So will das Gesundheitsministerium Engpässe künftig vermeiden

2 Minuten

© benjaminnolte - Fotolia
So will das Gesundheitsministerium Engpässe künftig vermeiden

Nachtrag zum Titelthema im Juni („Arzneimittelversorgung“): Unsere Interviewfragen an den Bundesgesundheitsminister konnte dieser in Corona-Zeiten nicht beantworten. Zum Thema „Lieferengpässe bei Arzneimitteln“ konnte uns das Ministerium aber untenstehende Informationen übermitteln.

Verfügbarkeit und Qualität von Arzneimitteln haben ihren Preis. Hier nun Ankündigungen aus dem Gesundheitsministerium. Sie gehen in die richtige Richtung, müssen aber auch umgesetzt werden:

Meldepflicht

Pharmazeutische Unternehmen und Großhändler werden verpflichtet, zu versorgungsrelevanten Arzneimitteln Informationen zu Lagerbeständen, Warenflüssen und drohenden Lieferengpässen an die Bundesoberbehörden zu melden. So kann die Versorgungslage kontinuierlich eingeschätzt werden und der Bund erhält einen Überblick, wo es bei drohenden Lieferengpässen noch Restbestände von Medikamenten gibt.

Lagerhaltung

Um Lieferengpässe zu vermeiden, sollen die Bundes­oberbehörden Unternehmen und Großhändlern für kritische Arzneimittel Vorgaben zur Lagerhaltung machen können.

Kennzeichnung

Arzneimittel, die in Deutschland abgegeben werden, müssen in deutscher Sprache gekennzeichnet sein. Im Ausnahmefall dürfen künftig auch Medikamente eingesetzt werden, die in ausländischer Sprache gekennzeichnet sind, sofern die Anwendung direkt vom Arzt am Patienten erfolgt.

Rabattausnahme

Heute verpflichten Rabattverträge die Apotheken, besonders preisgünstige Medikamente abzugeben. Sollten diese rabattierten Medikamente in der Apotheke nicht zur Verfügung stehen, sollen Apotheker künftig auch vergleichbare Arzneimittel abgeben dürfen. Ist das vergleichbare Arzneimittel teurer, trägt nicht der Versicherte die Mehrkosten (Aufzahlung), sondern die Krankenkasse.

Beirat

Die Versorgungsrelevanz von Arzneimitteln sowie Lieferengpässe und mögliche Reaktionen soll künftig ein Beirat beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bewerten. Dieser Beirat besteht aus Vertretern von Fachgesellschaften, Apothekerverbänden, Arzneimittelkommission und Pharmaunternehmen.

»Patienten erwarten zu Recht, dass sie dringend notwendige Medikamente unverzüglich bekommen. Das ist momentan leider zu häufig nicht der Fall. Aber Arzneimittel­versorgung ist Grundversorgung. Hier muss der Staat funktionieren. Deshalb werden wir alles tun, um Lieferengpässe von Medikamenten künftig zu vermeiden.
Deswegen wird der Bund bei der Verteilung von Medikamenten stärker eingreifen als bisher. Und wir werden auf internationaler Ebene nach Lösungen suchen, damit wieder Arzneimittel in Europa hergestellt werden.«
Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

von Manfred Krüger | AM
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (7) Seite 16

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen

Mit dem Insulinpen sein Insulin zu spritzen, klingt zunächst erst einmal einfach. Aber es gibt ein paar Dinge zu beachten, damit die Therapie gut funktioniert. Diabetesberaterin Regine Werk erklärt, worauf es ankommt.
Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen | Foto: Goffkein - stock.adobe.com

3 Minuten

Faschingszeit: Gute Vorsätze – mit kurzer Pause

Der Februar ist da – und mit ihm die Zeit, in der viele Menschen mit einer gewissen Skepsis auf ihre individuellen Neujahrs-Vorsätze schauen. Hält die Motivation noch oder hat sich der Alltag mit seinen kleinen Versuchungen wieder durchgesetzt – insbesondere bezüglich der nun anstehenden Faschingszeit? Gerade für Menschen mit Diabetes sind gute Vorsätze ein zentraler Baustein ihrer Therapie.
Faschingszeit: Gute Vorsätze – mit kurzer Pause | Foto: Petra Fischer – stock.adobe.com

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • Hi, ich bin Julija und komme aus Frankfurt. Vor ein paar Wochen wurde bei mir Diabetes Typ 2 mit gerade mal 33 Jahren diagnostiziert.. Kämpfe im Moment noch sehr mit der Diagnose und würde mich über etwas Austausch sehr freuen 🙂

  • Ich habe jetzt seit ca 1 Jahr die YpsoPump. Bin gut damit zufrieden. Ist aber auch kein Selbstläufer!

  • Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!

Verbände