Sind schlechte Werte ein Tabu?

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Sind schlechte Werte ein Tabu?

Heute machen viele von uns ihre Werte und Kurven sichtbar, z.B. durch Posts in Facebook-Gruppen oder auf Instagram. Ich nehme mich da nicht aus! Man spricht also über seine Werte, das ist schon mal gut.

In der Regel sind es die guten Werte, die wir zeigen, die Kurven mit den geringen Schwankungen. Das kann motivieren, denn man sieht, dass es gehen kann mit den guten Werten. Diese öffentlich gezeigten guten Werte können aber auch frustrieren, wenn es bei einem selbst nicht so gut klappt bzw. man einen sehr hohen Anspruch an die eigene Kurve entwickelt.

Wo sind die schlechten Werte?

Eher selten sehen wir die schlechten Werte. Das soll jetzt kein Plädoyer für schlechte Werte sein, versteht mich nicht falsch. Doch in der Realität gibt es SIE ohne Zweifel, die schlechten Werte. Doch was machen wir mit unseren schlechten Werten?

Ich hatte viele Jahre schlechte Werte!

Schlechte Werte, weil ich es manchmal einfach nicht hinbekommen habe.
Schlechte Werte, weil ich für bestimmte Situationen nicht gut genug geschult war.
Schlechte Werte, weil ich einfach keinen Bock hatte.
Schlechte Werte, weil ich nicht um Hilfe bitten konnte.

Ich habe mich geschämt, weil ich es nicht hinbekommen habe, denn die Technik hatte ich schnell drauf – in Mathe war ich schon immer gut. Doch Diabetes-Management ist halt mehr als BE-Zählen, Messen, Rechnen und Spritzen. Ich habe mein Leben gut gemeistert, Schule, Studium, Job-Alltag. Der Diabetes hat dabei leider oft eine untergeordnete Rolle gespielt und ich habe ihn vernachlässigt. Die Termine beim Diabetologen waren der Horror.

Nur Oma durfte fragen …

Meine Oma hat mich immer gefragt, was mein Zucker macht. Auf der einen Seite war ich echt genervt von der Frage, besonders wenn es mal wieder eine Phase war, in der es nicht so gut lief. Aber auf der anderen Seite war ich ihr dankbar. Sie hatte ein Händchen dafür, mich zum Nachdenken anzuregen.

Heute würde ich anders mit ihr über meinen Diabetes sprechen. Damals konnte ich das nicht. Aber dennoch war sie die Einzige in meiner Familie, die mich nach meinen Werten fragen durfte, ohne dass ich an die Decke gegangen bin.

Guter Diabetiker, schlechter Diabetiker?

Einige Begegnungen mit anderen Diabetikern haben mich oft an die Autoquartetts aus meiner Jugend erinnert. Was hast du für Werte? Besser oder schlechter? Wie war dein letzter HbA1c-Wert? Ich habe es gehasst. Guter Diabetiker oder schlechter Diabetiker?

Friedensschluss mit dem Diabetes – aber schlechte Werte gibt es immer noch

Heute genieße ich den Kontakt zu meiner Diabetes-Community, wertschätzend und unterstützend. Sicherlich habe ich mich verändert und in den letzten Jahren ein sehr viel besseres Verhältnis zu meinem Diabetes entwickelt. Wir haben Frieden miteinander geschlossen – zumindest die meiste Zeit. Und ich antworte auch nicht mehr auf alle Fragen, die mir gestellt werden 🙂

Aber auch heute habe ich manchmal schlechte Werte!

Schlechte Werte, weil ich mich bei einem Essen verschätzt habe oder es sich anders verhält als gedacht.
Schlechte Werte, weil ich eine falsche Stelle zum Spritzen erwischt habe.
Schlechte Werte, weil sich mein Insulinbedarf ändert und ich es nicht sofort merke.
Schlechte Werte, weil ich manchmal vergesslich bin.

Hinschauen – nicht ignorieren!

Schlechte Werte können viele Ursachen haben. Scheut euch nicht, euch mit ihnen auseinanderzusetzen. Schaut hin, reagiert und ignoriert sie nicht. Wenn ihr alleine nicht weiterkommt, nehmt Hilfe in Anspruch, Es gibt vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten. Es gibt keinen Grund, dass ihr alles mit euch alleine ausmachen müsst. Traut euch, darüber zu sprechen. Ihr seid deswegen keine schlechten Diabetiker. Aber vor allem steckt nicht den Kopf in den Sand und lasst euch nicht von den schlechten Werten unterkriegen.


Mehr Artikel zum Thema “Schlechte Werte”

Vor einiger Zeit lief es bei Sheela nicht ganz rund – hier berichtet sie von ihren schlechten Werten. 

Rätseln, woher die schlechten Werte stammen – Antje schildert hier einige Geschichten aus der diabetologischen Praxis. 

Und Carolin erzählt von ihrem DiaBuddy, der sie zuverlässig aus Tiefs herausholt.

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • stephanie-haack postete ein Update vor 4 Wochen

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 4 Wochen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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