Krankenbehandlung im Ausland bleibt riskant

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Krankenbehandlung im Ausland bleibt riskant

Zum 25.10.2013 musste die EU-Richtlinie zur Grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung in das nationale Recht der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt werden. Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse können sich innerhalb der EU grundsätzlich von einem beliebigen Arzt behandeln lassen. In der Praxis sind damit einige Risiken verbunden – in diesem Beitrag erfahren Sie mehr.

Behandlungen im EU-Ausland nicht mehr nur im Notfall

Für Kassenpatienten ist es nun möglich, sich überall in der EU bei einem privaten oder öffentlichen Gesundheitsdienstleister behandeln und die Kosten erstatten zu lassen. Diese Absicherung ist nicht auf Notfälle beschränkt, vielmehr können Patienten auch geplant zu medizinischen Behandlungen ins EU-Ausland gehen.

Krankenkassen, Sozialversicherungsträger und das behandelnde medizinische Personal sind verpflichtet, die dazu notwendigen Auskünfte und Informationen zu erteilen. Zumindest für deutsche Kassenpatienten ist das nun aber kein “regelrechter Durchbruch für die europäischen Bürgerinnen und Bürger”, wie dies seitens der EU-Kommission kommuniziert wird.

Vorschrift vom Europäischen Gerichtshof

Denn der Europäische Gerichtshof hat bereits seit 1998 eine entsprechende Kostenerstattung bei Auslandsbehandlungen vorgeschrieben; dies wurde in Deutschland auch schon im Jahr 2004 gesetzlich in § 13 SGB V verankert. Man konnte sich daher schon seit längerem auch ohne vorherige Genehmigung der Krankenkasse ambulant im EU-Ausland behandeln lassen.

Geplante Krankenhausbehandlungen im Ausland müssen dagegen auch weiterhin vorab von der Krankenkasse genehmigt werden (§ 13 Abs. 5 SGB V).

Zunächst oft Vorkasse

Im Prinzip (und in der Theorie) eine tolle Sache – in der Praxis hat das Ganze aber einen erheblichen Pferdefuß: Auch wenn an sich die Vorlage der Krankenversicherungskarte ausreichen sollte, muss man im Ausland in der Regel die Kosten doch zunächst selbst bezahlen (oft Vorkasse!) und kann erst anschließend eine Erstattung bei der Krankenkasse beantragen.

Die Kosten einer Auslandsbehandlung werden aber grundsätzlich nur bis zu der Höhe erstattet, wie sie der Krankenkasse bei einer Behandlung in Deutschland entstanden wären; hiervon werden dann auch noch Verwaltungskosten abgezogen.

Problem: Erstattung wie in Deutschland

Wir haben in Deutschland nun einen sehr hohen Versorgungsstandard, den es so in kaum einem anderen EU-Land gibt. Dieses Niveau ist aber u. a. nur deshalb finanzierbar, weil Ärzte und Kliniken für viele Behandlungsleistungen nur relativ geringe Gebührensätze oder Pauschalen abrechnen können.

Oft sind die Behandlungsrechnungen im Ausland aber deutlich höher; häufig werden ausländische Behandlungstouristen – trotz eindeutiger gesetzlicher Bestimmungen – nur auf Basis einer privatärztlichen Honorarvereinbarung behandelt oder es werden Leistungen überhöht abgerechnet. Aufgrund fehlender Sprachkenntnisse unterzeichnen viele Patienten solche Verträge in gutem Glauben oder bezahlen (notgedrungen) überhöhte Rechnungen, weil sie ansonsten vor Ort nicht behandelt würden.

Man sitzt auf den Mehrkosten

Auf den Mehrkosten bleibt man dann später sitzen, da nur die in Deutschland anfallenden Kosten erstattet werden. Umgekehrt hat man keinen Vorteil: Sind die Behandlungskosten im Ausland niedriger, werden dennoch nur die tatsächlich angefallenen Kosten ersetzt.

Gleiches gilt bei Arzneimitteln: Es werden Kosten nur in der Höhe erstattet, wie sie auch im Leistungskatalog der deutschen Krankenkasse anerkannt sind. Übrigens: Ausgenommen von jeglicher Kostenerstattung sind Organtransplantationen und die Langzeitpflege. Für Privatversicherte gelten die Regelungen der Richtlinie nicht.

Hier können Sie den Text der Richtlinie als PDF-Datei herunterladen.


von Oliver Ebert

Kontakt:
REK Rechtsanwälte
Nägelestraße 6A, 70597 Stuttgart oder
Friedrichstraße 49, 72336 Balingen
E-Mail: Sekretariat@rek.de

Internet: www.diabetes-und-recht.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (1) Seite 47

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße