Du schon mal in Kombination mit Diabetes vom „Diabetischen Fuß(syndrom)“ gehört, oder? Falls nein – das ist eine krankhafte Veränderung am Fuß, die zu Wunden sowie Gewebeschäden und im schlimmsten Falle zu Amputation führen kann. Der Ursprung ist meist eine Verletzung, die man vielleicht im ersten Moment – aufgrund von Nervenschäden, verursacht durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte – nicht spürt und die länger braucht, um (wenn überhaupt) von alleine zu verheilen.

Wird die Verletzung nicht rechtzeitig erkannt und nimmt größere Ausmaße an, kann das wirklich ernsthafte Folgen mit sich führen. Generell passieren Verletzungen und Risse an den Füßen häufiger, da hier die Haut weniger elastisch und generell trockener ist. Daher wird gerade Menschen mit Diabetes empfohlen, auf bequemes Schuhwerk zu achten, um u. a. Druckstellen zu vermeiden. Eine weitere Empfehlung ist, außerhalb der eigenen vier Wände nicht barfuß zu laufen, um Verletzungen an den Füßen vorzubeugen. Eine intensive (Feuchtigkeits-)Pflege ist und bleibt das Pflichtprogramm für jeden Menschen mit Diabetes.3
Zusammenfassend kann man also sagen: Wertschätzt man seine Füße nur minimal, schenkt ihnen keine besondere Pflege und hat obendrein dauerhaft zu hohe Blutzuckerwerte, welche sich bspw. in Form von Nervenschäden zeigen können, so nimmt die Folgeerkrankung eines Diabetischen Fußsyndroms leider langfristig seinen Lauf. An dieser Stelle erhoffe ich mir nun, dass ich Dir einen AHA-Effekt bescheren konnte, der Dich dazu inspiriert, noch heute Abend Deinen Füßen etwas Gutes zu tun. Vergiss nicht: Sie tragen Dich schließlich Dein ganzes Leben!
Mehr zum Thema
➤ Füße bei Diabetes schützen, Zweitmeinung einholen und Amputation verhindern
Auch wenn der Sommer für Menschen mit Diabetes oftmals eine besondere Herausforderung darstellt, so ist nicht ausschließlich alles ein Verzicht oder eine Einschränkung. Es gibt einfach kleine Dinge, die zu beachten sind. Aber wenn man es tut, kann jeder für sich und auf seine Art und Weise die warme Jahreszeit genießen. Falls Du eher zu den Menschen gehörst, die ähnlich wie ich, auf kühlere Tage warten, so kann ich Dir eins sagen: Auch diese Zeit geht vorbei.
In diesem Sinne – pass gut auf Dich auf und sorge gut für Dich!
Quellen:
1 https://www.diabinfo.de/leben/diabetes-im-alltag/hitze.html
2 https://www.stark-gegen-schwitzen.de/schweiss/formen-krankhaftes-schwitzen/anhidrose/
3 https://www.diabinfo.de/leben/folgeerkrankungen/fuesse.html
Caros Kolumne
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!
von Caro
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kety22 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 3 Tagen, 5 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 6 Tagen
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Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



