- Ernährung
Ernährungsstrategie der Bundesregierung: Gesündere Lebensmittel, bessere Gemeinschaftsverpflegung, Mehrwertsteuer
3 Minuten

Im Vordergrund trommelt Bundesernährungsminister Cem Özdemir für die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse. Im Hintergrund arbeitet sein Haus an der Ernährungsstrategie der Bundesregierung, die vor allem auf gesündere Lebensmittel und eine bessere Gemeinschaftsverpflegung abzielt.
Die Ernährungsstrategie der Bundesregierung sucht ihre Form. Das Vorhaben wird im Koalitionsvertrag prominent gleich im ersten Satz zum Thema Ernährung erwähnt. Es soll auf mehrere Phasen und Zeiträume bis 2050 ausgerichtet sein. Darin sollen kurz-, mittel- und langfristig ernährungspolitische strategische Prioritäten sowie Handlungsfelder und deren jeweilige Ziele definiert werden sowie konkrete Maßnahmen benennen und effektive Wege zu deren Verwirklichung aufzeigen. Das Ziel ist schon klar: eine gesunde Umgebung für Ernährung und Bewegung zu schaffen. Und zwar für alle Bürgerinnen und Bürger.
Am 21. Dezmber 2022 verabschiedete das Bundeskabinett das Eckpunktepapier zur Ernährungsstrategie. Bis diesen März ist geplant, in Experten-Workshops und Umfragen unter den Stakeholdern Feedback hinsichtlich Zielbild, Handlungsfeldern und Maßnahmen einzuholen und spezifische Lösungsansätze zu entwickeln.
Breite Beteiligung bei der Erstellung der Strategie
Rund 120 Organisationen und Institutionen hatten an der Auftaktveranstaltung zum Erstellen der Strategie im Juni 2022 teilgenommen, darunter die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), aber auch Industrievertretungen wie der Verband Deutscher Schul- und Kitacaterer.
So schwer managebar so ein riesiger Beteiligtenkreis erscheint, ist er inhaltlich gut begründet. Man arbeite die Ernährungsstrategie “nicht alleine im stillen Kämmerlein, sondern in einem breit angelegten Prozess” aus, erklärte Bundesernährungsminister Cem Özdemir bei der Vorlage des Eckpunktepapiers. Die Einbindung der “relevanten Akteure” erfolge, weil klar sei, dass grundlegende Veränderungen einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bedürfen.
Doch allzu viele breite Diskussionsrunden plant die Regierung nicht für das Grundlagendokument. Ab Juni diesen Jahres ist bereits die Ressortabstimmung der Ernährungsstrategie vorgesehen, also die Regierungs-interne Stellungnahme anderer betroffener Ministerien. Ende 2023 soll die Bundesregierung dann das fertige Dokument verabschieden. Bereits bis 2025 soll die Umsetzung erster Maßnahmender Ernährungsstrategie erfolgen – also zum Ende der aktuelles Legislaturperiode.
Das von der Bundesregierung verabschiedete Eckpunktepapier nennt als zentrale Ziele der Ernährungsstrategie:
- eine stärker pflanzenbetonte Ernährung
- die weitere Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in verarbeiteten Lebensmitteln
- eine effektive Reduktion der Lebensmittelverschwendung, indem über die gesamte Kette Lebensmittelabfälle halbiert werden
- Mahlzeiten in der Gemeinschaftsverpflegung sollen gesünder und nachhaltiger werden und die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung einhalten
- der Anteil an saisonal-regional und ökologisch-klimafreundlich erzeugten Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung soll erhöht werden
Fehlende Finanzierung bei gesunder Gemeinschaftsverpflegung
Das Bündnis #ErnährungswendeAnpacken bemängelt, dass der Ernährungsstrategie konkrete Ziele sowie ein Budget für die Umsetzung fehlen. Hinzu komme, dass die Zuständigkeit für konkrete Maßnahmen teils nicht in der Zuständigkeit des Bundes liegt.
“Fehlt einer zukunftstauglichen Gemeinschaftsverpflegung weiterhin das finanzielle Fundament, droht sie erneut ein hohles Versprechen zu bleiben. Der wissenschaftliche Beirat beim Bundeslandwirtschaftsministerium empfahl dafür bereits 2020, eine Finanzierung in Milliardenhöhe vorzusehen”, so der Zusammenschluss von Organisationen wie dem BVKJ, dem BerufsVerband Oecotrophologie (VDOE), der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG), der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin und WWF Deutschland.
“Unverständlich ist die Blockade der FDP gegen die einfach und zeitnah umsetzbare Entlastung durch Mehrwertsteuersenkung auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte, für das die EU bereits im April den Weg geebnet hat”, kommentierte dessen Referentin für nachhaltige Ernährung und Klimaschutz, Silke Oppermann.
Für das konkrete Ziel, die Mehrwertsteuer für Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte abzuschaffen, setzt sich auch Özdemir immer wieder ein. Mitte Januar sagte er auf dem Agrarkongress des Bundesumweltministeriums, die Streichung würde viele Menschen im Alltag unterstützen und zugleich gesunde Ernährung günstiger machen. Bereits im letzten Jahr lobte der Grünenpolitiker eine Mehrwertsteuer von 0 Prozent auf diese Lebensmittel als Vorschlag mit doppelter Dividende.
VDBD unterstützt Özdemirs Forderung
Der jüngste Vorstoß von Özdemir in Richtung steuerliche Nulldiät war dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) eine unterstützende Pressemeldung wert. “Jede und jeder muss sich gesunde Lebensmittel leisten können. Gerade in Zeiten von Inflation und steigenden Lebensmittelpreisen ist Cem Özdemirs Forderung absolut begrüßenswert”, so dessen Vorsitzende Dr. Nicola Haller.
“Für Personen und Familien mit und unter dem Mindestlohn oder Anspruch auf Sozialleistungen ist ein gesünderes Ernährungsmuster schlichtweg unbezahlbar”, kritisierte VDBD-Geschäftsführerin Dr. Gottlobe Fabisch, eine mediterrane Ernährungerfordere 20 bis 40 Prozent höhere finanzielle Aufwendungen als die “Western diet”.
Ergänzend fordert der Verband von der Ampelkoalition die Einführung einer Zuckersteuer für Erfrischungsgetränke. “Das würde der Ernährungsstrategie der Bundesregierung eine höhere Schlagkraft geben, da einerseits der Griff zu gesunden Lebensmitteln gefördert und andererseits die Industrie dazu bewegt würde, auf unnötigen Zucker in ihren Produkten zu verzichten”, betonte Fabisch.
von Marcus Sefrin
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (3) Seite 48-49
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florahdo postete ein Update vor 5 Tagen, 16 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 3 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?
moira postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo!
Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
Ich wüsste gerne wie gut das klappt.- moira antwortete vor 1 Woche
Ich meinte Liberty



