- Leben mit Diabetes
Diabetes-Kompass neu ausrichten (3) – Soziale Kontakte und Austausch
4 Minuten
Der Mensch ist ein soziales Wesen. Soziale Kontakte und Austausch haben einen großen Einfluss auf unser seelisches Wohlbefinden. Wie intensiv die Kontakte sein sollen, damit es einem gut geht, ist eine Frage, die sich nur jeder selbst beantworten kann.
Nach der Diagnose Diabetes dreht sich erst einmal alles um den Diabetes. Eine ganze Menge Neues stürmt auf uns ein. Kontakte mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder sich gerade in einer ähnlichen Situation befinden, fühlen sich gut an, entlasten und unterstützen uns. Wir fühlen uns zugehörig und nicht allein in schwierigen, aber auch in schönen Situationen. Denn tatsächlich gibt es auch immer mal wieder etwas zu feiern. Das sollten wir nicht vergessen.
Kontakte gestern und heute – Fluch und Segen zugleich!
Wo treffen wir sie, die anderen Menschen mit Diabetes? Während früher die Klassiker doch die gemeinsame Schulung, der Klinikaufenthalt oder die Selbsthilfegruppe vor Ort waren, ist es heute mit dem Internet in vielen Fällen einfacher geworden, Kontakte zu knüpfen. Es gibt eine Vielzahl an Foren und Gruppen, um sich über das Thema Diabetes auszutauschen und andere Menschen zu treffen. Sicherlich habt ihr alle damit bereits gute und nicht so gute Erfahrungen gemacht.

Für mich ist es immer noch der persönliche Kontakt, der mir am besten gefällt und mich am meisten motiviert. Das Internet ist mir dabei eine große Hilfe. So habe ich z.B. durch einen Aufruf in einer Gruppe andere Menschen mit Diabetes an meinem neuen Wohnort gefunden. Vor der Pandemie haben wir uns regelmäßig zu einem Restaurantbesuch getroffen. Ein lockerer Austausch und einfach Wohlfühlzeit. Und wenn ich heute mal Hilfe brauche, weiß ich, wo ich sie sehr schnell finden kann. Und natürlich würde es Plattformen wie z.B. die Blood Sugar Lounge ohne das Internet nicht geben. Hier kommen Menschen virtuell und persönlich zusammen. Es ist für mich immer noch ein ganz besonderes Gefühl, wenn 100 Menschen in einem Raum sind und der Diabetes das normalste Thema der Welt ist. Es gibt viele Beispiele und Möglichkeiten, Kontakte mit anderen Menschen mit Diabetes zu knüpfen. Legt einfach los und schaut, was euch gut tut.
Austausch – eine Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern!
Unterschiedliche Interessen und Erfahrungen bringen frischen Wind in unser Leben. Über den Austausch mit Anderen können wir Ideen für unseren eigenen Umgang mit dem Diabetes im Alltag bekommen. Z.B.: Wie machst du das bei der Arbeit? Hast du schon das neue Insulin ausprobiert? Ich überlege, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, welche Erfahrungen hast du damit gemacht?
Wichtig ist, im Hinterkopf zu behalten, dass es sich dabei um Ideen und Vorschläge handelt. Ihr seid diejenigen, die entscheiden, was sie ausprobieren oder umsetzen wollen. Der Ton in den Social-Media-Kanälen ist leider in manchen Fällen schon oft rauh und übergriffig. Daher kann es nicht schaden, die Intensität und die Qualität von Zeit zu Zeit für sich zu überprüfen.
Diabetes-Freundschaften – was macht sie aus?
Wie auch sonst im Alltag können sich aus losen Kontakten Freundschaften entwickeln, wenn wir gemeinsame Interessen und Ansichten teilen. „Nur“ der Diabetes reicht sicherlich nicht aus, dass eine Freundschaft entsteht. Aber Freunde und Freundinnen mit Diabetes sind schon eine tolle Sache, denn in vielen Alltagssituationen bedarf es einfach keiner Erklärung bzw. keiner langen Erklärung, was gerade los ist. Der Diabetes ist ein Teil von uns und es ist sehr schön, jemanden an seiner Seite zu haben, der mit diesem Teil auch persönliche Erfahrungen hat.
Und natürlich spielt auch unser soziales Umfeld ohne Diabetes eine wichtige Rolle. Aber sind sie tatsächlich „ohne Diabetes“? Der Begriff Typ F (Freunde und Familie) drückt für mich sehr schön aus, dass auch unsere engen Freunde und Familienmitglieder einen Bezug zum Diabetes haben. Sie unterstützen uns, machen sich auch manchmal Sorgen, freuen sich mit uns, wenn es gut klappt, und nehmen uns so, wie wir sind mit unserem Diabetes, denn der Diabetes ist wie gesagt einfach ein Teil von uns. Das ist sicherlich auch nicht immer so einfach, wie es hier steht, denn der Diabetes kann schon ein gewisses Konfliktpotenzial in unseren Beziehungen bieten. Das bedeutet manchmal auch Diskussionen und Tränen, doch wenn ihr im Gespräch bleibt und versucht, einander zu verstehen, ist schon ein großer Schritt getan.

Und nun könnt ihr mal für euch überprüfen, was euch wichtig ist und wie es bei euch so läuft mit den sozialen Kontakten und dem Austausch.
Check it!
Wie sieht es bei dir aus in puncto soziale Kontakte und Austausch?
- Kenne ich andere Menschen mit Diabetes?
- Wie viel Austausch habe ich?
- Wie viel Austausch brauche bzw. möchte ich?
- Worüber möchte ich mich austauschen?
- Kann ich mit Menschen in meinem Umfeld über den Diabetes sprechen?
- Wie viel „Diabetes“ brauche ich in meinem sozialen Umfeld?
- Was tut mir gut?
- Wer tut mir gut?
- Was fehlt mir vielleicht?
- Welche Angebote habe ich schon mal ausprobiert, um mich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen?
- Was hat mir gut gefallen?
- Wie machen mir soziale Kontakte und Austausch am meisten Spaß?
- Wann fühle ich mich gut unterstützt und verstanden?
- Was ist mir an sozialen Kontakten wichtig?
- Welche Rolle spielen meine Familie und Freunde in meinem Alltag mit Diabetes?
- Was möchte ich unbedingt mal ausprobieren?
- Mit wem würde ich mich gerne mal bzw. mehr austauschen?
- Wie zufrieden bin ich auf einer Skala von 1-10 (10: sehr zufrieden) mit meinen sozialen Kontakten und meinem Austausch?
Scheut euch nicht, Kontakte zu knüpfen und den Austausch zu suchen. Es gibt so vielfältige Möglichkeiten, aus denen ihr euch das Passende aussuchen könnt. Wir sind viele! Das ist für mich ein gutes Gefühl, das mich motiviert. Und wenn ihr eine eigene Idee habt, dann setzt sie einfach um. Was bedeuten euch soziale Kontakte und Austausch im Zusammenhang mit dem Diabetes? Ich bin gespannt auf eure Kommentare.
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann? -
uho1 postete ein Update vor 2 Wochen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”
Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….