- Soziales und Recht
Looper: Happy über gute, stabile Werte
2 Minuten

„Hey, Siri, wie ist mein Blutzucker?“, fragt der Diabetologe Dr. Frank Best aus Essen den virtuellen Assistenten seines Smartphones. 2 Sekunden später nennt die Computerstimme das Ergebnis: „Dein Blutzucker beträgt gerade 156 mg/dl“ (8,7 mmol/l). Eine technische Spielerei des „Loopen“, das viel mehr zu bieten hat.
Loopen DIY (Do it yourself) – Selbermachen! Dieses Motto steht bei der DIY-Closed-Loop-Bewegung (#wearenotwaiting) ganz oben. Über technische Aspekte und Rahmenbedingungen des Loopens diskutierten Kenner bei einem Workshop im Rahmen des Diabetes Kongresses 2019 im Mai in Berlin.
DIY-Systeme kombinieren Insulinpumpen und Kontinuierliche Glukosemess-Systeme (CGM) mit einer Software, die von der Looper-Community gemeinsam entwickelt wurde. Diese Systeme sind in der Lage, die Insulinzufuhr je nach Bedarf des Patienten anzupassen.
So arbeitet die Software (DIY-App) u. a. mit den aktuellen Glukosewerten, dem momentan wirkenden Insulin im Körper und dem angegebenen Glukose-Zielwert. Das Insulin zum Essen muss der Patient aber weiter selbst über die Pumpe eingeben. Man sollte deshalb besser von „Hybrid-Closed-Loop-Systemen“ statt vom Closed-Loop sprechen.
670G : in Deutschland ab 2020?
Einen kommerziellen Loop gibt es in Deutschland derzeit noch nicht. In den USA hingegen hat Medtronic als erstes Unternehmen ein solches System (MiniMed 670G) vor 2 Jahren auf den Markt gebracht, das die Diabeteswelt begeistert. Dieser „Hybrid-Closed-Loop“ – auch hier muss der Patient die abgeschätzte Menge an Kohlenhydraten selbst eingeben und den Bolus bestätigen – soll nach Angaben des Herstellers ab kommendem Jahr auch bei uns verfügbar sein.
„Wie viele Entscheidungen muss ein Typ-1er jeden Tag treffen?“, fragte Dr. Frank Best aus Essen. Der Diabetologe hat seit über 55 Jahren Typ-1-Diabetes und ist seit April 2016 „überzeugter Looper“. „200 bis 400“, lautet die Antwort. Für den Patienten sei das purer Stress – ständig Entscheidungen treffen zu müssen, die schwerwiegende Konsequenzen haben können – und deshalb auch ein wesentlicher Faktor, warum Typ-1-Patienten 2- bis 3 mal häufiger als Menschen ohne Diabetes an behandlungsbedürftigen Depressionen erkranken.
„Welche Frage stellen sich Typ-1er täglich am häufigsten?“, wollte er zudem wissen: „Was hab‘ ich jetzt schon wieder falsch gemacht?“ Im Alltag versuche der Patient, sein Diabetes-Management nach bestem Schulungswissen anzuwenden – oft würden die Glukosewerte aber trotzdem zu hoch oder zu niedrig liegen, was frustriert.
Die Risiken nicht außer Acht lassen!
Rechtsanwalt Oliver Ebert ist von den heutigen Möglichkeiten des Loopens mit selbstgebauten Systemen „begeistert“. Bei allen vielversprechenden Perspektiven und bei allem Nutzen gebe es aber auch Risiken. Als Hauptrisiko sieht er schwere Hypoglykämien aufgrund eines Softwarefehlers oder anderer technischer Komplikationen, durch die es zu einer unkontrollierten Ausschüttung von Insulin kommen könne.
„Wir sind weltweit 1300 Looper und wir haben fast 12 Mio. Stunden Loop-Erfahrung im täglichen Gebrauch“, sagte Saskia Wolf, Typ-1erin aus Berlin und passionierte Looperin – seit 3 Jahren nutzt sie ein DIY-System. Das Loopen tue ihr so gut, betonte sie, weil ihr Diabetesmanagement endlich erfolgreich funktioniere: Ihre Werte liegen jetzt zu etwa 97 Prozent im Zielbereich von 70 bis 180 mg/dl (3,9 bis 10 mmol/l).
von Angela Monecke
Redaktionsbüro Angela Monecke,
Kopenhagener Str. 74, 10437 Berlin,
E-Mail: angelamonecke@aol.com
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (8) Seite 54-55
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florahdo postete ein Update vor 5 Tagen, 5 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
moira postete ein Update vor 1 Woche
Hallo!
Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
Ich wüsste gerne wie gut das klappt.- moira antwortete vor 6 Tagen, 20 Stunden
Ich meinte Liberty




Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?