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Stresstest: Mit Kind und Diabetes Zug fahren
3 Minuten
Es ist Frühling – die Temperaturen erreichen die 20-Grad-Marke, die Sonne kitzelt meine Nase und die Rapsfelder versprühen ihr leuchtendes Gelb. Der Kirchheim-Verlag hat diese frühlingshafte Stimmung genutzt und seine Redakteure zu einem inspirierenden #BSLounge Content Camp nach Karlsruhe eingeladen.
Wie komme ich von Innsbruck nach Karlsruhe?
Ganz einfach – mit der Eisenbahn! Zusammen mit meiner Tochter, einem großen Koffer und meinem Diabetes im Handgepäck reiste ich letztes Wochenende nach Karlsruhe – ganz traditionell mit der Eisenbahn.
Bezüglich der Gepäckfrage war es eine riesige Herausforderung. Unser großer Koffer wurde unterhalb des Kinderwagens mit Riemen gut befestigt. Der Inhalt wurde auf das Notwendigste beschränkt. Eine große Handtasche für die Bahnfahrt wurde über die Lenkerstange gehängt. Selbstverständlich befanden sich in der Tasche das Reisezubehör für meine kleine Tochter und meinen Diabetes, d.h. Blutzuckermessgerät, ein Pen, ein Ersatzkatheter und mit einem Kühl-Akku zwei gut gekühlte Ampullen Insulin.
Zugfahren mit Kind und Diabetes: So reisen Sie entspannter!
- Entspannt reisen beginnt mit der Planung. Machen Sie sich eine Liste mit allen Dingen, die Sie benötigen.
- Nervenschonend: das Diabeteszubehör, Getränke, Knabbereien, etwas Spielzeug, ev. ein Bilderbuch unbedingt im Handgepäck verstauen.
- Vor Reiseantritt Sitzplätze im Zug reservieren.
- Kann das Baby sitzen, ist ein Buggy leichter und platzsparender als ein Sportwagen.
Wie komme ich am besten zu meinem Sitzplatz?
Unbedingt zu empfehlen ist, dass die Sitzplätze reserviert werden. Man erspart sich dadurch viele Nerven! Die Waggons sind voller Menschen. Meine Tochter schreit und zum Blutzuckertesten komme ich nur mühsam. Und kostet Energie, was ich auch an meinem Blutzuckerwert spürt … In Stuttgart habe ich 66 mg/dl (3,7 mmol/l). Der Zucker sinkt, aber ich muss den Anschlusszug schaffen. Schnell ein Stück Banane von der Reiseverpflegung genascht und schnell weiter! Puh, ich schaffe den Anschlusszug Richtung Karlsruhe. Natürlich muss ich trotzdem immer Kontakt zu meinen netten Mitreisenden herstellen. Denn den Kinderwagen aus dem Zugwaggon zusammen mit meiner Tochter herauszutransportieren, das ist nicht einfach!
Ein Platz zum Katheterwechseln? Fehlanzeige!
Erschöpft sinke ich in meinen gepolsterten Fensterplatz. Die mitreisenden Anzugträger beäugen uns skeptisch über ihre Laptops. Emilia hat Hunger und raunzt. Und ich messe meinen Blutzucker. Doch jetzt haben wir ein dringendes Problem. Der Zucker ist auf über 250 mg/dl (13,9 mmol/l) gestiegen. Ich bemerke, dass beim Zugwechsel mein Katheter unerklärlicherweise aus seiner Verankerung gerissen wurde. Die erste Toilette ist dauerbesetzt. Ich dränge mich mit Emilia bis zum zweiten Waggon durch. Alles Zubehör zum Katheterwechsel ist in der Tasche mit Emilias Windeln und Feuchttüchern. Im engen Toilettenraum wechsele ich meinen Katheter und ganz schnell noch Emilias Windeln. Denn es stinkt …
Ankunft, hurra!!!
Da höre ich endlich die Stimme aus dem Lautsprecher: „Nächster Halt Karlsruhe, wir danken allen Reisenden, die hier aussteigen, dass sie sich für eine Reise mit der Deutschen Bahn entschieden haben.“ Schnell heißt es jetzt: Emilia anziehen, Gepäck und Kinderwagen aufspüren. Einen netten Herrn fragen, ob er freundlicherweise mit mir den Kinderwagen aus der Tür hebt. Die Türen gehen auf. Ich sehe meine Schwester, die auf dem Bahnsteig auf mich wartet und mich abholt. Ich falle ihr in die Arme. „Hattet ihr eine gute Reise?“, fragt sie. „Klar, alles super, total entspannt.“ Mein Blutzucker ist nun bei 140 mg/dl (7,8 mmol/l) – super – #BSLounge Content Camp, wir kommen!
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moira postete ein Update vor 19 Stunden, 29 Minuten
Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
(Wen es interessiert Band 2.3) -
moira postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 4 Wochen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 4 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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