Diabetes-Kompetenz in Kliniken: Ringen um das Transparenzgesetz

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Diabetes-Kompetenz in Kliniken: Ringen um das Transparenzgesetz

Der Showdown bei der geplanten Krankenhausreform rückt näher. Die Erwartungen sind hoch. Auch die Diabetologie hat unlängst wieder drei Punkte hervorgehoben, die für eine bessere Versorgung von Menschen mit Diabetes in Kliniken wichtig wären. Doch das Ringen um die Inhalte der Reform, etwa im Transparenzgesetz, ist hart.

Seit Monaten klingen die Nachrichten aus der deutschen Klinik-Landschaft dramatisch. „Wir können auf diese Reform nicht mehr warten“, betonte auch Prof. Dr. Baptist Gallwitz auf der Jahres-Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) die Dringlichkeit.

„Diese Reform“ besteht mittlerweile aus zwei Gesetzesvorhaben, welche die Krankenhäuser hierzulande ökonomisch nachhaltiger und medizinisch vorteilhafter organisieren und finanzieren sollen: das Krankenhaus­versorgungs­verbesserungs­gesetz (KHVVG) und das Krankenhaustransparenzgesetz. Im Vordergrund steht dabei eine gewisse Abkehr von Fallkostenpauschalen zur Vergütung der Kliniken. Hinzukommen soll eine Vorhaltefinanzierung, die Krankenhäuser dafür bezahlt, dass sie dann da sind, wenn man sie braucht.

Ringen um das Transparenzgesetz

Zudem will Gesundheitsminister Karl Lauterbach die Spezialisierung der Kliniken fördern. Mit dem Transparenzgesetz soll ein Online-Atlas geschaffen werden. Dieser soll für Patienten besser sichtbar machen, welche Leistungen ein Krankenhaus anbietet und welche Erfahrung das Team hat. Auch Angaben zum ärztlichen und pflegerischen Personalschlüssel sowie zu Komplikationsraten bei bestimmten Eingriffen soll das Register liefern. Und zwar für Kliniken bundesweit. Solche Daten gibt es in den Qualitätsberichten der Krankenhäuser schon, zusammengefasst auf der Internetseite deutsches-krankenhaus-verzeichnis.de.

Die Bundesärztekammer äußerte Sorge vor mehr Bürokratie durch das Transparenzgesetz. Auch die Bundesländer hatten Bedenken, sie monierten Eingriffe in ihre Hoheit bei Krankenhaus-Planungen. Weiter wurde kritisiert, dass das Transparenzgesetz der geplanten Krankenhausreform zuvorkomme – schließlich verhandeln Bund und Länder diesen eigentlichen Kern der Umstrukturierung derzeit noch. Im Bundesrat fiel der Entwurf daher im ersten Anlauf im November durch.

Drei Punkte für sichere Diabetes-Versorgung

Am Vorabend der DDG-Pressekonferenz hat sich der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag dann geeinigt: Mit einem “Transformationsfonds” lockte Lauterbach die Länder an Bord. 50 Milliarden Euro sollen darin ab 2025 für zehn Jahre die große Krankenhausreform umsetzen helfen. Die Summe sollen sich Bund und Länder je zur Hälfte teilen, der Bundesanteil größtenteils aus dem beitragsfinanzierten Gesundheitsfonds stammen. Im Transparenzgesetz vorgesehen sind auch Regelungen zu zusätzlicher Liquidität in Höhe von 6 Milliarden für die Kliniken in diesem Jahr.

Lauterbach will die Pläne für die eigentliche Krankenhausreform Ende April in das Bundeskabinett bringen. Der Start des Transparenz-Portals ist trotz der Verzögerung durch die Extrarunde im Vermittlungsausschuss für den 1. Mai geplant, eine Verabschiedung des Gesetzes im Bundesrat am 22. März vorausgesetzt. Das Fazit des Ministers nach der Verhandlungsrunde Mitte Februar war zumindest positiv: “Es gibt mehr Geld für die Kliniken und eine bessere Übersicht über die Qualität der Häuser.” Damit könne die befürchtete Insolvenzwelle abgewendet werden.

Gallwitz bezeichnete diese Ergebnisse als “klaren Schritt weiter”, gleichwohl blieben Fragezeichen. Er wandte sich dagegen, Geld mit der Gießkanne zu verteilen. Drei Punkte will die DDG bei der Krankenhausreform in die politische Agenda einfließen lassen:

Ziel: Diabetes-Units

Aus Sicht der DDG muss gerade in der Krankenhausreform Diabetes ernst genommen werden, und das nicht nur über auf Herzkatheter und Schlaganfälle spezialisierte Stroke-Units, sondern auch über Diabetes-Units mit spezialisierten Diabetesbehandlungsteams in den Klinken. Die Fachgesellschaft setzt sich laut Gallwitz sehr dafür ein, dass die Diabeteskompetenz als Bestandteilder Beschreibung einer Klinik in das Transparenzregister aufgenommen wird. Sie könne sich allerdings nur indirekt einbringen, da die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hier die Verhandlungen mit dem Ministerium führe.

Die Vizepräsidentin der DDG Prof. Dr. Julia Szendrödi äußerte auf der Pressekonferenz der Fachgesellschaft klar eine grundsätzliche Erwartung an die Krankenhausreform: “Wir müssen schauen, dass die Ökonomie uns nicht vorschreibt, was wir erfüllen, sondern der medizinische Bedarf, und dass wir dann schauen, wie wir das refinanzieren – und nicht umgekehrt.”


von Marcus Sefrin

Marcus Sefrin ist Fachjournalist mit Schwerpunkt Medizin und Diabetes. Er war tätig als Chefredakteur der Fachzeitschrift DiabetesNews, produziert Fachtexte, Kongressberichte, Produktmonografien und begleitet Diabetes-Kongresse national und international.

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2024; 73 (4) Seite 44-45

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
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