Patientensicherheit: Fehler oft vermeidbar

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Patientensicherheit: Fehler oft vermeidbar

Druckgeschwüre, Fehldiagnosen, schwere Infektionen: Bei 5 bis 10 Prozent (ein bis zwei Mio. Patienten) pro Jahr treten „unerwünschte Ereignisse“ auf. Bis zu 800 000 hätte man von vornherein verhindern können, inklusive der Todesfälle. Die Gründe für diese schockierenden Zahlen sind vielfältig.

Fast 95 Prozent aller stationären Behandlungen verlaufen ohne Zwischenfälle. Jeder 20. Todesfall im Krankenhaus ließe sich aber vermeiden. Das erklärt das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) und geht jetzt in die Offensive.

Statt als Erfolgsfaktor wird Patientensicherheit als Kostentreiber gesehen, kritisieren das APS und der Verband der Ersatzkassen (vdek).Tiefere Einblicke in das Thema liefert das neue Weißbuch: Isolierte Maßnahmen allein reichen nicht aus, um die Patientensicherheit nachhaltig zu verbessern – sie muss in alle Entscheidungen und Strukturen im Gesundheitssystem eingebunden sein. In den letzten Jahren habe sich hier schon viel getan, betonen APS und vdek. So gibt es etwa OP-Checklisten, die Aktion Saubere Hände, Fehlermeldesysteme und ein verpflichtendes Qualitätsmanagement in deutschen Krankenhäusern.

Doch diese Maßnahmen reichten bei weitem nicht aus: „Nur wer anerkennt, dass Fehler passieren, dass Strukturen und Prozesse zu vermeidbaren Patientenschäden führen, kann Fehlerursachen finden und abstellen“, sagt die APS-Vorsitzende Hedwig François-Kettner.

Patientenrolle neu definieren

Die Einbindung von Patienten und Angehörigen steht für das Aktionsbündnis an erster Stelle: „Die Sicherheit der Patienten ist nicht nur unser erklärtes Ziel, es ist auch an der Zeit, die Patientenrolle mit Blick auf die Patientensicherheit neu zu definieren“, erläutert sie. „Patienten und ihre Angehörigen müssen mit allen Mitteln in die Lage versetzt werden, zu ihrer eigenen Sicherheit beitragen zu können.“

Die beiden Organisationen haben nun sieben Forderungen entwickelt, um mit konkreten Schritten die heutige Situation in Sachen Sicherheit anzugehen. Handlungsbedarf bestehe u. a. vor allem bei der Hygiene und der Infektionsprävention, erklären das Aktionsbündnis und die Ersatzkassen.

„Weißbuch Patientensicherheit“

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit und der Verband der Ersatzkassen haben das „Weißbuch Patientensicherheit“ in Berlin vorgestellt. Die Organisationen fordern in dem Buch u. a. ein erweitertes Verständnis von Patientensicherheit und eine aktive Einbindung der Patienten.

Weitere Informationen: www.aps-ev.de

Eine bundeseinheitliche Hygiene-Richtlinie sei zum Beispiel längst überfällig: Über 400.000 Patienten erkranken pro Jahr in Deutschland an einer Krankenhaus­infektion, etwa 30.000 von ihnen an multiresistenten Erregern (MRE). Ein Drittel der Infektionen gehen in erster Linie auf das Konto von Hygienemängeln – diese zum Teil lebensbedrohlichen Erkrankungen sind also grundsätzlich vermeidbar.

Zu einer Hygiene-Richtlinie mit verbindlichen Mindestanforderungen an die Struktur- und Prozessqualität müsse der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) gesetzlich verpflichtet werden, betonen APS und vdek. Die Richtlinie soll das Gremium dann in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI) entwickeln. Die Infektionsprävention für Patienten und Angehörige, vor allem ein besseres Erkennen lebensbedrohlicher Blutstrominfektionen (Sepsis), soll hingegen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu einem ihrer Schwerpunktthemen machen.

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Patient kann selbst etwas tun

Für mehr Sicherheit können aber auch die Patienten und deren Angehörige sorgen, denn sie kennen oft als einzige den gesamten Behandlungsprozess. Patienten müssten außerdem über anstehende Behandlungen und mögliche Alternativen aufgeklärt werden.

Beim Erstkontakt mit einem niedergelassenen Arzt oder einer Versorgungseinrichtung, und auch im weiteren Verlauf, sollten Informationen über erfolgte Therapien und eingenommene Medikamente mit dem Patienten ausgetauscht werden: entweder im Gespräch oder anhand elektronischer Anamnesedaten. Auch hier müsse der G-BA ins Spiel kommen und entsprechende Richtlinien verabschieden.


von Angela Monecke
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (10) Seite 42-43

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    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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