Bundesernährungsminister Schmidt gegen Zuckersteuer

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Bundesernährungsminister Schmidt gegen Zuckersteuer

Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt (CSU) lehnt die Einführung einer Sonderabgabe für zuckerhaltige Getränke in Deutschland ab, da diese “nicht zielführend” sein.

Vor kurzem kündigte die britische Regierung an, dass in Großbritannien eine Sonderabgabe auf Getränke mit hohem Zuckergehalt eingeführt wird, um den Konsum der als ungesund eingestuften Produkte weniger attraktiv zu machen und um die Hersteller dazu zu bewegen, die Menge an Zucker in Softdrinks zu reduzieren. Daraufhin haben sich viele deutsche Ernährungs-Experten, Mediziner und Politiker dafür ausgesprochen, eine solche Steuer auch hierzulande einzuführen.

Schmdit: “Nicht zielführend”, Industrie spricht von Symbolpolitik

Dem erteilte der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt nun eine Absage. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte ein Sprecher des Ministeriums, dass ein solches Vorhaben nicht zielführend sei und in aller Regel nicht die gewünschte Lenkungswirkung habe wie Erfahrungen in anderen EU-Ländern gezeigt hätten. Darüber hinaus sei damit auch ein hoher Verwaltungs- und Kontrollaufwand verbunden.

Ablehnend äußerte sich auch ein Sprecher der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke, der eine Zuckersteuer als “Symbolpolitik” bezeichnete, die weder schlank noch gesund mache.

Ministerium setzt weiter auf Aufklärung und Informationen

Das Ernährungsministerium setze weiterhin auf Aufklärung und Informationen, um die Menschen von einem gesunden Lebensstil zu überzeugen, anstelle sie durch “Strafabgaben oder gesetzliche Verbote zu einem anderen Verhalten zu zwingen”. Ein Element davon könnte beispielsweise ein eigenes Schulfach zum Thema Ernährung sein, für das Schmidt bei den zuständigen Bundesländern wirbt.

Zudem will die Bundesregierung in diesem Jahr auch ein Konzept entwickeln, wie Zucker, Salz und Fette in Fertigprodukten reduziert werden können und stellt dazu zwei Millionen Euro Forschungsförderung bereit. So soll etwa der Zuckeranteil der Produkte in den nächsten von fünf Jahren um mindestens zehn Prozent reduziert werden.

Unionskollege und Diabetes-Experten für eine Zuckersteuer

Dietrich Monstadt von der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte sich hingegen zuvor deutlich für eine Steuer auf Softdrinks mit sehr hohem Zuckeranteil ausgesprochen. “Zucker ist die Volksdroge unserer Zeit geworden. Anders als Tabak- oder Alkohol- ist der Zuckerkonsum sowohl biologisch notwendig als auch sozial anerkannt. Doch er muss in Maßen erfolgen – gerade bei Kindern”, mahnte der Politiker, der selbst einen Typ-2-Diabetes hat.

Aufgrund der rapiden Zunahme von Adipositas- und Diabeteserkrankungen, die schwere gesundheitliche Folgen haben und gesamtgesellschaftlich enorme Kosten verursachen können, begrüßt Monstadt ausdrücklich eine ‘Strafsteuer’ zulasten von Produzenten besonders zuckerhaltiger Säfte und Limonaden. Auch Krankenkassenvertreter, Medizin- und Ernährungsexperten unterschiedlicher Fachverbände sowie Vertreter anderer Parteien im Bundestag treten für eine solche Maßnahme ein.


von Gregor Hess
Redaktion Diabets-Journal
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
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  • stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 1 Woche

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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