- Soziales und Recht
Diabetes hat starke Lobby im Parlament
2 Minuten

Die gesundheitspolitische Veranstaltungsreihe „Diabetes 2030“ von Novo Nordisk hat im Januar wieder den offenen Dialog gesucht – u. a. zwischen Diabetesexperten, Diabetes-Selbsthilfe und Gesundheitspolitik. In der Dänischen Botschaft in Berlin wurde über aktuelle Themen heiß diskutiert, wie über die Nationale Diabetes-Strategie oder das Nationale Diabetes-Register.
In einem Punkt sind sich alle einig: „Wir brauchen nicht nur mehr, sondern bessere, differenziertere Daten, die den Patienten in den Mittelpunkt stellen: sogenannte patientenrelevante Endpunkte“, sagte Tagungspräsident Prof. Dr. Dr. Diethelm Tschöpe aus Bad Oeynhausen. Den Nutzen einer Therapie auch unter dem Aspekt zu betrachten, wie sie u. a. zur Lebensqualität des Patienten passt, halte er für „vielversprechend“ – auch mit Blick auf die künftige Kostenerstattung, etwa für Medikamente.
Ein Jahr Koalitionsvertrag – wann kommt die Nationale Diabetes-Strategie? Diese Frage stand nicht nur bei der Podiumsdiskussion im Raum, sondern auch beim Vortrag von Lutz Stroppe, Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). Wohlwissend, dass sein Auditorium auf eine Antwort von ihm nur so brannte, sagte er: „Wir versuchen im Ministerium schon seit 2016, in Vorleistung für diese Strategie zu treten.“
Keine Daten, keine Diabetes-Strategie!
Vernünftige Daten seien hier entscheidend. Das BMG habe deshalb das Robert Koch-Institut für eine Nationale Diabetes-Surveillance beauftragt, um alle in Deutschland vorliegenden Präventions- und versorgungsrelevanten Daten zusammenzuführen. „Dieses Monitoring-System ist aus gesundheitspolitischer Sicht wichtig, um eine verlässliche empirische Datengrundlage über den Diabetes zu erhalten“, erklärte Stroppe.
Dabei handele es sich um eine notwendige fachliche und politische Entscheidungsgrundlage – auch im Hinblick auf ein Nationales Diabetes-Register. „Es hat keinen Sinn, eine Strategie zu diskutieren, wenn man keine Daten hat.“ Nach Angaben des Staatssekretärs soll die Diabetes-Strategie später auf Bundesebene angesiedelt sein. Gut findet er, dass es im Parlament für das Thema Diabetes heute eine so „starke, parteiübergreifende Lobbygruppe“ gebe.
Namentlich nannte er hier den CDU-Gesundheitspolitiker und insulinpflichtigen Typ-2-Diabetiker Dietrich Monstadt. Mit großer Offenheit bekannte sich die Grünen-Politikerin Kordula Schulz-Asche bei der gesundheitspolitischen Diskussion zu ihrem Typ-2-Diabetes. „Ich bin gut eingestellt. Vor allem, weil ich in der Lage bin, mich in diesem System zurechtzufinden, und mir hole, was ich brauche, wenn ich es nicht automatisch angeboten kriege“, sagte sie. Dies sollte allen Patienten möglich sein.
von Angela Monecke
Redaktionsbüro Angela Monecke
Kopenhagener Str. 74, 10437 Berlin
E-Mail: angelamonecke@aol.com
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (4) Seite 54-55
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aus der Community

3 Minuten
- Begleit-Erkrankungen
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
thomas55 postete ein Update vor 3 Tagen, 20 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Tagen, 14 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 5 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße