Mit Coach gegen den inneren Schweinehund

2 Minuten

Mit Coach gegen den inneren Schweinehund

Wolfgang von Dziegielewski hatte bereits mehrere Gesundheitsprobleme – und dann kam auch noch ein Typ-2-Diabetes hinzu. Ein Angebot seiner Krankenversicherung kam da gerade recht: Er nahm an einem Gesundheitsprogramm teil, inklusive vieler Informationen und eines Coachs. Hier sein Bericht.

Jahrelang wurde ich wegen meiner Rückenleiden und Schmerzen mit Kortison behandelt. Die Folge waren etliche Pfunde zu viel auf den Rippen. Die eigentliche Ursache, eine Borreliose, wurde leider erst viel zu spät entdeckt. Nach mehreren Herzinfarkten, einer vierfachen Bypass-Operation und etlichen Stents folgte ein Hinterwandinfarkt, den ich nur mit großem Glück überlebte. Zu all diesem Unheil bekam ich dann noch die ärztliche Diagnose Diabetes Typ 2.

Krankenversicherung bot Teilnahme an Gesundheitsprogramm für Typ-2-Diabetiker an

Mit Diabetes kannte ich mich damals überhaupt nicht aus. Ich beschloss, meine Ernährung umzustellen, um mein Übergewicht in den Griff zu bekommen. Das schien mir zumindest ein Anfang zu sein. In dieser Zeit erhielt ich ein Schreiben meiner Versicherung (Central Krankenversicherung aus Köln): Sie bot mir an, an einem Gesundheitsprogramm für neu diagnostizierte Typ-2-Diabetiker teilzunehmen. In der Hoffnung, mehr über meine Krankheit zu erfahren, sagte ich zu.

In zwölf Monaten soll ich lernen, wie ich meinen Lebensstil anpassen kann, um mit der richtigen Ernährung und mehr Bewegung meinen Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Ich erhielt leihweise ein Gerät, mit dem ich per Smartphone meinen Blutzuckerwert messen kann, und einen digitalen Aktivitäts-Tracker. Der Fitbit One zählt Schritte, misst absolvierte Strecken sowie bewältigte Stockwerke und gibt an, wie viele Kalorien man durch die Bewegung verbrannt hat.

Das Einrichten und Bedienen der Geräte ist einfach – und sie sind immer und überall einsetzbar. Die erfassten Daten werden automatisch in mein persönliches Tagebuch auf das Online-Portal des Gesundheitsprogramms übertragen. Ich kann dort sofort sehen, wie mein Verhalten die Blutzuckerwerte beeinflusst. Am Anfang maß ich häufig meine Zuckerwerte; so lernte ich schnell, wie und bei welcher Speise sich die Werte verändern und was Bewegung bewirkt.

Online-Portal: Austausch und Aufklärung

Meine persönliche Beraterin vom Deutschen Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) kann ebenfalls mein Online-Tagebuch einsehen. Dadurch kann sie stets mitverfolgen, wie sich meine Werte entwickeln. Zielsetzungen sowie Ernährungsfragen besprechen wir telefonisch oder über das Portal. Im Informationsbereich der Online-Plattform kann ich zudem alles Wissenswerte über Diabetes nachlesen und fühle mich daher inzwischen sicher im Umgang mit der Krankheit.

Bilanz nach 6 Monaten: bessere Gesundheitswerte, mehr Lebenskraft

Durch gezielte Ernährungsumstellung, langsame Gewichtsreduzierung und mehr Bewegung im Alltag habe ich innerhalb von sechs Monaten viel erreicht: Mein Langzeit-Blutzuckerwert ist um 0,2 Prozent gesunken und hat sich auf 6,3 Prozent reduziert. Ich brauche keine Medikamente gegen Diabetes zu nehmen. Meine Blutwerte insgesamt und auch mein Blutdruck haben sich positiv entwickelt. Ich fühle mich viel wohler, besitze wieder mehr Lebenskraft. Ich bin kreativer, habe sogar ein Buch mit dem Titel “Ruf der Steinzeit” geschrieben und veröffentlicht.

Das Gesundheitsprogramm hat mir sehr geholfen. Die Begleitung durch den Coach empfinde ich als notwendig und gut. Man gibt dem inneren Schweinehund schließlich doch gern nach. Für meine Zukunft wünsche ich mir, dass ich die positiven Veränderungen auch nach dem Programm beibehalten werde.


von Wolfgang von Dziegielewski

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (10) Seite 42-43

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Prader-Willi-Syndrom und Typ-1-Diabetes: So meistert Annas und Ellas Familie den Alltag
Anna und Ella sind eineiige Zwillinge und leben mit zwei chronischen Erkrankungen, die bereits jede für sich den Alltag stark beeinflussen: dem Prader-Willi-Syndrom (PWS) und Typ-1-Diabetes. Dass beide Diagnosen gleichzeitig auftreten, ist sehr selten und verlangt der gesamten Familie täglich viel ab.
Prader-Willi-Syndrom und Typ-1-Diabetes: So meistert Annas und Ellas Familie den Alltag | Foto: privat

3 Minuten

Kolumne „Fernweh“: Reisen auf Knopfdruck
Früher war Reisen anders. Analoger. Weniger planbar. Abenteuerlicher. Aber auch besser? Wie so oft im Leben lautet die Antwort: Jein. Heutzutage läuft alles digitaler und per Knopfdruck ab, was gerade das Reisen mit Diabetes einfacher machen kann, wie Susanne in der Kolumne „Fernweh“ berichtet.
Kolumne „Fernweh“: Reisen auf Knopfdruck | Foto: DesignSells – stock.adobe.com

2 Minuten

Community-Beitrag
Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • uho1 postete ein Update vor 6 Tagen, 15 Stunden

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • 123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂