- Soziales und Recht
Schwerbehindertenausweis bei Diabetes: Was sind die Vorteile? Und gibt es auch Nachteile?
3 Minuten

Ein Schwerbehindertenausweis bringt bestimmte Vergünstigungen, der Aufwand des Antragsverfahrens kann jedoch erheblich sein. Welche wesentlichen Vorteile, aber auch Nachteile sind mit dem Schwerbehindertenstatus bei Diabetes verbunden?
Menschen mit festgestellter Schwerbehinderung, d.h. ab einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50, können zahlreiche staatliche Maßnahmen zur Unterstützung in Anspruch nehmen, die „Nachteilsausgleiche“. Seit einigen Jahren ist es allerdings zunehmend schwierig, allein aufgrund des Diabetes den Schwerbehindertenstatus zu erhalten. Ein hoher Therapie-Aufwand reicht allein noch nicht aus. Man muss zusätzliche, erhebliche Einschnitte nachweisen, die sich gravierend auf die Lebensführung auswirken.
Der Aufwand für einen solchen Antrag kann daher erheblich sein. Nicht selten lässt sich der Schwerbehindertenstatus oft erst nach jahrelangen Gerichtsverfahren durchsetzen.
Auf einen Blick: Vor- und Nachteile des Schwerbehindertenausweises bei Diabetes
- Der Schwerbehindertenstatus bringt u. a. einen erhöhten Kündigungsschutz, die Möglichkeit zur vorzeitigen Altersrente sowie Steuervorteile.
- Nachteilig ist, dass sich die Chancen auf den Abschluss einer Risikoversicherung meist verringern. Auch besteht die Gefahr von Mobbing oder Diskriminierung, wenn die Behinderung bekannt wird.
- Der Schwerbehindertenstatus hängt vom tatsächlichen Gesundheitszustand ab, es gibt keinen Bestandsschutz.
Vorteile: der Schwerbehindertenausweis bringt Menschen mit Diabetes einige Vergünstigungen
Eins der wichtigsten Argumente für das Erlangen eines Schwerbehindertenstatus ist der erhöhte Kündigungsschutz: Die Kündigung eines schwerbehinderten Mitarbeiters durch den Arbeitgeber ist nur dann wirksam, wenn zuvor das Integrationsamt angehört wurde und die Behörde der Kündigung zugestimmt hat. Wurde die Zustimmung nicht eingeholt, ist die Kündigung unwirksam.
Ein weiterer Vorteil: Schwerbehinderte haben Anspruch auf bis zu fünf zusätzliche Urlaubstage, werden auf Verlangen von Mehrarbeit (z. B. im Schichtbetrieb) freigestellt und können begleitende Hilfe im Arbeitsleben erhalten, beispielsweise technische Arbeitshilfen oder Übernahme der Kosten einer notwendigen Arbeits-Assistenz. Sehr wichtig ist auch die Möglichkeit der vorzeitigen Altersrente. Schwerbehinderte Menschen können bereits mit 65 Jahren (statt mit 67 Jahren) in Rente gehen, manche Geburten-Jahrgänge sogar noch früher. Und wer Renten-Abzüge akzeptiert, kann sogar schon mit 62 Jahren vorzeitig in Rente.
Bei Kindern mit Diabetes wird bis zum 16. Lebensjahr eine „Hilflosigkeit“ festgestellt und das Merkzeichen „H“ zuerkannt. Die Eltern können dann einen Steuerfreibetrag von 7.400 Euro im Jahr in Anspruch nehmen. Ein Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen H berechtigt auch zur kostenlosen Beförderung im Nahverkehr.
Schließlich verbessert der Schwerbehindertenausweis die Chancen auf eine Verbeamtung. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung auch bevorzugt in den öffentlichen Dienst eingestellt.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 6 Tagen
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Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
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