Nachgefragt | Recht: Haftungsrisiken in Diabetes- Selbsthilfegruppen

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Nachgefragt | Recht: Haftungsrisiken in Diabetes- Selbsthilfegruppen | Foto: Photographee.eu – stock.adobe.com
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Nachgefragt | Recht: Haftungsrisiken in Diabetes- Selbsthilfegruppen

In Selbsthilfegruppen erhalten Menschen mit Diabetes wertvolle Informationen aus erster Hand, tauschen Erfahrungen aus und bekommen praktische Tipps zum Diabetes-Management oder rechtlichen Fragen. Doch was geschieht, wenn sich die erteilten Auskünfte als falsch herausstellen und dadurch ein Schaden entsteht? Wo endet der harmlose Erfahrungsaustausch und beginnt eine möglicherweise haftungsrelevante Beratung?

Gemäß § 675 Absatz 2 BGB haftet grundsätzlich niemand dafür, wenn er einem anderen im Gespräch lediglich einen kostenlosen Tipp oder Ratschlag aus eigener Erfahrung gibt. Dies gilt für alle privaten Unterhaltungen und Gespräche im Rahmen von Selbsthilfegruppen-Treffen oder Veranstaltungen. Wer für die Beratungsleistung jedoch ein Entgelt verlangt, haftet grundsätzlich immer, unabhängig von der Höhe des Entgelts.

Gleiches gilt, wenn die Beratung als offizielle Leistung (z. B. für Vereinsmitglieder) angeboten wird. Hier gehen Betroffene selbstverständlich davon aus, dass die Auskunft aus kompetentem Mund erfolgt und richtig ist. Aber auch eine kostenlose Beratung in privatem Rahmen kann ausnahmsweise zu einer Haftung führen, wenn der Auskunftgeber über überlegenes Sachwissen verfügt oder eine überragende Vertrauensstellung genießt. In solchen Fällen muss er damit rechnen, dass der Ratsuchende auf die erhaltenen Auskünfte vertraut.

Vorsicht bei medizinischer Beratung

Besonders heikel wird es bei medizinischen Ratschlägen. Dies ist grundsätzlich Ärztinnen und Ärzten oder solchen Personen vorbehalten, welche über die notwendige Erlaubnis verfügen. Es ist erlaubt, allgemeine Informationen über Therapie-Möglichkeiten zu geben oder von eigenen Erfahrungen zu berichten. Man darf aber keine konkreten Diagnosen stellen, Behandlungen empfehlen oder individuelle Therapie-Anweisungen geben.

Aussagen wie „Verringern Sie abends Ihre Insulindosis um 10 Einheiten“ oder „Nehmen Sie dieses Medikament nicht mehr“ mögen im Einzelfall zwar richtig sein, wären im Rahmen der Beratung durch eine Selbsthilfegruppe jedoch nicht zulässig. Natürlich darf man aber auf erkannte Therapie-Unzulänglichkeiten oder Fehler hinweisen und den Betroffenen raten, dies mit dem Arzt abzuklären.

Achtung:Auch scheinbar neutrale Empfehlungen können als unzulässige Werbung eingestuft werden, wenn etwa finanzielle Interessen bestehen, z. B. durch Sponsoring, oder eine besondere Vertrauensstellung ausgenutzt wird. Bei Angaben zu Produkten sollte man daher stets auf eine objektive, sachliche Darstellung achten und keine Aussagen treffen, die über persönliche Erfahrungen hinausgehen oder als Werbung verstanden werden könnten. Verstöße können Abmahnungen, Unterlassungsklagen oder sogar Bußgelder nach sich ziehen.

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße