- Soziales und Recht
„Spendeerklärung auf neuer ePA gefordert“
3 Minuten

Die Diskussion um die gesetzliche Neuregelung der Organspende zog sich nicht nur lange hin, sondern war auch emotional geprägt. Das Ergebnis der Bundestagsabstimmung im Januar war dann eindeutig: Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn präferierte doppelte Widerspruchslösung ist gescheitert. „Durch die ganze Debatte haben wir Betroffenen unnötig viel Zeit verloren“, kritisiert Stefan Mroncz, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Niere, der die Hintergründe gut kennt.
Diabetes-Journal (DJ): Die Mehrheit der Abgeordneten hat für die Entscheidungslösung gestimmt. Diese Regelung gibt es schon seit 2012, enthält jetzt aber neue Elemente, u.a.eine stärkere Aufklärung der Bevölkerun in Ausweisstellen und beim Hausarzt sowie ein Online-Register. Werden diese Neuregelungen die Organspende-Situation tatsächlich verbessern?
Stefan Mroncz: Auch im neuen Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende müssen am Ende die Angehörigen entscheiden und werden damit stellvertretend und beschämenderweise in die Pflicht genommen: Denn auch die Registrierung im neuen Online-Register bleibt freiwillig.
Das hat leider zur Folge, dass die rechtliche Verbindlichkeit für diese Erklärung in der Entnahmeklinik weiterhin fehlt. Eine rechtsverbindliche persönliche Entscheidung zur Organspende muss deshalb endlich vorliegen und jederzeit, höchst persönlich, änderbar sein. Wir hoffen, dass dies spätestens mit der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in 2021 klappt – dafür kämpfen wir schon seit Jahren.
DJ: Viele Menschen, die dringend auf eine Organspende warten, hatten sich von der Widerspruchslösung viel erhofft und reagieren jetzt empört und verzweifelt. Was ist Ihre Antwort auf deren Enttäuschung?
Mroncz: Im Nachgang zu der emotionsgeladenen Entscheidung im Bundestag erreichten uns viele Zuschriften besorgter Mitglieder, die dieses Ergebnis sehr bedauerten. Um es auf den Punkt zu bringen: Wir vom Bundesverband Niere sind nicht gegen die Widerspruchslösung, fordern sie aber nicht. Denn wir sind der Ansicht, dass neue Gesetze, die nur neue Überschriften haben, keine Änderung bringen, weil – solange keine rechtlich und juristisch sichere Meinungsäußerung vorliegt – am Ende wieder die Angehörigen befragt werden.
Das ist mit uns nicht mehr zu machen, das wollen wir ändern und da müssen wir stark bleiben. Der Bundesverband Niere hat in dieser Sache nur ein Ziel: Es muss mehr Organe für unsere Mitpatienten geben. Etwa die Hälfte der Gesellschaft steht gesichert der Organspende positiv gegenüber – damit wären bei einer ausreichend durchgeführten Organentnahme genügend Organe für alle vorhanden. Dies wollen wir gemeinsam erreichen.
DJ: Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Organentnahme im Krankenhaus schlecht organisiert ist. Im April 2019 wurde zudem das Gesetz für bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei der Organspende (GZSO) verabschiedet, das u.a. die Position der Transplantationsbeauftragten auf den Intensivstationen stärkt. Wie ist das Ganze zu interpretieren?
Mroncz: Mitten in die Diskussion um die Widerspruchslösung und das GZSO platzten 2018 die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung zur Organspendesituation in den Kliniken (Anm. d. Redaktion: Dr. Kevin Schulte und Prof. Dr. Thorsten Feldkamp vom Uniklinikum Schleswig-Holstein in Kiel), die das Deutsche Ärzteblatt veröffentlicht hat und die zeigen, was wir seit Jahren kritisieren: Der Organmangel in Deutschland liegt nicht an der mangelnden Spendebereitschaft, sondern an einem Erkennungs- und Meldedefizit in den Kliniken.
Die Ergebnisse besagen, dass seit vielen Jahren nur ein Bruchteil der Organe entnommen werden, die man aufgrund der Todesursache (irreversibler Hirnfunktionsausfall, umgangssprachlich: Hirntod) und bei vorliegender Zustimmung zur Organentnahme hätte entnehmen können. Ein Skandal ersten Ranges für uns als größter Verband betroffener Menschen! In Beratungen mit dem Bundesgesundheitsministerium und vielen anderen wichtigen Playern wie Ärzten, Kassen, Kirchen, haben wir darauf hingearbeitet, dass die Kliniken mehr Geld für die Organentnahme enthalten – ein wesentlicher Punkt im GZSO.
DJ: Wie geht es jetzt weiter in Sachen Organspende?
Mroncz: Wir werden den Verantwortlichen in den nächsten Monaten genau auf die Finger schauen, die zügige Umsetzung des GZSO ohne weitere Verzögerungen überwachen und weiter die rechtsverbindliche Spendeerklärung auf der ePA fordern.
Interview: Angela Monecke
Redaktionsbüro Angela Monecke,
Kopenhagener Str. 74, 10437 Berlin,
E-Mail: angelamonecke@aol.com
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (3) Seite 48-49
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florahdo postete ein Update vor 5 Tagen, 7 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
moira postete ein Update vor 1 Woche
Hallo!
Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
Ich wüsste gerne wie gut das klappt.- moira antwortete vor 6 Tagen, 22 Stunden
Ich meinte Liberty




Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?