- Soziales und Recht
Polizist kann Messresultat nicht beurteilen
2 Minuten
Rechtsanwalt Oliver Ebert gibt Ihnen in der Diabetes-Journal-Rubrik Rechteck Antworten auf rechtliche und soziale Fragen rund um das Thema Diabetes.
Die Frage
Ich habe von einem Typ-1-Diabetiker gehört, dass er bei einer Verkehrskontrolle auf die Pumpe angesprochen wurde. Als er es erwähnte, wurde er zur Blutzuckerkontrolle aufgefordert. Er hat sich geweigert, es wurde ein “Amtsarzt” bestellt, der dann kontrolliert hat (120 mg/dl, 6,7 mmol/l). Angeblich sei er durch die Fahrweise aufgefallen. Meine Frage bezieht sich darauf, unter welchen Umständen (auch verdachtsunabhängig?) eine Messung “erzwungen” oder durch einen Arzt veranlasst werden darf. Und bei welchen Werten eine Weiterfahrt verweigert werden darf. Gibt es da Grenzen z. B über 250 mg/dl (13,9 mmol/l)?
Sebastian B., per e-Mail
Oliver Ebert:
Nachdem der Fahrer ja offensichtlich durch seine Fahrweise aufgefallen war, dürfte die Aufforderung der Polizei zur Selbstmessung das mildeste Mittel – und daher zulässig – gewesen sein, entsprechend einer Aufforderung zum freiwilligen “Blasen” beim Alkoholtest. Einer solchen Aufforderung muss man aber nicht nachkommen, denn man muss nicht aktiv mithelfen, sich selbst zu belasten.
Auch wäre es fraglich, welche Konsequenzen eine Selbstmessung ergeben hätte: Der Polizist als medizinischer Laie kann das Messresultat ja gar nicht beurteilen. Sofern aber der Verdacht auf eine Straftat besteht (zum Beispiel gemäß § 315c StGB: Trunkenheit im Straßenverkehr oder § 323c StGB: Straßenverkehrsgefährdung), dann kann eine Blutprobe bzw. eine beweissichernde Untersuchung angeordnet werden.
Ohne jeglichen Anfangsverdacht oder Anlass wäre die Anordnung einer amtsärztlichen Untersuchung/Messung aber nicht rechtmäßig und könnte später gerichtlich gerügt werden. Grenzwerte nach oben gibt es meines Wissens keine. Selbst ein hoher Wert von 300 mg/dl (16,7 mmol/l) muss nicht zwingend zur Fahruntauglichkeit führen, denn es hängt immer von der individuellen Körperwahrnehmung/Auswirkung ab. Letztlich wird im Zweifel nur ein Arzt anhand des Gesamtbildes bewerten können, ob eine (eingeschränkte) Fahreignung vorliegt.
von Oliver Ebert
REK Rechtsanwälte
Nägelestraße 6A, 70597 Stuttgart oder
Friedrichstraße 49, 72336 Balingen
E-Mail: Sekretariat@rek.de
Internet: www.diabetes-und-recht.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2015; 64 (6) Seite 56-57
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
