Berlin klärt über Diabetes auf!

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Berlin klärt über Diabetes auf!

Diabetestag im Bundespresseamt in Berlin: Das gab es zum ersten Mal und zeigt erneut, dass der Diabetes in der Politik angekommen ist. Eine Typ-1-Diabetikerin, die in der Bundesbehörde arbeitet, hat die Aktion ini­tiiert – ausgerichtet wurde sie von diabetesDE im Umfeld des Weltdiabetestags 2018 (mehr dazu in Ausgabe 1/2019).

»Meine Kollegen achten sehr auf mich!«
Ellen Schmoll, Mitglied im Gesamtpersonalrat des Bundespresseamts und Typ-1-Diabetikerin

DJ: Sie haben den Aktionstag ins Leben gerufen. Worum geht es Ihnen?
Ellen Schmoll: Für mich als Typ-1erin ist es wichtig, immer auf dem neuesten Stand zu sein. Deshalb bin ich im Netz auch in allen möglichen Foren aktiv (Mitbegründerin von „Omnipoddies and Friends“). Hier und heute im Bundespresseamt ging es im Schwerpunkt um Typ 2 und darum, dass meine Kollegen über Diabetes aufgeklärt werden.

DJ: Und wie gehen sie mit Ihrem Diabetes um?
Schmoll: Mein Referat hat sich wunderbar auf meinen Diabetes eingestellt. Ich bin seit 6 Jahren im Bundespresseamt und genieße viele Vorteile, auch als Schwerbehinderte. Es ist uns zudem möglich, mobil zu arbeiten. Das bringt mir viel, wenn ich z. B. eine Hypo-Nacht hatte und nicht zur Arbeit kommen kann oder mein Pumpenkatheter mal abreißt bzw. mein FGM-Sensor nicht richtig sitzt. Meine Kollegen achten auch sehr auf mich. Das ist großartig. Sie haben keine Vorurteile.

»Aktionstage auch in Ministerien und Betrieben!«
Bastian Hauck, Vorstand diabetesDE, Typ-1-Diabetiker

DJ: Welches Signal geht von diesem Tag für Sie aus?
Bastian Hauck: Es war uns wichtig, diesen Aktionstag mit dem Bundespresseamt gemeinsam zu gestalten – als eine Art Vorreiter, wie betriebliche Gesundheitsvorsorge aussehen sollte. Wir hoffen, dass auch Deutschlands Ministerien und weitere Behörden und Betriebe einen solchen Aufklärungstag mit Diabetes-Früherkennungstests (www.unerkannt-unterwegs.de)< und Mitmach-Aktionen durchführen.

DJ: Das Motto des Weltdiabetestags 2018/2019 lautet „Familie und Diabetes“. Stichwort: Typ-F-Diabetes (das „F“ steht für Familie, Freunde): Wie ist das bei Ihnen?
Hauck: Meine wichtigste „Typ-F-lerin“ ist meine Freundin. Seit 8 Jahren begleitet sie mich durch die Höhen und die Tiefen des Diabetes. Ich sage immer: Mona ist mein bestes CGM! Sie spürt sofort, wenn ich unterzuckere – teils bevor ich es selbst merke, z. B. nachts. Dann holt sie mir etwas aus dem Kühlschrank. Das sind die kleinen Liebesbeweise im Typ-1- und Typ-F-Leben (lacht!) …

»Wichtiges Signal an die Bundesregierung, endlich etwas gegen die Diabetes-Epidemie zu tun!«
Tetje Mierendorf, Schauspieler und Autor („Halbfettzeit“), Typ-2-Diabetiker

DJ: Weltdiabetestag, Diabetestag im Bundespresseamt: Was versprechen Sie sich für die Diabetesaufklärung?
Tetje Mierendorf: Ich hoffe, dass in der Bevölkerung eine breite öffentliche Wahrnehmung des Diabetes stattfindet. Mit dem Aktionstag im Bundespresseamt geht ein ganz wichtiges Signal an die Bundesregierung, endlich etwas gegen die Diabetes-Epidemie zu tun: Sie ist die größte gesundheitliche Bedrohung, die auf uns zurollt.

DJ: Sie haben fast 70 Kilo abgenommen und Ihren Typ 2 heute im Griff – ohne Diabetesmedikamente. Sie sagen: Den Hebel im Kopf muss jeder selbst umlegen. Nur wie?
Mierendorf: Abnehmen ist Arbeit. Da darf man sich nichts vormachen. Aber man kann sein Leben damit komplett verändern. Die starke Veränderung, die ich selbst durchgemacht habe, ist aber trotzdem keine Bonuskarte, mit der ich einfach zum lieben Gott gehen kann und nochmal 8 Jahre gutgeschrieben bekomme. Aber ich fühle mich so, wie ich heute bin, sehr viel besser und gesünder. Menschen mit Diabetes sollten mit ihrer Erkrankung offensiv umgehen, damit die Stigmatisierung aufhört, wie die Behauptung, man sei an seinem Typ-2-Diabetes selbst schuld. Wir sind nicht in der Minderheit, sondern in der Mehrheit! Wir sollten mit einer gemeinsamen Stimme sprechen: für die Aufklärung, für die Gesundheit, für ein langes Leben. Wir sind es wert!


Interviews: Angela Monecke
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (12) Seite 46-47

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  • florahdo postete ein Update vor 5 Tagen, 2 Stunden

    Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

  • mr postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?

  • moira postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo!
    Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
    Ich wüsste gerne wie gut das klappt.