Diabetesverbände legen proaktiv Forderungskatalog vor

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Diabetesverbände legen proaktiv Forderungskatalog vor

Im Koalitionsvertrag haben CDU/CSU und SPD eine Nationale Diabetes-Strategie beschlossen. Bis heute sind jedoch sowohl die Inhalte als auch die politische Umsetzung unklar. Bis Jahresende 2019 soll die Strategie laut Bundesgesundheitsministerium stehen. Behandelnde und Patienten haben daher jetzt proaktiv auf ein Positionspapier erstellt, das den Handlungsbedarf detailliert darlegt.

Auf das aktuelle Positionspapier haben sich die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD) geeinigt.

„Unser gemeinsames Positionspapier bietet Politikern auf Bundes- und Landesebene Orientierung bei der Umsetzung der Nationalen Diabetes-Strategie“, erklärt DDG Präsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland. „Denn bei allen regionalen Unterschieden gilt: Versorgung und Monitoring sollen am Ende des Tages einheitlich in ganz Deutschland sein.“

Rahmenplan statt Flickenteppich

„Weder die Inhalte noch die politische Umsetzung oder die Verantwortlichkeiten auf Bundes- und Länderebene sind bislang von der Koalition bekannt gegeben worden. Mit diesem Papier stellen wir sicher, dass politische Entscheider auf allen Ebenen den Bedarf aus Sicht der Diabetesbehandler und -patienten kennen und mithilfe der geplanten Strategie implementieren können“, erläutert Dr. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Nach dem Willen der Diabetesexperten und -patienten bedarf es eines nationalen Rahmenplans, wenn die Umsetzung auf Länderebene erfolgen sollte – nur so könne einem Flickenteppich unterschiedlicher Versorgungsqualitäten vorgebeugt werden. Ein Steuerungsgremium sollte medizinsche Fach- und Patientenkompetenz einbeziehen, die Bund-Länder-Koordinierung sicherstellen, klare Zuständigkeiten benennen und für eine entsprechende Budgetierung sorgen, so das Positionspapier.

Diabetesorganisationen kontaktieren Länderministerien

Regionale Koordinierungsgruppen von Diabetesbehandelnden und -patientenvertretenden aller Selbsthilfeorganisationen (Diabetiker Allianz), haben bereits mit den zuständigen Länderministerien in allen 16 Bundesländern Kontakt aufgenommen und werden in den kommenden Monaten über die Inhalte des Positionspapiers ins Gespräch kommen.

Lehrstühle und Fachabteilungen in Krankenhäusern erhalten und ausbauen

Zu den Maßnahmen, die sowohl die Forschung stärken als auch eine hochwertige Patientenversorgung sichern, gehören unter anderem der Erhalt und Ausbau von diabetologisch-endokrinologischen Lehrstühlen sowie diabetologisch geführten Fachabteilungen in Kliniken. „Für die Umsetzung des Koalitionsvertrages in puncto Neujustierung der Aufgabenverteilung der Gesundheitsfachberufe ist ebenso eine bundesweite Anerkennung der Diabetesberater/innen als Berufsbild von zentraler Bedeutung“, erläutert Dr. rer. medic. Nicola Haller an, Vorsitzende des VDBD.

Auch der flächendeckende Netzausbau und die zügige Umsetzung des E-Health-Gesetzes dienen Forschungsförderung und Versorgung gleichermaßen. „Der Netzausbau wird uns in die Lage versetzen, telemedizinische Diagnostik und Beratung auch in ländlichen Regionen mit geringerer Arztdichte anzubieten und ein für eine verbesserte Therapie notwendiges Diabetes-Register aufzubauen“, so Müller-Wieland. Das stärke die einheitliche, flächendeckende Versorgung auf hohem Niveau. Ein weiterer Punkt: „Ernährungsberatung und Bewegung sollten als feste Therapiebausteine in die Regelversorgung eingehen“, ergänzt der DDG Präsident.

Maßnahmen zur Früherkennung und Prävention

Um den Anstieg an Diabeteserkrankungen zu stoppen, sind aus Sicht der Experten zudem intensivierte Maßnahmen zur Früherkennung und Prävention erforderlich. „Wir setzen uns für eine verbindliche Aufklärung über den Diabetes mellitus in Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen, Erwachsenen und Schwangeren ein“, sagt Jens Kröger. Zudem sollten die Bundesländer Maßnahmen zur Verhältnisprävention ergreifen.

„Die föderale Ebene kann verbindliche Standards für Kita- und Schulessen setzen und ein tägliches Sport- und Bewegungsangebot für Kinder und Jugendliche in der Schule einführen“, führt Nicola Haller an.

In den kommenden zwanzig Jahren wird die Zahl der Diabeteserkrankten nach Expertenschätzungen auf bis zu zwölf Millionen ansteigen, sofern nicht wirksam gegengesteuert wird. „Vor dem Hintergrund dieser alarmierenden Prognose duldet die Umsetzung der Nationalen Diabetes-Strategie keinen Aufschub“, betonen Müller-Wieland, Kröger und Haller.

Hier finden Sie das ausführliche Positionspapier als Grundlage für einen Rahmenplan.


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und des Verbands der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD)

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße