Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Ist Insulin auf Vorrat für einen langen Urlaub möglich?

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Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Ist Insulin auf Vorrat für einen langen Urlaub möglich?

Insulin auf Vorrat für einen mehrmonatigen Urlaub – geht das? Rechtsexperte Oliver Ebert erklärt, warum Ärzte nur einen Dreimonatsbedarf verordnen dürfen und welche Möglichkeiten Reisende mit Diabetes dennoch haben.

Die Frage

Wir planen eine längere Skandinavien-Tour mit dem Wohnmobil und werden wohl einige Monate wegbleiben. Damit ich den entsprechenden Insulinvorrat mitnehmen kann, habe ich um ein Rezept für die entsprechend größere Menge Insulin gebeten. Mein Arzt behauptet jetzt aber, dass er mir nur eine Verordnung für maximal einen 3-Monatsbedarf ausstellen dürfe – das reicht mir aber nicht; ich kann ja den Urlaub nicht extra für ein neues Rezept unterbrechen. Stimmt die Aussage des Arztes denn wirklich und es gibt keine Ausnahmemöglichkeit?

Egon K.

Die Antwort von Oliver Ebert

Die Auskunft Ihres Arztes ist richtig. Die Krankenkasse muss grundsätzlich keine Leistungen übernehmen, wenn und solange gesetzlich Versicherte sich nicht nur kurzfristig im Ausland aufhalten. Dies ist gesetzlich so vorgeschrieben (§ 16 SGB V); der Arzt darf daher tatsächlich nur für längstens drei Monate im Voraus die erforderlichen Medikamente verordnen. Wenn der Aufenthalt im Ausland länger dauert, ist eine Verordnung nicht zulässig und der Arzt muss damit rechnen, dass es zu Regressforderungen seitens der Krankenkasse kommt.

Eine Möglichkeit wäre, dass Sie aus dem Urlaub telefonisch ein neues Rezept in Form einer “Auslandsverschreibung” bzw. “grenzüberschreitenden Verschreibung” erbitten, welches Ihnen dann an eine feste Adresse (z. B. auf einen Campingplatz) im Urlaubsland geschickt wird. Diese Verschreibung können Sie dann grundsätzlich in jedem Land der Europäischen Union (EU) einlösen. Ein spezielles Rezeptformular wird dafür nicht benötigt.

Allerdings sollte beachtet werden, dass das konkrete Insulin womöglich nicht unter demselben Namen wie in Deutschland bzw. in der verordneten Darreichungsform im Urlaubsland erhältlich oder zugelasssen ist. Die Verordnung sollte daher alle erforderlichen Angaben enthalten, damit ein Apotheker im Urlaubsland das benötigte Medikament in richtiger Dosierung ermitteln kann.

Weitere Informationen dazu finden sich auf dem Bürgerportal der Europäischen Union „Your Europe“.


von Oliver Ebert

Oliver Ebert ist Fachanwalt für IT-Recht, Datenschutzbeauftragter und -auditor und Hochschullehrbeauftragter für Datenschutz- und Internetrecht. Zudem ist er Geschäftsführer der mediaspects GmbH sowie Fachjournalist für Medizin, Datenschutz & Patientenrechte. Seit vielen Jahren befasst er sich mit dem Thema Diabetes und unterstützt Patienten, Angehörige und Ärzte in juristischen Belangen. Er war langjähriger Vorsitzender des DDG-Ausschusses Soziales und ist Co-Koordinator/Mitautor der europaweit ersten S2e-Leitlinie: „Diabetes & Straßenverkehr“

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 72 (7) Seite 46

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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 1 Tag

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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