Kann ich den Schwerbehindertenstatus ablegen?

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Kann ich den Schwerbehindertenstatus ablegen?

Rechtsanwalt Oliver Ebert gibt Ihnen in der Diabetes-Journal-Rubrik Rechteck Antworten auf rechtliche Fragen rund um das Thema Diabetes.

Die Frage:

Ich bin seit meinem dritten Lebensjahr Typ-1-Diabetiker und hatte bis zu meinem 18. Lebensjahr einen Schwerbehindertenausweis. Mein Vater meinte, dass ich den Ausweis zu diesem Zeitpunkt zurückgeben könnte und so später weniger Probleme bei der Suche nach einer Anstellung haben würde. Nun habe ich mal nachgefragt, ob es einen Nachweis gibt, dass ich nicht mehr den Schwerbehindertenstatus habe. Leider nein. Generell würde ich gerne wissen, ob man überhaupt diesen Status wieder ablegen kann. Wenn ja: Kann ich im Versorgungsamt nachfragen, welchen Status ich habe?

Inzwischen bin ich 29 und denke darüber nach, einen solchen Ausweis zu beantragen, da ich mich in einem festen Arbeitsverhältnis befinde. Ist das grundsätzlich noch möglich, wenn man sich einmal dagegen entschieden hat?

Ulrich T., per e-mail

Oliver Ebert:

Es ist ein verbreitetes Missverständnis, dass man den Schwerbehindertenstatus einfach ablegen kann. Die Behörde stellt nämlich nur fest, ob – und wie erheblich – jemand behindert ist. Liegt eine Schwerbehinderung vor, dann wird zum Nachweis der Schwerbehinderteneigenschaft ein Ausweis ausgestellt; mit diesem kann man dann Nachteilsausgleiche (z. B. besonderer Kündigungsschutz, Sonderurlaub) beanspruchen.

Bei Kindern und Jugendlichen gelten vereinfachte Prüfungsvoraussetzungen; es wird in vielen Fällen problemlos eine Schwerbehinderung bis zum 16. Lebensjahr festgestellt. Danach gelten dieselben Voraussetzungen wie bei Erwachsenen. Wird ein befristet ausgestellter Ausweis nicht verlängert, kann man damit keine Rechte mehr geltend machen. Allerdings muss man wissen: Da sich der Gesundheitszustand ja nicht ändert, ist man faktisch nach wie vor behindert – mangels Ausweis kann man das dann aber nicht mehr nachweisen.

Wenn man also eine Schwerbehinderung wirklich “loswerden” möchte, kann man beim Versorgungsamt einen Antrag auf Herabstufung stellen; in den meisten Fällen kommen die Ämter dem auch nach. Sinnvoll ist dies meines Erachtens allerdings nicht, denn eine einmal festgestellte Behinderung bleibt aktenkundig und man wird das – gerade in der heutigen Zeit – auch kaum mehr vollkommen ungeschehen machen können.

Sofern Sie Ihren Status nicht (mehr) wissen, können Sie diesen beim Versorgungsamt erfragen bzw. einen neuerlichen Nachweis für Ihre Unterlagen bekommen. Und selbstverständlich können Sie bei Änderung der Verhältnisse auch jederzeit einen neuen Antrag bzw. einen Antrag auf Erhöhung stellen.


von Oliver Ebert

Kontakt:
REK Rechtsanwälte
Nägelestraße 6A, 70597 Stuttgart oder
Friedrichstraße 49, 72336 Balingen
E-Mail: Sekretariat@rek.de

Internet: www.diabetes-und-recht.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (11) Seite 60

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 2 Tagen

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    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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