- Soziales und Recht
70 Jahre DDB – viele gratulieren zum Jubiläum
4 Minuten
Die Arbeit von Selbsthilfe-Organisationen stellt für chronisch kranke Menschen eine wichtige Säule in der Versorgung dar, die auch von politisch Verantwortlichen geschätzt wird. Dies zeigte sich auch bei der Feier zum 70. Jubiläum des Deutschen Diabetiker Bundes Anfang August in Berlin. Bei einer Bootsfahrt auf den Gewässern in und um Berlin trafen sich auf Einladung des DDB viele Aktive in der Selbsthilfe und genossen das persönliche Treffen, das trotz der Corona-Pandemie wieder möglich war.
Das Diabetes-Journal bekommen Sie im Kirchheim-Shop, als ePaper sowie an Kiosken auf Flughäfen und Bahnhöfen.
Einen 70. Geburtstag feiert man, oder? Und so feierte ihn auch der Deutsche Diabetiker Bund (DDB). Viele in der Selbsthilfe Aktive hatte der DDB eingeladen, um das Jubiläum mit einer Fahrt vom Hafen Treptow die Spree entlang bis zum Müggelsee in Berlin zu zelebrieren. Das Schiff MS Alexander von Humboldt bot dafür den passenden Rahmen. Das Wetter war weitgehend sonnig und trocken, sodass auf und unter Deck ein abwechslungsreiches Programm stattfinden konnte.
Auch Dr. Katrin Kraatz (rechts) war an Bord – und konnte mit Moderatorin Anne Seubert und allen anderen das Jubiläum feiern.
90 Jahre? 70 Jahre?
Moderatorin Anne Seubert aus Berlin blickte gleich bei der Begrüßung positiv in die Zukunft: „70 Jahre sind ganz nett – aber da sollen ja noch ein paar dazukommen.“ Theoretisch gibt es den DDB schon 90 Jahre, allerdings konnte er in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs nicht in seiner Gründungsform weiterbestehen und außerdem seine Aufgaben nicht so wahrnehmen, wie er es wollte.
Corona-bedingt war es nicht voll besetzt, aber es waren doch viele Selbsthilfe-Aktive gekommen.
Und so wurde der Verein im Januar 1951 neu gegründet, vom Journalisten Robert Beining. Gleichzeitig erblickte die Zeitschrift „Der Diabetiker“ das Licht der Welt, die Sie heute unter dem Namen „Diabetes-Journal“ in den Händen halten – auch dieses gibt es also bereits seit 70 Jahren.
Neue Ideen umgesetzt
Viel hat sich in diesen Jahrzehnten getan. 14 Vorsitzende bestimmten die Geschicke des Vereins und damit auch der Menschen mit Diabetes in Deutschland. Heute, als 15. Vorsitzende, hält Sandra Schneller die Fäden in der Hand. In den letzten vier Jahren hat sie den DDB in moderne Strukturen geführt, hat neue Ideen umgesetzt und war auf der politischen Bühne aktiv. Auch digital ist einiges passiert – „das ist auch lernbar – in jedem Alter“, meinte sie schmunzelnd.
Gut gelaunt rückte Sandra Schneller der Geburtstagstorte zu Leibe – wer wollte, bekam ein Stück.
Ein Beispiel für ein digitales Format präsentierte sie während der Feier: „typisch Diabetes!“ Die YouTube-Videos zeigen auf witzige Art, was einem so alles mit Diabetes passieren kann – und geben so manchen Tipp zum Umgang mit solchen Situationen.
Einige Gratulanten vor Ort und per Video
Grußworte und Gratulationen anderer dürfen bei einem solchen Jubiläum nicht fehlen. Der Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Werner Hesse, gratulierte zur Entscheidung, zu dieser Feier gemeinsam auf ein Boot zu gehen – denn sein Gefühl in der zergliederten Diabetes-Selbsthilfe ist: „Sie sind nicht wirklich auseinander – Sie sind sehr nah beieinander. (…) Ich habe den guten Eindruck, dass Sie auf einem guten Weg sind.“
Grußworte zum Jubiläum gab es persönlich und per Video, hier von Dr. Martin Danner.
Aus Sicht von Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG Selbsthilfe, war der DDB Vorreiter: „Der Deutsche Diabetiker Bund gehört zu den ältesten Selbsthilfe-Organisationen chronisch Kranker in Deutschland und hat daher auch für die Entwicklung der Selbsthilfe-Bewegung insgesamt eine ganz wichtige Rolle gespielt.“ „Man kann die Selbsthilfe nicht genügend schätzen“, war sich auch Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, sicher.
Wichtiger Partner im Gesundheitssystem
Auch Politiker hatten, weil sie nicht persönlich kommen konnten, Grußbotschaften geschickt, in denen sie die Arbeit der Diabetes-Selbsthilfe würdigten. Das Verlesen der Botschaften übernahmen Mitglieder des DDB. Dietrich Monstadt von der CDU (alias Benjamin Böhm) betonte: „Die Diabetes-Selbsthilfe ist natürlich ein wichtiger Partner in unserem Gesundheitssystem.“ Sabine Dittmar von der SPD (alias Angela Monecke) schätzt die regionale Bedeutung: „Es gibt sehr viele gute, innovative Initiativen (…). Da sie meist regional oder lokal bei den Menschen ansetzen und agieren, erreichen sie diese meist besser als nationale Kampagnen.“
Moderatorin Anne Seubert (links) führte durch das Programm – und hatte ihren Spaß mit den Gästen, z. B. Stephan Maasen, dem Geschäftsführer des Kirchheim-Verlags.
Auch Kordula Schulz-Asche von Bündnis 90/Die Grünen (alias Sandra Schneller) hob den Wert der Unterstützung hervor: „Die Diabetes-Selbsthilfe stellt (…) eine wichtige Plattform für Betroffene mit Diabetes dar und hilft Betroffenen, sich selbstbewusst in der Gesundheitsversorgung zu bewegen.“ Alle drei wünschten dem DDB eine erfolgreiche weitere Arbeit in den kommenden Jahren.
Den 100. Geburtstag nicht mehr feiern!
Auch wenn viele der Eingeladenen dem DDB viele weitere Jahre wünschen, gab Vorsitzende Sandra Schneller ihrer Hoffnung Ausdruck: „Ich hoffe, dass wir den 100. Geburtstag NICHT feiern, denn ich hoffe, dass bis dahin der Diabetes geheilt ist und wir einen solchen Verband dann nicht mehr benötigen.“
Autorin:
|
|
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (10) Seite 14-16
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aktuelles
13 Minuten
- Aktuelles
4 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
anseaticids postete ein Update vor 1 Tag, 16 Stunden
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
✔ Familien den Alltag erleichtern
✔ Kita- und Schulteams entlasten
✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747 -
stephanie-bagehorn postete ein Update vor 4 Tagen, 14 Stunden
Passend zu den kommenden Osterferien: Ein Backtipp für die ganze Familie: https://diabetes-anker.de/eltern-und-kind/wenn-diabetes-mit-im-osternest-liegt-gemeinsames-backen-mit-den-kindern/
Wenn Diabetes mit im Osternest liegt: gemeinsames Backen mit den Kindern – Diabetes-Anker
Ostern steht vor der Tür und im Gepäck sind viele süße Versuchungen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie zu starke Blutzucker-Anstiege bei Diabetes durch süßes Gebäck vermieden werden können. Selbst zu backen – erst recht gemeinsam mit den … Read more
-
othenbuehler postete ein Update vor 5 Tagen, 6 Stunden
Viele Menschen mit Typ-1-Diabetes berichten, dass sich ihr Insulinbedarf im Verlauf des Menstruationszyklus verändert – oft deutlich spürbar, aber bisher kaum systematisch erfasst.
Genau hier setzt die TIMES-Studie an. Wir möchten besser verstehen, wie sich der Zyklus auf Glukosewerte und Insulinbedarf auswirkt – und wie Betroffene damit im Alltag umgehen.
👉 Wen suchen wir?
Personen mit Typ-1-Diabetes (18–40 Jahre), wohnhaft in Deutschland, mit regelmässigem Menstruationszyklus und Nutzung eines automatisierten Insulinabgabesystems.👉 Was bedeutet die Teilnahme?
Dauer: 6 Monate, bequem alles von zu Hause aus
Erfassung von Insulin-, Zyklus- und Aktivitätsdaten
Als Dankeschön: Clue-Abo (1 Jahr), Garmin-Uhr (zum Behalten) + Aufwandsentschädigung (siehe Flyer)Mit eurer Teilnahme helft ihr, Diabetes-Technologien zukünftig besser an zyklusbedingte Veränderungen anzupassen 💙
Mehr Infos im Flyer 👇





