Apotheken intensivieren Kampf gegen Arzneimittelfälschungen

2 Minuten

Apotheken intensivieren Kampf gegen Arzneimittelfälschungen

Am 9. Februar ist die EU-Fälschungsschutzrichtlinie in Kraft getreten. Das neue Sicherheitssystem securPharm soll nun noch mehr Schutz der Vebraucher gegen Arzneimittelfälschungen bieten; u.a. müssen Arzneimittelpackungen nun versiegelt sein und mit einem individuellen Code versehen werden.

Die knapp 19.500 Apotheken in Deutschland unterstützen das neue europäische Sicherheitssystem im Kampf gegen Arzneimittelfälschungen. Mit ihrer frühzeitigen Anbindung an den securPharm-Server setzen die Apotheken die am 9. Februar in Kraft getretene EU-Fälschungsschutzrichtlinie gesetzeskonform um. Neben notwendigen Anpassungen bei Hard- und Software (z.B. Scanner) war für jede einzelne Apotheke eine aufwendige Authentifizierung zur Feststellung der Identität erforderlich.

Das von der Netzgesellschaft Deutscher Apotheker (NGDA) vergebene N-ID-Zertifikat haben nunmehr 100 Prozent aller Apotheken erhalten. Neben den Apotheken gehören zu den 22.000 Systemnutzern von securPharm auch 400 Krankenhausapotheken, 350 pharmazeutische Unternehmen, 1.000 Großhandlungen sowie 100 sonstige Betriebe. Pro Jahr werden nun in Deutschland rund 750 Millionen rezeptpflichtige Arzneimittel mit securPharm auf ihre Echtheit geprüft.

securPharm: „Weiterer Schutzzaun gegen Arzneimittelfälschungen“

„Die Arzneimittelversorgung aus Deutschlands Apotheken war bisher schon sehr sicher“, sagt Dr. Hans-Peter Hubmann, securPharm-Verantwortlicher bei der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: „Nun wird ein weiterer Schutzzaun gegen Arzneimittelfälschungen aufgestellt, um auch in Zukunft gegen Kriminelle gewappnet zu sein – und zwar europaweit. Die Apotheken sind dabei das entscheidende ‚Quality Gate‘, weil sie die Arzneimittel direkt vor der Abgabe an den Patienten noch einmal auf Echtheit überprüfen. Und das ohne Wartezeit – der securPharm-Server reagiert nach weniger als 300 Millisekunden.“

Da Millionen Arzneimittel, die vor dem 9. Februar produziert wurden, als Bestandsware bis zum Verfalldatum abgegeben werden dürfen, nimmt das System schrittweise an Fahrt auf: „Niemand muss sich Sorgen machen, wenn er eine neue Packung mit Siegel und Code erst in ein paar Wochen in den Händen hält. Jeder Patient kann sich auf seine Apotheke verlassen“, so Hubmann.

Neue Vorgaben: Erstöffnungsschutz und individuelle Packungsnummer

Ab dem 9. Februar dürfen Arzneimittelhersteller ihre rezeptpflichtigen Arzneimittel nur noch mit zwei neuen Merkmalen produzieren: Ein Erstöffnungsschutz (z.B. Siegel oder Perforation) macht die Unversehrtheit einer Packung erkennbar. Eine individuelle Packungsnummer macht jedes Medikament zum Unikat. Sie ist auch in einem zweidimensionalen Data Matrix Code (DMC) enthalten – neben Produktcode, Chargennummer und Verfalldatum.

In der Apotheke wird der DMC direkt vor der Abgabe des Medikaments gescannt und aus der securPharm-Datenbank ausgebucht. Ergeben sich Zweifel an der Echtheit, weil z.B. die Packungsnummer schon anderweitig ausgebucht wurde, liegt ein Fälschungsverdachtsfall vor. Der Patient erhält dann eine andere, sichere Packung. Der Apotheker meldet den Fall an die Behörden, wenn er sich nach weiterer Prüfung erhärtet.


Quelle: Pressemitteilung der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Kolumne „Fernweh“: Kulinarische Weltreise
Susanne nimmt uns in ihrer Kolumne „Fernweh“ mit auf eine Kulinarische Weltreise und zeigt, wie das Nachkochen internationaler Gerichte Fernweh lindert und Reiseerinnerungen weckt. Ein Blick darauf, wie das Ausprobieren neuer Rezepte zur Entdeckung wird und welche Parallelen es zwischen Kochen und Reisen gibt.
Kolumne „Fernweh“: Kulinarische Weltreise | Foto: My_Vector / Faisal – stock.adobe.com

2 Minuten

Schwieriger Start mit Diabetes: Tiefs und Hochs im Wechsel
Janina Klinger ist ein Multitalent. Obwohl ihr Start in ihr Leben mit Typ-1-Diabetes ein schwieriger war, hat sie ihren Weg gemacht und dabei alle Tiefs und Hochs gemeistert. Sie hat eine Tochter und arbeitet heute als Erzieherin – mit ein Anstoß für ihr neues Buch.
Schwieriger Start mit Diabetes: Tiefs und Hochs im Wechsel | Foto: privat

8 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • uho1 postete ein Update vor 4 Tagen, 2 Stunden

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • diahexe antwortete vor 1 Woche

      @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

  • ckmmueller postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos

    • Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.

Verbände