- Soziales und Recht
Die Kosten für Real-Time-Messgeräte werden demnächst von Krankenkassen übernommen
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“Wie hoch ist mein Zucker?“ Diese Frage ist im Alltag von Diabetikern immer präsent. Verlässliche Antworten liefern so genannten Real-Time-Messgeräte, auch CGMS (Continuous Glucose Monitoring System). Sie messen kontinuierlich den Glucosespiegel und schlagen Alarm, wenn ein individuell fest gelegter Wert über- oder unterschritten wird. Die Kosten für diese Geräte werden nun von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) gestern in Berlin beschlossen. Jetzt muss nur noch das Bundesministerium für Gesundheit den Beschluss prüfen – dann tritt die Verordnung in Kraft.
„Dies ist ein Meilenstein in der Versorgung von Diabetikern in Deutschland!“, freut sich Corinna Hahn, stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB). Der DDB hat die Ausarbeitung der Verordnung wesentlich mitbestimmt und sich über Jahre hinweg dafür engagiert, dass die Gesetzlichen Krankenkassen die Kosten übernehmen. Denn die Kostenübernahme für ein CGMS war bislang nur in Ausnahmefällen möglich und mit einer langwierigen, komplizierten Antragsstellung verbunden.
„Die bisherigen Methoden messen nur punktuell – so wähnt man sich auch dann in Sicherheit, wenn der Glucosewert schon im Sinken begriffen ist. Wenn man das nächste Mal kontrolliert, ist man womöglich schon in einer Unterzuckerung.“
Einfach. Sicher. CGMS helfen gefährlichen Über- oder Unterzucker zu vermeiden
Schweißausbrüche, Herzrasen, Übelkeit und massiven Konzentrationsstörungen, bis hin zu Bewusstseinstrübungen – so kann sich eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) bemerkbar machen. Viele berufstätige Diabetiker gehen deshalb absichtlich mit zu hohen Glucosewerten zur Arbeit, um ja nicht in die Unterzuckerung zu geraten. Damit nehmen sie aber Langzeit-Folgen wie die Schädigung von Nervensystem, Herz und anderen Organen in Kauf.
Aber auch die Überzuckerung (Hyperglykämie) kann für den Betroffenen gefährlich werden.
Durch die kontinuierliche Glucosemessung mittels CGMS werden die Betroffenen rechtzeitig auf bedenkliche Werte aufmerksam gemacht – und können durch schnell wirkende Kohlenhydrate, z. B. mit Traubenzucker, gegensteuern.
Prüfung der Krankenkassen berücksichtigt Lebensumstände
Allerdings: Auch zukünftig werden nicht alle Diabetiker automatisch ein CGMS erhalten. Die Krankenkassen prüfen den Einzelfall. Zielgruppe sind vor allem die intensiv insulierten Betroffenen – also Insulinpumpenträger und Patienten, die eine so genannte ICT (intensiviert konventionelle Therapie) bekommen. Dies können Typ 1- oder Typ 2-Diabetiker sein.
„Wir haben erfolgreich dafür gekämpft, dass bei der Prüfung auch die Lebensumstände des Betroffenen berücksichtigt werden“, erklärt Dieter Möhler, Patientenvertreter im G-BA und bis März 2016 Bundesvorsitzender des DDB. „Das war ursprünglich nicht vorgesehen – wir haben da aber nicht lockergelassen und in intensiven Gesprächen immer wieder die Sachargumente vorgebracht.“ Macht der Diabetiker viel Sport und ist daher kurzfristigen Belastungen ausgesetzt? Besteht eine Schwangerschaft oder ist sie geplant? Reist der Betroffene beruflich viel und kann daher nicht regelmäßig essen? All diese Aspekte fließen in die Bewertung mit ein.
Maßgeblich bei der Bewilligung ist auch, dass die zwischen Arzt und Patient vereinbarten Therapieziele mit den bislang eingesetzten Methoden nicht erreicht wurden.
Deutscher Diabetikerbund unterstützt Betroffene
Der DDB empfielt allen besonders betroffenen Diabetikern, schon jetzt einen Antrag auf ein CGMS bei ihrer Krankenkasse zu stellen – und berät gerne bei der Formulierung.
Patienten, die wegen eines ablehnenden Bescheids für ein CGMS schon im Widerspruchsverfahren mit der Krankenkasse sind, sollten dies aber in jedem Fall aufrechterhalten, um keine Fristen zu versäumen.
Der behandelnde Arzt legt gemeinsam mit dem Patienten fest, in welchem Korridor sich der Glucosewert bewegen sollte. Dies lässt sich im CGMS individuell einstellen. Droht der Glucosewert in einen kritischen Bereich zu geraten, schlägt das Empfangsgerät Alarm: Es fängt an zu piepen und/oder zu vibrieren. So kann der Betroffene rasch eingreifen und eine Über- oder Unterzuckerung vermeiden. Nicht nur tagsüber hat der Diabetiker seine Werte so im Blick, sondern wird auch nachts aus dem Schlaf geweckt, falls eine kritische Situation entsteht.
Die Anschaffungskosten für ein CGMS liegen im vierstelligen Bereich, dazu kommen monatliche laufende Kosten für die Sensoren von circa 300 Euro.
Quelle: Mitteilung des Deutschen Diabetikerbundes
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 7 Stunden, 29 Minuten
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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vio1978 postete ein Update vor 1 Tag, 17 Stunden
Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀
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renrew postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 1 Tag
gibt es Tips oder Ratschläge dieser Pumpe betreffend?
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moira antwortete vor 5 Tagen, 9 Stunden
Das kommt sehr darauf an – in welchem Bereich?
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Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊