Apotheke vor Ort: bald Preise wie online

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Apotheke vor Ort: bald Preise wie online

Sie kennen das ja: Als Diabetiker müssen Sie regelmäßig in die Apotheke gehen, um ihre Rezepte für Diabetesmedikamente, Insulin oder Blutzuckerteststreifen einzulösen. Viele Patienten bestellen ihre Arznei- und Hilfsmittel aber auch bei Online-Apotheken, um von deren Rabatten zu profitieren.

Dieser Preisvorteil wird wohl bald der Vergangenheit angehören. Für gesetzlich Krankenversicherte soll bei verschreibungspflichtigen Medikamenten ab kommendem Jahr überall der gleiche Preis gelten – egal ob bei einer Versandapotheke oder bei der ortsnahen Apotheke.

Das sieht der neue Gesetzentwurf zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken vor, den das Kabinett im Juli beschlossen hat. „Die Apotheke vor Ort ist für die meisten Menschen ein Stück Heimat – und eine wichtige Anlaufstelle für Patienten“, erklärte dazu Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Gesetz soll Preisdilemma deutscher Apotheken beenden

Seit 2016 dürfen ausländische Versandapotheken Rabatte für rezeptpflichtige Medikamente geben und diese zu Patienten nach Deutschland schicken (Urteil des Europäischen Gerichtshofs). Für deutsche Vor-Ort-Apotheken ist eine solch günstige Medikamentenabgabe finanziell nicht machbar.

Dieses Preisdilemma soll das neue Gesetz jetzt beenden. Es sei uneingeschränkt zu begrüßen, dass das Bundesgesundheitsministerium den Gesetzentwurf eingebracht habe, erklärt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Den Gesetzgebungsprozess werde die ABDA in den kommenden Monaten inhaltlich begleiten und weitere Verbesserungsvorschläge einbringen, wie ein effektive­res Durchsetzen von Sanktionen, wenn sich Online-Anbieter nicht an den geplanten einheitlichen Apothekenabgabepreis halten. Bislang war dies noch nie gelungen. Hier drohen Geldstrafen von bis zu 50 000 Euro pro Verstoß.

Intensive Patientenbetreuung durch Apotheken

Neben dem Gesetzentwurf gibt es eine weitere Neuregelung. Sie heißt „Verordnung zur Änderung der Apothekenbetriebsordnung und der Arzneimittelpreisverordnung“ und soll dafür sorgen, dass Apotheker künftig mehr Geld für Notdienste und neue Dienstleistungen erhalten: 150 Mio. Euro stehen dafür bereit. So können Vor-Ort-Apotheken künftig auch Krebspatienten und pflegebedürftige Menschen intensiv betreuen.

„Jahrzehntelang haben wir Apotheker dafür gekämpft, neben der packungsbezogenen Beratung neue, hochwertige und patientenzentrierte Dienstleistungen erbringen zu können“, heißt es in einem aktuellen Brief von Friedemann Schmidt an seine Kollegen. „Dafür wird es nun erstmalig die Gelegenheit geben.“

Mit den angedachten Neuerungen erhielten gesetzlich Versicherte einen Rechtsanspruch auf bezahlte pharmazeutische Dienstleistungen, so Schmidt: „Von der Medikationsanalyse für multimorbide Senioren bis zum Screening für die Früherkennung von Volkskrankheiten ist vieles denkbar, was die Versorgung verbessert.“

Auch Entlastung für chronisch kranke Patienten geplant

In der neuen Verordnung vorgesehen ist auch eine Entlastung für chronisch kranke Patienten. So soll es für Ärzte künftig möglich sein, Patienten, die immer die gleiche Medikation benötigen, wie etwa Metformin oder Insulin bei Diabetes, ein speziell gekennzeichnetes Rezept auszustellen. Apotheker können damit nicht nur einmal, sondern bis zu 3 weitere Male das entsprechende Arzneimittel abgeben.

Das Gesetz und die Verordnung sollen Anfang 2020 in Kraft treten.


von Angela Monecke
Redaktionsbüro Angela Monecke,
Kopenhagener Str. 74, 10437 Berlin,
E-Mail: angelamonecke@aol.com

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (9) Seite 56-57

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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