Wie Jugendliche an Konflikten wachsen

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Wie Jugendliche an Konflikten wachsen

Erwachsen zu werden, ist nicht leicht – erst recht, wenn Jugendliche als zusätzliche Grenze ihres Freiheitsdrangs den Diabetes akzeptieren müssen. Eltern können helfen, indem sie die anstrengende Auseinandersetzung nicht scheuen.

In der DEJ-Ausgabe 3/2016: Lisas Geschichte
In der letzten Ausgabe des Diabetes-Eltern-Journals ging es um Lisa: Die Diagnose Diabetes erhält sie mit fünf Jahren, und zunächst kommt sie mit der Erkrankung sehr gut zurecht. In der Pubertät jedoch beginnt sie, den Diabetes zu ignorieren und muss mehrmals stationär behandelt werden. Sie kann nicht akzeptieren, dass die Krankheit eine Grenze ist, mit der sie lernen muss, zu leben.

Wie Eltern ihr Kind hilfreich beim Erwachsenwerden begleiten können, ist das Thema dieser Fortsetzung des Artikels aus Heft 3/2016.

Ein Kind ist ein sehr abhängiger Mensch; es braucht andere, damit es sich entwickelt und wächst in die Lebenswelt seines Elternhauses. Kinder sind neugierig, zumeist lernwillig und begabt. Sie können viel, wenn sie angemessen unterstützt werden und sind oft auch kompetent.

Gerade das erklärt, weshalb sie oft sehr gut mit den technischen Anforderungen zurechtkommen, die der Diabetes mit sich bringt. Dies gelingt besonders dann, wenn die Eltern ihren ersten Schock darüber verarbeitet haben, die Behandlung verstehen, ihr Kind angemessen unterstützen und wenn nötig auch Teile der Behandlung übernehmen sowie ihr Leben entsprechend anpassen.

Bei Jüngeren gelingt das Einbetten des Diabetes ins Sozialleben meist gut

Viele Eltern tun das, sie achten auf Ernährung, allgemeine Regelmäßigkeit im tagtäglichen Leben, informieren das Umfeld und schützen ihr Kind damit. Vielleicht geben manche Eltern auch Vorhaben auf, wie Urlaub in Ländern zu machen, in denen die medizinische Versorgung nicht so unkompliziert ist wie bei uns.

Anders gesprochen geht es in der Familie darum, ein realitätsbezogenes gemeinsames Leben und einen stimmigen Text zu entwickeln, in dem die Erkrankung ihren Platz hat und dazugehört. Das geht oft recht gut, wenn Kinder noch jung sind, da der Sozialraum (Familie, Kindergarten, Schule, Freunde, Sport) überschaubar ist. Wenngleich sicherlich manche der Eltern auch die Erfahrung machen, dass es im praktischen Leben Probleme in Kindergarten und Schule geben kann.

Die Pubertät bringt Veränderung – körperlich und psychologisch

In der Pubertät verändert sich die Situation. Infolge der hormonellen Umstellung finden körperliche Veränderungen statt. Die Jugendlichen müssen mit ihren körperlichen Veränderungen, ihren psychosexuellen Wünschen und den entwicklungsbedingten Anforderungen ein Einvernehmen finden. Sie müssen ihre Geschlechterrolle ausgestalten lernen, sie werden eigenständiger, eigenwilliger, werden zunehmend verantwortlich für ihr Leben und entwerfen auch allmählich einen Lebensplan.

Dazu gehört auch, dass Jugendliche in Auseinandersetzung mit den Eltern geraten. Oft scheinen sie unbeständig, unvorhersehbar und paradox zu handeln, oder sie sind unsicher und wollen Anerkennung. Manchmal haben sie auch enge moralische und idealistische Vorstellungen, sind überkritisch sowie zwiespältig in der Einstellung zu den Eltern. Gefühlsschwankungen, auch mit Feindseligkeit und Aggressionen gegenüber den Eltern, und zwischendurch kleinkindhaft anmutendes Verhalten sind nicht ungewöhnlich.

Keine Angst vor (respektvollem) Streiten

Die Aufgabe der Eltern besteht besonders in diesem Lebensabschnitt darin, nicht nur die Unabhängigkeitsbestrebungen des Jugendlichen zu unterstützen und auftauchende Zweifel abzufangen, sondern auch klare Grenzen zu setzen, mit Standards zu konfrontieren und Konflikte auszuhalten. Was nicht immer leicht fällt. Die Aufgabe besteht dann darin, respektvoll zu streiten – was auch Spaß machen kann, aber durchaus auch anstrengt.

Eltern haben auch die Aufgabe, Konflikte mit ihren pubertierenden Kindern auszuhalten. Auch der Wechse lvom Kinder- zum Erwachsenendiabetologen kann schwierig sein. Viele Infos bietet http://between-kompas.de
.

Wichtig ist, dass diese Streits Ausdruck von Beziehung sind, denn nur, wenn mir jemand wichtig ist, streite ich mich mit ihm. Natürlich gibt es auf Seiten der Eltern Ängste, die auch aus der Sorge resultieren können, dass mein Kind mich nicht mehr mag, wenn ich mich mit ihm streite oder Grenzen setze, die es absolut ablehnt. Ich bin aber überzeugt davon, dass gerade das angemessene Grenzenziehen erforderlich ist, da ich meinem Kind beibringen muss, dass im Leben nicht alles nach dem spontanen Wunsch und der eigenen Nase läuft, sondern es immer auch Grenzen und Widersprüche gibt, die auszuhalten sind, mit denen man leben kann oder leben lernen muss.

Und dies zeige ich, indem ich zeige, dass ich damit leben kann, wenn mein Kind sich über mich ärgert oder mich vielleicht sogar hasst. Und wir wissen alle, dass es einfach zum Leben dazugehört, Unangenehmes und Widersprüchliches auszuhalten und dennoch weiter aktiv zu handeln.

Sportlich bleiben

Das ist eine eigentlich ganz pragmatisch-realistische Haltung, die auch Sportlichkeit verlangt. Aber mit dieser Haltung lassen sich unangenehme Situationen meistern und, so die These, auch mit einer Erkrankung leben.

Das Ziel: erwachsen werden

Natürlich bedeutet das nicht, dass das nur leicht ist oder alles glatt geht und beim Diabetes die Werte wie von Zauberhand wieder im Normbereich sind – besonders, wenn ich auch sehr angestrengt streite. Aber vielleicht ist es möglich, ein gewisses Maß an Abweichung zu akzeptieren, darum zu verhandeln und klare Konsequenzen aufzuzeigen, nämlich was passiert, wenn die Vereinbarungen nicht eingehalten werden. Es geht ja darum, erwachsen zu werden, d. h. zu lernen, für das, was man tut oder sagt, Verantwortung zu übernehmen und dafür geradezustehen. Und gerade das kann auch dabei gelernt werden.


von Dr. med. Eva-Marie Franck
Oberärztin Kinder- und Jugendpsychiatrie, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin “Auf der Bult”,
Janusz-Korczak-Allee 12, 30173 Hannover30173 Hannover
Telefon: 0511 / 8115 – 0 (Zentrale), Telefax: 0511 / 8115 – 1060
E-Mail: franck@hka.de

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2016; 9 (4) Seite 12-13

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  • Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!

    Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.

    Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.

    LG Wolfgang

  • Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!

    • Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
      Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
      Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
      Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
      Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!

    • @suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊

    • Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
      Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
      Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
      auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.

      Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.

      Gruss Wolfgang

    • Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.

  • vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 8 Stunden

    Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀

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