Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Abmahnung für Blutzuckermessung in der Küche – ist das rechtens?

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Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Abmahnung für Blutzuckermessung in der Küche – ist das rechtens?

Ein Koch erhält eine Abmahnung, weil er in der Küche eine Blutzuckermessung durchgeführt hat. Ist das rechtens? Rechtsanwalt Oliver Ebert ordnet ein, welche Rechte Arbeitnehmer mit Diabetes am Arbeitsplatz haben.

Die Frage

Ich bin Koch und arbeite seit 20 Jahren in einer Firmenkantine. Nun habe ich eine Abmahnung bekommen, nur weil ich mir den Blutzucker gemessen habe. Mein Vorgesetzter schrie mich an, dies sei ein gravierender Verstoß gegen die Hygienevorschriften. Er sagte, ich solle das gefälligst auf der Toilette erledigen, was ich aber nicht möchte. Muss ich mir das gefallen lassen bzw. kann ich gegen die Abmahnung vorgehen?

Holger F.

Die Antwort von Oliver Ebert

Leider kann ich ohne inhaltliche Prüfung von Arbeitsvertrag, Arbeitsanweisungen sowie weiteren Informationen zu den betrieblichen Gegebenheiten keine sichere Einschätzung vornehmen. Ich denke allerdings, dass die Abmahnung hier wohl kaum zu beanstanden sein dürfte: Ihr Arbeitgeber darf selbstverständlich erwarten, dass Sie grundlegende Hygiene-Vorschriften einhalten und in der Küche – vor allem neben offenen Lebensmitteln – weder spritzen noch den Blutzucker messen.

Allerdings wird der Arbeitgeber wohl nicht verlangen können, dass Sie zum Messen des Blutzuckers die Toilette aufsuchen. Sicherlich gibt es Aufenthalts-, Umkleide- oder Sozialräume, wo die Messung diskret und hygienisch vorgenommen werden kann.


von Oliver Ebert

Oliver Ebert ist Fachanwalt für IT-Recht, Datenschutzbeauftragter und -auditor und Hochschullehrbeauftragter für Datenschutz- und Internetrecht. Zudem ist er Geschäftsführer der mediaspects GmbH sowie Fachjournalist für Medizin, Datenschutz & Patientenrechte. Seit vielen Jahren befasst er sich mit dem Thema Diabetes und unterstützt Patienten, Angehörige und Ärzte in juristischen Belangen. Er war langjähriger Vorsitzender des DDG-Ausschusses Soziales und ist Co-Koordinator/Mitautor der europaweit ersten S2e-Leitlinie: „Diabetes & Straßenverkehr“

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (2) Seite 49

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      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?