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Disease-Management-Programme (DMP): Digitale Perspektiven für die Diabetes-Versorgung
3 Minuten

Zwei jetzt als Entwurf vorgelegte Gesetze könnten auch Folgen in der Diabetes-Versorgung haben: Disease-Management-Programme (DMP) sollen um digitale Prozesse erweitert werden. Zudem sollen Krankenkassen ihre Versicherten auch ganz konkret vor einem aus Daten erkannten Diabetes-Risiko warnen dürfen.
Quasi offiziell ist Diabetes jetzt zur Daten-Krankheit ernannt worden. So jedenfalls kann man eine Begründung lesen, die das Bundesgesundheitsministerium in ihrem im Juni vorgelegten Referentenentwurf zum “Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung des Gesundheitswesens” nennt. In diesem “Digital-Gesetz” sollen unter anderem digitale Versorgungs-Prozesse in strukturierten Behandlungsprogrammen ermöglicht werden, sprich, es sollen Digital-DMP entwickelt werden.
Als Indikationen dafür wurden Typ-1- und Typ-2-Diabetes ausgewählt. Bei deren Behandlung kämen bereits heute vielfältige Formen digitaler Unterstützung zum Einsatz. Die Therapie sei stark datengetrieben und habe in den vergangenen Jahren eine hochdynamische technologische Entwicklung im Bereich der Hilfsmittel und der digitalen Anwendungen für Patienten gesehen. So steht es in der Begründung des Gesetzes.
“Es sind umfangreiche Reservoirs mit Patienten-Daten und vielfältige neue Möglichkeiten für die Auswertung der Daten und für die personalisierte Therapiesteuerung entstanden, welche an die technischen Systeme der Leistungserbringer bisher nicht angebunden sind und deren Nutzung für die Behandlung in den strukturierten Behandlungsprogrammen für Diabetes bisher wenig bis keinen Niederschlag gefunden haben”, schreiben die Ministerialen im Entwurf des Digital-Gesetzes.
Gemeinsame Bundesausschuss soll Ausgestaltung der DMP regeln
Laut Entwurf soll der für die Entwicklung der Anforderungen an die Disease-Management-Programme zuständige Gemeinsame Bundesausschuss in die entsprechenden Richtlinien innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes jeweils ergänzend die Ausgestaltung der DMP mit digitalisierten Versorgungs-Prozessen regeln.
Zur Verbesserung des Behandlungs-Ablaufs und der Qualität der medizinischen Versorgung sei insbesondere zu regeln die Nutzung
- der elektronischen Patientenakte,
- des elektronischen Medikationsplans,
- der sicheren Verfahren zur Übermittlung medizinischer Daten über die Telematik-Infrastruktur,
- ambulanter telemedizinischer Leistungen,
- digitaler Gesundheitsanwendungen sowievon Gesundheits-Daten zum Zweck der Personalisierung der Behandlung.
Die derart um digitalisierte Versorgungs-Prozesse erweiterten DMP sollen den Versicherten neben den bestehenden Programmen angeboten werden. Die Teilnahme für die Versicherten bleibt wie schon bei klassischen DMP freiwillig.
Ebenfalls vorgelegt: das Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG)
Der Referenten-Entwurf des Digital-Gesetzes ist nicht allein gekommen. Zeitgleich hat das Bundesgesundheitsministerium auch einen Entwurf für ein Gesundheitsdatennutzungsgesetz vorgelegt, kurz GDNG. Einen direkten Diabetes-Bezug gibt es hier nicht. Doch das Fehlen einer guten Datengrundlage zur Bewertung und Planung der Versorgung ist ein auch aus der Diabetologie oft kritisiertes Manko.
In der Gesetzes-Begründung des Entwurfs nimmt auch das Ministerium hier kein Blatt vor den Mund. Austausch und Nutzung von Gesundheits-Daten seien zwar Schlüsselfaktoren für eine qualitativ hochwertige Versorgung. “Eine Nutzung scheitert aktuell häufig an unterschiedlichen Regelungen zu Zugang und Datenschutz im Europäischen-, Bundes-, Landesrecht sowie an einer uneinheitlichen Rechtsauslegung durch Datenschutzbeauftragte und Aufsichtsbehörden”, heißt es im Portal netzpolitik.org.
Im GDNG ist als erster Schritt der Aufbau einer nationalen Datenzugangs- und Koordinierungsstelle beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vorgesehen. Sie soll eine zentrale Funktion in der nationalen Gesundheitsdaten-Infrastruktur übernehmen und Mittler zwischen datenhaltenden Stellen und Daten-Nutzenden werden. Zudem soll sie koordinierende Aufgaben bei Anträgen auf Daten-Verknüpfung übernehmen.
Weiterhin ist im Gesetzentwurf die Ermöglichung einer Verknüpfung von Daten des Forschungs-Datenzentrums Gesundheit und der klinischen Krebsregister geplant. Zur Stärkung des Gesundheits-Datenschutzes sollen personenbezogene Gesundheits-Daten auch durch die Einführung eines Zeugnisverweigerungsrechts für mit Gesundheits-Daten Forschende und eines Beschlagnahmeverbots für Gesundheits-Daten geschützt werden. Zudem soll ein “Forschungsgeheimnis” ins Strafrecht eingeführt werden.
Auch Kranken- und Pflegekassen sollen Gesundheits-Daten nutzen können
Nicht nur Forschende (auch der Pharmaindustrie) sollen Gesundheits-Daten zum Wohle der Bürger nutzen dürfen. Auch für die Kranken- und Pflegekassen sieht der Gesetzentwurf Nutzungsmöglichkeiten vor. Und diese sind umfangreich: Unter der Überschrift “Automatisierte Verarbeitung zu Zwecken des Gesundheitsschutzes” soll den Krankenkassen eine Daten-gestützte Auswertung zum individuellen Gesundheitsschutz der Versicherten, zur Verbesserung der Versorgung und zur Verbesserung der Patienten-Sicherheit erlaubt werden.
Sie können dafür ihre Versicherten individuell ansprechen. Eine Einwilligung der betroffenen Person ist nicht nötig, wenn diese Verarbeitung im Interesse der Versicherten ist. Der Gesetzentwurf nennt dafür konkrete Beispiele, enthält aber auch eine allgemeinere Rechtfertigung, die interpretierbar ist. Die Versicherten müssen über solche Auswerte-Maßnahmen vor Beginn informiert werden und können ihr aktiv widersprechen. Sofern bei einer Verarbeitung eine konkrete Gesundheits-Gefährdung bei Versicherten identifiziert wird, sind diese umgehend über die bestehende Gefährdung zu unterrichten.
Das Portal netzpolitik.org nennt hierzu ein Beispiel: Wenn eine Krankenkasse durch die Auswertung von Abrechnungs-Daten zu dem Ergebnis kommt, dass bei einem Versicherten mutmaßlich ein hohes Diabetesrisiko besteht, muss sie den Betroffenen dann auch darüber informieren.
von Marcus Sefrin
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (8) Seite 48-49
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multi postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Doppel-Diabetes vor 5 Stunden, 48 Minuten
Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.
olivers postete ein Update vor 5 Tagen, 9 Stunden
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Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
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Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂



