Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Muss man Diabetes in der Fahrschule angeben?

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Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Muss man Diabetes in der Fahrschule angeben?

Muss ein Jugendlicher mit Typ-1-Diabetes seinen Diabetes bei der Fahrschule und der Führerscheinbehörde angeben? Rechtsanwalt Oliver Ebert erklärt, was gesetzlich gilt – und warum Offenheit meist die bessere Wahl ist.

Die Frage

Mein Sohn möchte den Führerschein machen. Im Anmeldebogen der Kommune ist auch die Frage nach körperlichen Einschränkungen aufgeführt. Direkt daneben sind dazu Beispiele in Klammern vermerkt, darunter auch „Zuckerkrankheit“.

Meine Frage dazu: Kann ich den Punkt dennoch offenlassen? Mein Sohn ist Diabetiker Typ 1. Oder muss ich dies hier angeben? Im Anmeldebogen der Fahrschule gibt es die Frage auch, jedoch ohne Beispiele.

Ralf M.

Die Antwort von Oliver Ebert

Die Frage im Führerscheinantrag sollte auf jeden Fall wahrheitsgemäß beantwortet werden. Diabetes mellitus ist eine körperliche Einschränkung, welche die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen beeinträchtigen kann. Die Führerscheinbehörde ist gemäß § 11 Fahrerlaubnisverordnung (FeV) berechtigt, solche Risiken zu erfragen. Ich kann aber gleich beruhigen: Wenn Ihr Sohn gut eingestellt ist und Unterzuckerungen rechtzeitig wahrnimmt, muss er normalerweise keine Schwierigkeiten befürchten.

Bei der Fahrschule sollte der Diabetes ebenfalls wahrheitsgemäß angegeben werden. Denn der Fahrlehrer/die Fahrlehrerin muss wissen, welche relevanten Risiken bzw. gesundheitlichen Einschränkungen bei einem Fahrschüler bestehen, damit er/sie im Zweifel richtig reagieren kann.


von Oliver Ebert

Oliver Ebert ist Fachanwalt für IT-Recht, Datenschutzbeauftragter und -auditor und Hochschullehrbeauftragter für Datenschutz- und Internetrecht. Zudem ist er Geschäftsführer der mediaspects GmbH sowie Fachjournalist für Medizin, Datenschutz & Patientenrechte. Seit vielen Jahren befasst er sich mit dem Thema Diabetes und unterstützt Patienten, Angehörige und Ärzte in juristischen Belangen. Er war langjähriger Vorsitzender des DDG-Ausschusses Soziales und ist Co-Koordinator/Mitautor der europaweit ersten S2e-Leitlinie: „Diabetes & Straßenverkehr“

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (11) Seite 55

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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