- Ernährung
Die richtige Ernährung für gesunde Gelenke
4 Minuten

Früher oder später machen viele Menschen die Erfahrung von schmerzenden Gelenken und werden weniger beweglich. Neben dem fortschreitenden Alter und zu wenig Bewegung kann auch Arthrose diesen Prozess forcieren. Doch es lässt sich einiges tun, um sich auch dann noch gut zu fühlen. Dabei spielt eine gesunde Ernährung eine wichtige Rolle für die Gelenke. Wir erklären, worauf es dabei ankommt.
Wer rastet, der rostet. Ein zu bequemes und inaktives Alltagsleben geht nicht nur zulasten instabiler Blutzuckerwerte und anderer körperlicher Beeinträchtigungen. Es macht auch die Gelenke auf Dauer krank. Nicht nur, dass sie durch unsere höhere Lebenserwartung ohnehin stärker beansprucht werden, sie brauchen auch bis ins hohe Alter Futter in Form von Bewegung und speziellen Stoffen aus Lebensmitteln. Gelenke freuen sich, wenn sie gefordert und bewegt werden, um möglichst gesund zu bleiben.
Rund 8 Millionen Menschen hierzulande leiden unter chronischem Gelenk-Verschleiß, Tendenz steigend. Typische Areale, die von Arthrose betroffen sind, sind beispielsweise die Hüften, Knie, Hände, Zehen, aber auch Hals- und Lendenwirbel. Im Hinblick auf Schmerzen ist nicht jeder Tag gleich – mal sind sie stärker ausgeprägt, mal milder. Oft spielt auch das Wetter eine Rolle: Feuchtes, kaltes Wetter bereitet meist mehr Beschwerden als wärmere Temperaturen. Nach längerem Sitzen oder Liegen gibt es meist mehr Probleme, als wenn Menschen in Bewegung sind.
Im fortgeschrittenen Stadium entwickeln sich dauerhafte Schmerzen. Wenn die Knorpelschicht zerstört ist, reiben die blanken Knochen-Enden aufeinander, was durch ein knisterndes Geräusch hörbar ist. Außerdem können aufgrund von Entzündungsreaktionen im Körper Schwellungen und Rötungen auftreten.
Jedes Kilo Körpergewicht weniger entlastet die Gelenke
Neben Alter, Bewegungsarmut und falschen Essgewohnheiten ist ein Zuviel an Kilos einer der entscheidenden Faktoren, welche eine Arthrose begünstigen. Jedes Pfund mehr auf den Hüften belastet tragende Gelenke. Mehr noch: Insbesondere das Fett in der Bauchgegend, welches besonders stoffwechselaktiv und gesundheitsgefährlich ist, kann Entzündungen im Körper fördern und so die Zerstörung der Knorpel ankurbeln.
Rezept-Ideen für starke Gelenke

Hähnchenbällchen mit Linsenpüree und Kerbelmöhren
Unsere Rezept-Empfehlung in diesem Monat für starke und gesunde Gelenke.
Weitere Rezepte zum Thema:
Um zu klären, ob eine Arthrose vorliegt, empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Hausarzt. Er kann erste Untersuchungen wie das Abtasten der Gelenke oder eine Blutabnahme durchführen. Fachärzte können mit Röntgen, Computer- oder Magnetresonanz-Tomographie (CT, MRT) zur Diagnose beitragen. Ganz gleich, um welche Gelenk-Erkrankung es sich handelt: Das Anstreben von Gewicht im Normbereich ist immer einer der wichtigsten Therapie-Bausteine. Auch bei Typ-2-Diabetes gehört dies zu den wichtigsten Therapie-Zielen. Demnach sind Essen und Bewegung für gesunde Gelenke und Blutzuckerwerte eine passende Kombination.
Mythen und Märchen bei Gelenk-Problemen: Schonen und Magnetschmuck
Wie beim Diabetes gibt es auch bei Gelenk-Verschleiß und Arthrose mit ihren chronischen Gelenk-Entzündungen gut gemeinte Laien-Ratschläge. Beispielsweise bei Schmerzen auf jegliche Art von Bewegung zu verzichten. Doch lediglich bei akuten, sehr starken Schmerzen ist es sinnvoll, sich körperlich zu schonen – und dann auch nicht länger als unbedingt nötig. Denn je weniger Du aktiv bist, desto steifer wirst Du. Außerdem wird es dann immer schwieriger, wieder in Bewegung zu kommen. Regelmäßige, moderate Bewegung ist sogar förderlich.
Bewegungstipps für starke Gelenke
- Gehe so oft es geht spazieren! Diese Alltagsbewegung ist wie Balsam für die Gelenke und den Blutzucker.
- Suche Dir eine Sportart, die Dir Freude bereitet, und praktiziere diese regelmäßig!
- Je weniger Du Dich körperlich bewegst, desto schlechter ist dies für Gelenke und den Blutzucker.
Bewegung ist also die beste Medizin. Und auch hier schließt sich wieder der Kreis zum Diabetes. Denn die Blutzucker-Einstellung profitiert von regelmäßiger Bewegung ebenfalls. Regelmäßig im Alltag und mit extra Sport-Einheiten aktiv zu werden, stärkt das Immunsystem, kurbelt die Durchblutung an und wirkt sich positiv auf den Blutzuckerverlauf aus. Es stärkt den Bewegungsapparat und damit auch die Regeneration der Gelenk-Knorpel. Empfehlenswert sind gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Aqua-Fitness, Tai-Chi, Qigong, Walking und Nordic Walking, aber auch Radfahren und leichtes Krafttraining.
Metallschmuck, zum Beispiel Armreifen aus Kupfer oder Magnetschmuck, sollen angeblich schmerzlindernd wirken. Das Geld dafür kannst Du Dir sparen, denn es gibt keine seriösen Studien, welche dies bestätigen. Investiere Dein Geld besser in gutsitzende Sportschuhe. Die helfen Dir eindeutig besser gegen Schmerzen, wenn Du regelmäßig darin aktiv bist.
Die richtige Ernährung für gesunde Gelenke: Ab jetzt nur noch Grünfutter?
Oft heißt es auch, dass die Gelenkschmerzen nur durch veganes Essen oder totales Fasten „ausgehungert“ werden können. Das wäre der falsche Weg, denn zu einseitiges Essen kann auf Dauer zu Mangel-Erscheinungen und weiteren Beschwerden führen. Sinnvoll ist es schon, am Gewicht zu arbeiten. Dazu bietet sich eine pflanzenbetonte Lebensmittelauswahl an.
Auch der Verzicht aufs Rauchen ist unbedingt zu empfehlen. Denn jede Zigarette erhöht das Risiko für Gelenk-Entzündungen und wirkt sich zudem negativ auf die Entwicklung diabetesbedingter FolgeErkrankungen aus. Weitere sinnvolle Maßnahmen sind möglichst selten und wenig Alkohol zu trinken sowie wenig Fleisch zu essen – insbesondere rotes Fleisch. Worauf es beim Essen und Trinken für gesunde Gelenke und Arthrose ankommt, haben wir in der folgenden Liste zusammengefasst:
Auf einen Blick: Ernährungstipps für gesunde und starke Gelenke
Das tut den Gelenken gut:
- Zu jeder Hauptmahlzeit sollte Gemüse dazugehören. Auch Tiefkühlprodukte ohne Zusätze bieten sich an.
- Statt Gemüse bieten sich auch Gemüsesuppen und Salat an.
- Genieße täglich etwa zwei Portionen frisches Obst – allen voran Beerenfrüchte. Sie sind reich an Vitalstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen und haben dabei einen recht niedrigen Gehalt an blutzuckerwirksamen Kohlenhydraten.
- So oft es geht vegetarisch essen.
- Ein bis zwei Portionen Fleisch sind möglich, am besten weißes statt rotes Fleisch.
- Ebenso möglich sind zwei bis drei Eier pro Woche.
- Empfehlenswert sind zwei Portionen fetter Seefisch wie Hering, Lachs oder Makrele pro Woche.
- Gebe statt Butter Pflanzenfetten den Vorzug.
- Für die kalte Zubereitung bieten sich Lein-, Walnuss- oder Hanföl an.
- Nimm zum Kochen und Braten natives Olivenöl sowie Rapsöl, welches für hohe Temperaturen geeignet ist.
- Zum Knabbern, neben Gemüse, bieten sich täglich 25 bis 30 Gramm ungesalzene Nüsse an.
- Achte auf Dein Gewicht. Jedes Gramm weniger auf der Waage entlastet Deine Gelenke und tut Deinen Blutzuckerwerten gut.
Das kann den Gelenken schaden:
- Tierische Fette wie Butter oder Sahne und fettreiche Milchprodukte wie Sahnejoghurt oder Mascarpone.
- Regelmäßig hoch verarbeitete Lebensmittel zu essen.
- Täglicher Konsum von Fleisch und Wurst.
- Süßigkeiten, Zucker und hoch verarbeitete Produkte mit und ohne Fruchtzucker
- Gezuckerte Getränke wie Limonade, Smoothies, Eistee oder Kaffee-Getränke mit Sirup.
- Alkohol sollte nicht zum Alltag gehören, sondern lediglich in kleinen Mengen ganz bewusst als etwas Besonders getrunken werden
Also: Auf geht’s zu einem Plus an Bewegung sowie lecker-gesundem Essen für gesunde Gelenke und zur Unterstützung der Diabetes-Therapie!
Mehr zum Thema im Video
In diesem Video erhältst Du weitere Tipps für die richtige Ernährung für gesunde Gelenke:
von Kirsten Metternich von Wolff
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 72 (4) Seite 74-77
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung
- Ernährung

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
lena-schmidt postete ein Update vor 3 Tagen, 20 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße






