Projekt erfoscht soziale Hilfsstrukturen bei Typ-2-Diabetes

2 Minuten

© Peter Maszlen - Fotolia
Projekt erfoscht soziale Hilfsstrukturen bei Typ-2-Diabetes

Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes benötigen über die hausärztliche Versorgung hinaus eine alltagsnahe Unterstützung, die auch durch Nachbarschaftshilfe erfolgen kann. Das Forschungsprojekt „Diabetes2sozial“ der Technischen Hochschule Nürnberg soll neue Erkenntnisse zum Ausmaß sozialer Hilfen im Zusammenhang mit der Stoffwechselerkrankung liefern.

Menschen mit einer komplexen chronischen Erkrankung wie dem Typ-2-Diabetes benötigen eine gute Gesundheitsversorgung. Einige Angebote des wachsenden Gesundheitsmarktes können jedoch nicht alle Patienten ohne fremde Hilfe nutzen – beispielsweise ist bereits die Internetrecherche nach wohnortnahen medizinischen Angeboten oder die Nutzung telemedizinischer Angebote für viele problematisch.

Auch regelmäßige Fahrten zu Fachärztinnen und -ärzten können gerade in ländlichen Regionen eine Herausforderung darstellen. Insbesondere, wenn die familiäre Unterstützung nicht gegeben ist, gestaltet sich der Alltag mit einer chronischen Erkrankung schwierig.

Möglichkeiten und Grenzen der nachbarschaftlichen Hilfe

Daher beschäftigen sich Prof. Dr. Sabine Fromm und Prof. Dr. Doris Rosenkranz von der Fakultät Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Nürnberg (TH Nürnberg) im Forschungsprojekt „Diabetes2sozial“ mit der Frage, durch wen und in welcher Form die Betroffenen regelmäßig Hilfe erhalten können.

Eine wichtige Unterstützung kann das nahe Wohnumfeld der Erkrankten, die engere oder weitere Nachbarschaft, sein. Die beiden Professorinnen erforschen gemeinsam mit ihrem Team, welche Dienste die Nachbarschaft tatsächlich leisten kann und wo deren Grenzen sind: Ist der nachbarschaftliche Fahrdienst verlässlich? Benötigen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer eine Schulung? Wird die Privatsphäre gewahrt? Kann jemand vermitteln, falls es zu Konflikten zwischen Betroffenen und Ehrenamtlichen kommt?

Interviews und regionale Befragungen der Bevölkerung

Um das herauszufinden, benötigt das Forschungsteam viele aussagekräftige Daten. Das weiß auch Björn Helling, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts „Diabetes2sozial“: „Wir werden im Rahmen des Forschungsprojektes wissenschaftlich gesicherte Informationen sammeln. Dazu planen wir sowohl Interviews als auch regionale Befragungen der Bevölkerung.“

Die Kerscher’sche Stiftung, deren Ziel die Verbesserung der strukturierten Versorgung, der Diagnostik und der Betreuung von Menschen mit Diabetes ist, fördert das Projekt der TH Nürnberg. „Wir wollen mithelfen, die Lebenssituation von Menschen mit einer Diabeteserkrankung zu verbessern, indem wir die Erfahrungen, Bedarfe und Möglichkeiten dazu in den unterschiedlichsten Räumen erforschen“, erklärt Stefan Müller, Vorstandsvorsitzender der Kerscher´schen Stiftung.


Quelle: Technischen Hochschule Nürnberg | Redaktion

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Mit Typ-1-Diabetes: Auf in die Schule nach Spanien!
Von ihrem Typ-1-Diabetes ließ sich Juliana Heidenreich nicht von ihrem Traum abhalten, ein halbes Jahr in Spanien zur Schule zu gehen. Gut vorbereitet zusammen mit ihrer Familie konnte sie die Zeit bei ihrer Gastfamilie genießen.
Mit Typ-1-Diabetes: Auf in die Schule nach Spanien! | Foto: privat

8 Minuten

Gesünder Leben: Die Kraft der kleinen Schritte
Wie viel Veränderung ist nötig, um gesünder zu leben? Muss wirklich alles von Ernährung über Bewegung bis hin zur gesamten Lebensführung radikal umgestellt werden? Aktuelle Studien zeigen, dass es auch die kleinen Schritte sein können, die zu den gewünschten Effekten führen können.
Gesünder Leben: Die Kraft der kleinen Schritte | Foto: vegefox.com – stock.adobe.com

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Woche

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 3 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 4 von 6 )
    66.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%