- Soziales und Recht
Initiative fordert: Diabetes-Aufklärung statt Diabetes-Stigma!
3 Minuten
Wie Umfrage-Ergebnisse zeigen, fühlen sich viele Menschen mit Diabetes von der Politik alleingelassen. Die „Digitale Allianz Typ 2“ – ein Zusammenschluss von Selbsthilfeverbänden, Fachverlagen und wissenschaftlichen Organisationen – will dies nun mit der Aktion „Deine Diabetes Stimme“ ändern und fordert ein Umdenken in der Gesellschaft.
Die chronische Krankheit Diabetes erfährt laut einer Umfrage unter über 1.500 Menschen mit Diabetes Typ 2 in der Gesellschaft und in der Politik zu wenig Aufmerksamkeit und findet zu wenig Gehör. Mangelnde Aufklärung über Diabetes führt oft zu direkten und/oder indirekten Schuldzuweisungen an die Betroffenen.
38 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ 2 fühlen sich aufgrund ihrer Erkrankung stigmatisiert. 84 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ 2 sind der Meinung, die Öffentlichkeit nehme ihre Erkrankung nicht ernst und 89 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ 2 finden, die Öffentlichkeit sei nicht gut über Diabetes informiert.
„Digitale Allianz Typ 2“ erleichtert digitale Bürgerbeteiligung
„Es ist Zeit, dass sich für Menschen mit Diabetes etwas ändert in der Gesellschaft. Wir brauchen mehr Diabetes-Aufklärung statt Diabetes-Stigma“, sagt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin von diabetesDE. Der gemeinnützige Verein ist Initiator der neu gegründeten Digitalen Allianz Typ 2, einem Zusammenschluss von 16 Diabetesorganisationen, -verlagen und –agenturen. Mit der Website www.diabetes-stimme.de will sie die digitale Bürgerbeteiligung in der Diabetescommunity erleichtern.
Laut einer Umfrage von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe mit mehr als 1.500 Teilnehmern fühlen sich 86 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht angemessen in der Politik vertreten. Das will die neue Digitale Allianz Diabetes Typ 2, ein Bündnis aus 16 Diabetesorganisationen und Fachverlagen, ändern!
Sie hat sich nun zum Ziel gesetzt, den Patienten Stimme und Volumen zu verschaffen: „Unsere gemeinsame Vision ist es, den sieben Millionen Menschen mit Diabetes eine laute Stimme zu geben, damit sie direkt auf politische Prozesse Einfluss nehmen können. „Wir hören Menschen mit Diabetes zu und helfen, ihr Leben zu verbessern“, erläutert Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE.
In der Digitale Allianz Diabetes Typ 2 sind alle Diabetes-Selbsthilfeverbände Deutschlands (DDH-M, DDF, DDB, Diabetikerbund Bayern), drei Fachverlage (Kirchheim, Wort & BiId, „enjoy life Initiative“), wissenschaftliche Organisationen wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Verband der niedergelassenen Diabetologen (BVND) und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) sowie die Initiatorin diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe als politische Patientenvertretung vernetzt.
„Mit der Digitalen Allianz Typ 2 betreten wir und unsere Partner absolutes Neuland. Sie ist zum einen die folgerichtige Transformation der politischen Interessenvertretung von Betroffenen, Angehörigen und Risikopatienten in das digitale Zeitalter unter dem Eindruck der zunehmenden Erosion der klassischen Selbsthilfe“, so Nicole Mattig-Fabian, diabetesDE-Geschäftsführerin.
Mattig-Fabian weiter: „Darüber hinaus sind jedoch auch besorgte Fachleute und Publizisten beteiligt, die sich auf Basis ihrer Fachkenntnis im Bereich Diabetes und aus einer gesellschaftlichen Verantwortung heraus verpflichtet sehen, notwendigen gesellschaftspolitischen Veränderungen aktiv den Weg zu bahnen.“
Eine eigene Webpräsenz bündelt und verstärkt die Vielstimmigkeit. Auf www.diabetes-stimme.de laufen ab heute vierteljährlich E-Mail-Aktionen zu Schwerpunktthemen, die sich in der Umfrage herauskristallisiert haben. Betroffene und Interessierte können sich hier mittels eines per E-Mail versendbaren Aktionsbriefes (siehe Formular am Ende des Textes) direkt an politische Entscheider wenden und ihren Forderungen Ausdruck – Stimme – verleihen.
Besonders bei jungen Menschen mit Diabetes Typ 1 kommt es oft zu Unterstellungen, die eine persönliche Schuld an der Erkrankung nahelegen, wie: „Dann hast Du bestimmt zu viel Süßes gegessen.“ Betroffene frustriert und ärgert das – denn Diabetes Typ 1 ist ursächlich auf eine Autoimmunerkrankung zurückzuführen, die unabhängig von individuellem Verhalten auftritt.
Und auch Personen mit einem hohen Diabetesrisiko Typ 2 sehen sich mit Schuldzuweisungen konfrontiert, dabei lässt sich die Erkrankung durch eine Lebensstiländerung nur zu 30 bis 60 Prozent verhindern oder verzögern, also nicht für jeden Betroffenen und auch nicht für immer.
Menschen mit Diabetes Typ 2 verinnerlichen häufig Gefühle der Schuld, die Krankheit durch eigenes Fehlverhalten mitverursacht zu haben, da sie zu 80 bis 90 Prozent Übergewicht oder schweres Übergewicht haben – letzteres ist aber ebenfalls eine chronische Erkrankung und nicht einfach „Fehlverhalten“.
Systematische Aufklärung über Diabetes ist notwendig
„Was fehlt, ist eine bundesweite Aufklärungs- und Informationskampagne insbesondere zu Typ-2-Diabetes. Diese wurde vor mehr als zwei Jahren bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Auftrag gegeben, aber noch immer nicht umgesetzt“, so Bastian Hauck, Gründer der
#dedoc Diabetes Online Community
, die schon 2016 mit der Kampagne „Unerkannt Unterwegs“ Maßstäbe setzte.
Die Digitale Allianz Typ 2 fordert daher eine systematische Aufklärung über die Erkrankung und ihre Ausprägungen, sowohl in der breiten Bevölkerung, z.B. mittels Massenmedienkampagnen, als auch in der strukturierten Weiterbildung von Lehrer*innen, Erzieher*innen und Betreuer*innen, als auch in Form von Lehrinhalten an Schulen.
Darüber hinaus ist eine Förderung der Gesundheitskompetenz der breiten Bevölkerung notwendig. „Hierzu gehört auch das Wissen, wie das Leben mit einer chronischen Krankheit unter bestmöglichem Erhalt der Lebensqualität bewältigt werden kann. Wir brauchen bei der Allgemeinbevölkerung mehr Verständnis für die besonderen Bedürfnisse von Betroffenen!“, ergänzt Günter Nuber, Chefredakteur des Diabetes-Journals aus dem Kirchheim-Verlag.
Sind Sie auch dieser Meinung?
Dann machen Sie mit unter www.diabetes-stimme.de oder direkt hier über dieses Formular:
Quelle: diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe | Redaktion
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
