Patientenwohl als politischer Maßstab

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© Pressebild/Maximilian König
Patientenwohl als politischer Maßstab

„Das Patientenwohl ist für uns entscheidender Maßstab für gesundheitspolitische Entscheidungen, die Patientenorientierung ist unser Leitbild für das Gesundheitswesen.“ So steht es im Koalitionsvertrag – und das ist gut. An dieser Vorgabe wird sich auch der neue Bundesgesundheitsminister Jens Spahn orientieren müssen. Im März trat der Gesundheits-Experte und CDU-Politiker die Nachfolge von Hermann Gröhe an.

Die Wartezeit für Patienten auf einen Arzttermin verkürzen, die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte verbessern und die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben: das sind die gesundheitspolitischen Ziele von Jens Spahn, 37, Bankkaufmann und Politikwissenschaftler aus Ahaus im Münsterland.

Seit 2002 gehört er dem Bundestag an und gilt als erfahrener Gesundheitspolitiker. Bis 2015 war Spahn für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Gesundheitsausschuss vertreten, dann deren gesundheitspolitischer Sprecher. Regierungserfahrung bringt er seit Juli 2015 als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesfinanzminister mit.

Wie die gesundheitspolitischen Ambitionen der neuen Bundesregierung in dieser Legislaturperiode aussehen, legt der Koalitionsvertrag fest: So will die Große Koalition gezielt Volkskrankheiten bekämpfen. “Dabei betonen wir die Nationale Diabetes-Strategie”, heißt es in dem fast 180 Seiten starken Papier. Weitere Schwerpunkte sind u.a. die Prävention chronischer Erkrankungen, insbesondere die “Entwicklung einer nationalen Strategie zur Reduzierung von Übergewicht vor allem bei Kindern und Jugendlichen”.

Spahn und die Diabetes-Strategie

Die Diabetes-Strategie kann politisch viel bewegen. Der Gesetzgeber soll so über das Bundesgesundheitsministerium gezwungen werden, die strukturierte Versorgung von Diabetikern ” in allen Ebenen, die dort angegangen werden müssen, auf den Weg zu bringen”, sagte Dietrich Monstadt, CDU, vor kurzem in Berlin (wir berichteten). “Dafür ist die Strategie gut geeignet”, betonte der Bundestagsabgeordnete und Typ-2-Diabetiker. Spahn sehe das genauso: “Ich bin mir sehr sicher, dass er da absolut an unserer Seite ist”, erklärte Monstadt.


Der Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt, CDU, ist sich sicher, dass Jens Spahn als neuer Bundesgesundheits­minister die Nationale Diabetes-Strategie vorantreibt. Monstadt hat selbst Typ-2-Diabetes und spritzt Insulin.

Das Thema Diabetes ist Jens Spahn nicht fremd, wie sich schon 2013 zeigte: “Wir sind heutzutage glücklicherweise so weit, dass viele an Diabetes erkrankte Menschen so behandelt werden können, dass sie ein nahezu uneingeschränktes Leben führen können.”

Es gebe aber “leider auch schwerwiegendere Verläufe, bei denen es zu erheblichen Einschränkungen” komme, sagte der damalige gesundheitspolitischer Sprecher der CDU im Vorfeld der Bundestagswahl gegenüber dem Diabetes-Journal. Hier müsse alles getan werden, “damit ein möglichst uneingeschränktes Leben auch mit Diabetes weiter möglich” sei. Spahn sprach auch offen darüber, dass es in seinem “familiären und freundschaftlichen Umfeld nur wenige Diabetiker” gebe, “die aber alle bestens eingestellt” seien.

Damals versicherte er zudem: “So lange die CDU mitregiert, werden Diabetiker in Deutschland weiterhin eine medizinische Versorgung auf hohem Niveau erhalten.” Und weiter betonte er, “den Menschen mit seinen konkreten Sorgen und Nöten im Alltag im Blick zu behalten.” Da nehmen wir Sie beim Wort, Herr Minister! Ein Interview mit Jens Spahn lesen Sie in einer unserer nächsten Ausgaben.


von Angela Monecke
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (5) Seite 42-43

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
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