Kampagnen: unverzichtbar!

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Kampagnen: unverzichtbar!

Aufklärungskampagnen zu gesundheitlichen Themen haben eine enorm wichtige Bedeutung für unsere Gesellschaft und sind daher nicht mehr wegzudenken, findet Diabetes-Journal-Chefredakteur Günter Nuber.

Anfang Mai startete in Mainz die Aufklärungsinitiative Herzenssache Lebenszeit – Schlaganfall + Diabetes. Bis September werden 80 Städte per Doppeldecker-Infobus angesteuert: von Garmisch bis Rostock, von Mönchengladbach bis Dresden. In den jeweiligen Stadtzentren vermitteln Experten aus der Region im direkten Kontakt notwendiges Wissen und fördern das Risikobewusstsein. Im Bus selbst kann man sein Risiko erfahren: Blutdruck-, Blutzucker-, Cholesterin-Messungen geben Auskunft über die eigene Gesundheit.

“Bei Diabetes und Schlaganfall kommen zwei große Themen zusammen”, sagte Christian Boehringer (Boehringer Ingelheim) auf der Mainzer Tourstart-Pressekonferenz. Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache, so Boehringer, “270.000 Menschen erleiden in Deutschland pro Jahr einen Schlaganfall”. Die Initiative soll darüber aufklären, was man tun kann – und zeigen, “welche Risiken man eingeht, wenn man nichts tut”, so Boehringer.

Kardinal Lehmann: „Es ist großartig, wie viel hier schon geschieht!“

Laut Deutschem Gesundheitsbericht Diabetes 2017 haben mindestens 20 Prozent aller Schlaganfall-Patienten in Deutschland Diabetes; generell ist dabei das Risiko für einen Hirnschlag, auch Apoplexie genannt, 2- bis 4-mal erhöht. Viel höher ist das Risiko für Diabetiker mit hohem Blutdruck. Und: Diabetiker mit akutem Schlaganfall haben eine deutlich schlechtere Prognose als Nichtdiabetiker. Aufklärung über den Zusammenhang Diabetes – Schlaganfall tut also not.

Schirmherr der Tour ist der emeritierte Bischof von Mainz Karl Kardinal Lehmann – er selbst hat persönliche Erfahrung mit beiden Erkrankungen. Der Kardinal plädierte für umfassende Information und Aufklärung, denn: “Alles wird schlimmer, wenn man seinen Ängsten nachgibt.” Und weiter: “Es ist für mich zunehmend erschreckend, wie stark Diabetes zunimmt, auch bei Kindern.” Deshalb sei es wichtig, “in den Teilbereichen frühzeitig aufzuklären: der Ernährung, den Spätfolgen, der Bewegung”.

Er möchte “diejenigen unterstützen, die sich darum kümmern: Ärzte, überhaupt das Gesundheitswesen, die Forschung und Wissenschaft an den Kliniken, aber auch in der Pharmaindustrie. Es ist großartig, wie viel hier schon geschieht!” Das sehe ich auch so:

Aufklärungskampagnen erreichten bereits Hunderttausende Menschen und mehr

Im Diabetesbereich gibt es einige weitere bundesweite Aufklärungskampagnen: Nehmen wir Wissen was bei Diabetes zählt – Gesünder unter 7 PLUS des Unternehmens Sanofi. Oder Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße? von Wörwag. Sicher verdienen alle Genannten Geld mit den Krankheiten der Menschen. “Aber”, so sagte Christian Boehringer in Mainz, “unser Leitbild, unsere Ausrichtung erfordern, dass wir uns sozial engagieren und einen Beitrag zur Gesundheit von Mensch und Tier leisten.”

Mit diesen und anderen bundesweiten Aufklärungskampagnen (z. B. Diabetes-Info-Mobil) auf Marktplätzen, Messen, in Einkaufszentren werden über die Jahre Hunderttausende Menschen und mehr erreicht, sensibilisiert – teils auch diagnostiziert. Diese Kampagnen sind aus meinem Blickwinkel nicht wegzudenken. Oder wüssten Sie, wer die aufwändige, kostspielige und effektive Lücke schließen sollte?


von Günter Nuber
Chefredakteur Diabetes-Journal,
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: 06131/96070-0, Fax: 06131/96070-90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (6) Seite 61

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  • tako111 postete ein Update vor 5 Tagen, 18 Stunden

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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