- Soziales und Recht
Patientensicherheit: Fehler oft vermeidbar
3 Minuten

Druckgeschwüre, Fehldiagnosen, schwere Infektionen: Bei 5 bis 10 Prozent (ein bis zwei Mio. Patienten) pro Jahr treten „unerwünschte Ereignisse“ auf. Bis zu 800 000 hätte man von vornherein verhindern können, inklusive der Todesfälle. Die Gründe für diese schockierenden Zahlen sind vielfältig.
Fast 95 Prozent aller stationären Behandlungen verlaufen ohne Zwischenfälle. Jeder 20. Todesfall im Krankenhaus ließe sich aber vermeiden. Das erklärt das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) und geht jetzt in die Offensive.
Statt als Erfolgsfaktor wird Patientensicherheit als Kostentreiber gesehen, kritisieren das APS und der Verband der Ersatzkassen (vdek).Tiefere Einblicke in das Thema liefert das neue Weißbuch: Isolierte Maßnahmen allein reichen nicht aus, um die Patientensicherheit nachhaltig zu verbessern – sie muss in alle Entscheidungen und Strukturen im Gesundheitssystem eingebunden sein. In den letzten Jahren habe sich hier schon viel getan, betonen APS und vdek. So gibt es etwa OP-Checklisten, die Aktion Saubere Hände, Fehlermeldesysteme und ein verpflichtendes Qualitätsmanagement in deutschen Krankenhäusern.
Doch diese Maßnahmen reichten bei weitem nicht aus: „Nur wer anerkennt, dass Fehler passieren, dass Strukturen und Prozesse zu vermeidbaren Patientenschäden führen, kann Fehlerursachen finden und abstellen“, sagt die APS-Vorsitzende Hedwig François-Kettner.
Patientenrolle neu definieren
Die Einbindung von Patienten und Angehörigen steht für das Aktionsbündnis an erster Stelle: „Die Sicherheit der Patienten ist nicht nur unser erklärtes Ziel, es ist auch an der Zeit, die Patientenrolle mit Blick auf die Patientensicherheit neu zu definieren“, erläutert sie. „Patienten und ihre Angehörigen müssen mit allen Mitteln in die Lage versetzt werden, zu ihrer eigenen Sicherheit beitragen zu können.“
Die beiden Organisationen haben nun sieben Forderungen entwickelt, um mit konkreten Schritten die heutige Situation in Sachen Sicherheit anzugehen. Handlungsbedarf bestehe u. a. vor allem bei der Hygiene und der Infektionsprävention, erklären das Aktionsbündnis und die Ersatzkassen.
Das Aktionsbündnis Patientensicherheit und der Verband der Ersatzkassen haben das „Weißbuch Patientensicherheit“ in Berlin vorgestellt. Die Organisationen fordern in dem Buch u. a. ein erweitertes Verständnis von Patientensicherheit und eine aktive Einbindung der Patienten.
Weitere Informationen: www.aps-ev.de
Eine bundeseinheitliche Hygiene-Richtlinie sei zum Beispiel längst überfällig: Über 400.000 Patienten erkranken pro Jahr in Deutschland an einer Krankenhausinfektion, etwa 30.000 von ihnen an multiresistenten Erregern (MRE). Ein Drittel der Infektionen gehen in erster Linie auf das Konto von Hygienemängeln – diese zum Teil lebensbedrohlichen Erkrankungen sind also grundsätzlich vermeidbar.
Zu einer Hygiene-Richtlinie mit verbindlichen Mindestanforderungen an die Struktur- und Prozessqualität müsse der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) gesetzlich verpflichtet werden, betonen APS und vdek. Die Richtlinie soll das Gremium dann in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI) entwickeln. Die Infektionsprävention für Patienten und Angehörige, vor allem ein besseres Erkennen lebensbedrohlicher Blutstrominfektionen (Sepsis), soll hingegen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu einem ihrer Schwerpunktthemen machen.
Patient kann selbst etwas tun
Für mehr Sicherheit können aber auch die Patienten und deren Angehörige sorgen, denn sie kennen oft als einzige den gesamten Behandlungsprozess. Patienten müssten außerdem über anstehende Behandlungen und mögliche Alternativen aufgeklärt werden.
Beim Erstkontakt mit einem niedergelassenen Arzt oder einer Versorgungseinrichtung, und auch im weiteren Verlauf, sollten Informationen über erfolgte Therapien und eingenommene Medikamente mit dem Patienten ausgetauscht werden: entweder im Gespräch oder anhand elektronischer Anamnesedaten. Auch hier müsse der G-BA ins Spiel kommen und entsprechende Richtlinien verabschieden.
von Angela Monecke
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (10) Seite 42-43
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße