- Soziales und Recht
„Entscheidender Durchbruch“: Experten begrüßen Nationale Diabetes-Strategie
3 Minuten
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE zeigen sich mit den Ergebnissen der Verhandlungen zwischen Unionsparteien und SPD sehr zufrieden: der Koalitionsvertrag stärke die Diabetesversorgung und -prävention in Deutschland.
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe begrüßen die lange überfällige Vereinbarung von CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag, die Diabetesversorgung in Deutschland künftig strukturiert zu verbessern: „Das ist ein entscheidender Durchbruch – und eine neue Dynamik auch für die Diabetologie in Deutschland!“, so Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Präsident der DDG.
Jahrelanger Kampf für die Umsetzung eines Nationalen Diabetesplans
„Wir kämpfen nun schon so viele Jahre für die Umsetzung eines Nationalen Diabetesplans und bewerten die Ankündigung einer Nationalen Diabetes-Strategie im jetzigen Entwurf des Koalitionsvertrages als ersten Schritt positiv“, sagt Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.
„Die DDG begrüßt ausdrücklich, dass der Bund die Gesundheitsforschung ausbauen wird, Vorreiter bei der Einführung digitaler Innovationen im Gesundheitswesen werden möchte und eine Roadmap zur Entwicklung und Umsetzung innovativer E-Health-Lösungen erstellen wird“, sagt Müller-Wieland. Auch der Plan, den Ausbau der Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung zur Translation von Forschungsergebnissen mit Hochdruck voranzubringen, decke sich mit den Forderungen der Diabetesexperten.
Patientenwohl als Maßstab für gesundheitspolitische Entscheidungen
„Ganz zentral erscheint uns das Bekenntnis: ‚Das Patientenwohl ist der entscheidende Maßstab für gesundheitspolitische Entscheidungen‘“, so Kröger. Dieses Leitbild der Patientenorientierung müsse dazu führen, dass Innovationen, die die Lebensqualität der Patienten mit Diabetes verbessern, viel schneller in die Erstattung kommen als das beispielsweise bei der kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) der Fall war.
„Wenn die Belange der Menschen mit Diabetes und ihrer Angehörigen zukünftig besser berücksichtigt werden, verbessert sich auch das Management der Erkrankung entscheidend“, betont Kröger.
Zusammenarbeit, Vernetzung, sektorenübergreifende Versorgung
Mit der Ankündigung, die DMP-Programme weiterzuentwickeln, die Zusammenarbeit und Vernetzung im Gesundheitswesen weiter auszubauen und zu stärken sowie eine sektorenübergreifende Versorgung „nachhaltig einzuleiten“, nehmen die Koalitionäre weitere wichtige Barrieren für mehr Versorgungsqualität in Angriff, so die Einschätzung beider Organisationen. Ebenso bewerten sie die Ausrichtung von Behandlungsverläufen am medizinisch-pflegerischen Bedarf der Patientinnen und Patienten sowie die geplante Fortsetzung der Qualitätsoffensive für Krankenhäuser positiv:
„Dass Zentren interdisziplinäre Behandlungsteams mit hoher medizinischer Fachkompetenz bieten, die eng mit ambulanten Schwerpunktpraxen zusammenarbeiten, ist Kernpunkt diabetologischen Handelns“, so Müller-Wieland. „Realität in den vergangenen Jahren ist leider der Abbau von Lehrstühlen für Diabetologie und diabetologischen Abteilungen in den Kliniken. Dadurch sehen wir den Nachwuchs gefährdet. Deshalb werden wir die Politik hier besonders beim Wort nehmen.“
Highlights für die Prävention: „sehr gute Aussichten!“
Der Koalitionsvertrag setzt ebenfalls einen Schwerpunkt in der Prävention chronischer Erkrankungen, insbesondere in der Entwicklung einer nationalen Strategie zur Reduzierung von Übergewicht vor allem bei Kindern und Jugendlichen. „Dies ist ein wichtiger und richtiger erster Schritt und unterstützt unsere Forderung an die Politik, sich aktiv für die Prävention von Adipositas und Diabetes einzusetzen“, sagt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Past Präsident und Pressesprecher der DDG.
Kröger sieht weitere Highlights für die Prävention: „Ein Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung des Präventionsgesetzes, verbindliche zeitgebundene Zielmarken für eine Nationale Reduktionsstrategie im Hinblick auf Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten noch dieses Jahr und eine Weiterentwicklung der Nährwertkennzeichnung mit dem Ziel, eine ausgewogene Ernährung zu erleichtern – selbst eine ‚vereinfachte Visualisierung‘ wird nun endlich in Erwägung gezogen – das sind sehr gute Aussichten!“
Mindeststandards für Verpflegung in Kitas, Schulen und der Gemeinschaftsverpflegung
Einen weiteren Durchbruch sehen beide Organisationen in der Festlegung der Qualitätskriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) als Mindeststandards für die Verpflegung in Kitas, Schulen und in der Gemeinschaftsverpflegung: „Für diese Vorhaben haben wir jahrelang gekämpft!“, so der Vorstandsvorsitzende von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Mehr Entschlossenheit hätten sich die Diabetesexperten bei der Reglementierung von an Kinder gerichteter Werbung gewünscht – immerhin sei aber die Unterstützung der Umsetzung der „Audiovisuelle Medien-Richtlinie“ auf EU-Ebene ein Anfang.
Die Themen Diabetes und Adipositas haben in der vergangenen Legislaturperiode politisch deutlich an Fahrt aufgenommen. Dennoch blieben alle Anstrengungen der Vergangenheit, den Diabetes-Tsunami aufzuhalten, bislang leider unwirksam. DDG und diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe fordern deshalb seit Jahren einen Nationalen Diabetesplan, effektivere Maßnahmen der Primärprävention sowie einen Bundesbeauftragten für Diabetes, Adipositas und Prävention.
„…Worte und Vorhaben mit Leben füllen und in Taten umsetzen“
„Die Aufnahme einiger unserer Forderungen in den Koalitionsvertrag klingt sehr vielversprechend“, sagt Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der DDG. „Nun gilt es jedoch, diese Worte und Vorhaben mit Leben zu füllen und in Taten umzusetzen.“
„Der politische Auftrag zur Ausarbeitung einer nationalen Diabetes-Strategie ist uns Ansporn, den politischen Entscheidern weiterhin kompetent zur Seite zu stehen“, so Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.
Quelle: gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Soziales und Recht
3 Minuten
- Aktuelles
3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-
-
moira postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
