- Soziales und Recht
Termin? Ja, sofern einer ans Telefon geht
2 Minuten
Haben Sie als Diabetespatient schon mal eine telefonische Terminservicestelle genutzt, die es seit Januar 2016 deutschlandweit gibt (wir berichteten in Ausgabe 3/16)? Sie sollen Kassenpatienten in nur 4 Wochen einen Facharzttermin ermöglichen. Jetzt hagelte es Kritik von der Patientenbeauftragten der Bundesregierung: 7 der insgesamt 17 Stellen waren bei Testanrufen nicht erreichbar.
Die Bilanz von Ingrid Fischbach nach gut 2 Jahren Servicestellen: So gelingt keine Arztvermittlung! Immer wieder erreichen die Patientenbeauftragte Beschwerden, dass bei den Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) niemand zu sprechen sei.
Der Grund, warum sie aktiv wurde: Im Dezember 2017 riefen Ingrid Fischbach und ihre Mitarbeiter alle Stellen zu jeweils 3 unterschiedlichen Zeitpunkten an. Das Ergebnis: 7 Terminservicestellen waren bei 2 von 3 der Testanrufe während der Öffnungszeiten nicht erreichbar. Entweder kam sofort eine Bandansage mit der Information, dass alle Leitungen besetzt seien (KV Westfalen-Lippe) oder die Verbindung wurde einfach in der Warteschleife beendet, bevor ein Kontakt entstand (KV Berlin, KV Sachsen-Anhalt, KV Thüringen, KV Nordrhein, KV Hessen, KV Bremen).
Alle anderen Stellen habe man gut kontaktieren können, und auch die Mitarbeiter “wurden als stets freundlich und hilfreich wahrgenommen”, heißt es in einer Presseinfo.
Einerseits hilfreich, andererseits kein Service!
“Das Ergebnis zeigt große Unterschiede bei der Erreichbarkeit der Terminservicestellen, auch wenn die Stichprobe natürlich nicht repräsentativ ist”, so die Patientenbeauftragte. “Bei einigen war das Angebot hilfreich, bei zu vielen kann jedoch nicht von einem Service in der Terminvermittlung gesprochen werden.” Hier forderte sie die einzelnen KVen auf, “ihr Konzept sofort zu überarbeiten, so dass die Patienten tatsächlich einen Nutzen davon haben”. Fischbach: “Der Wille des Gesetzgebers auf eine zeitnahe Psychotherapeuten- oder Facharzttermin-Vermittlung muss umgehend überall umgesetzt werden”.
Nach einer Psychotherapie, die seit April 2017 auch Terminservicestellen vermitteln, fragen übrigens immer mehr Patienten. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) seien deshalb 2017 rund 190.000 Termine zwischen Ärzten und Patienten geregelt worden – im Vorjahr waren es 120.000. Im zweiten Quartal 2017 bezogen sich schon 40 Prozent der Vermittlungen auf Psychotherapien. Von Juli bis September stieg diese Zahl auf 43,2 Prozent, so die KBV.
Angebot wird wenig genutzt
Die Vermittlung über Terminservicestellen liegt insgesamt auf niedrigem Niveau – verglichen mit den rund eine Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten pro Jahr, die in den Praxen der niedergelassenen Ärzte stattfinden. Die meisten Fachärzte, die in Deutschland besucht werden, sind Augen- und Frauenärzte, Orthopäden, Hals-Nasen-Ohren- sowie Hautärzte.
Die Servicestellen haben den Auftrag, für eine schnelle Terminvergabe zu sorgen – Wartezeit auf einen Facharzttermin: maximal 4 Wochen. Kassenpatienten müssen sonst oft monatelang auf einen Termin beim Spezialisten warten. Die gesonderte Regelung der Servicestellen gilt nicht für verschiebbare Untersuchungen (Bagatellerkrankungen) oder Routinekontrollen.
Welche Telefonnummer?
Die Telefonnummer Ihrer Stelle finden Sie im Netz beim Bundesgesundheitsministerium unter www.bmg.bund.de/Terminservicestellen. Zum Facharzt brauchen Sie eine Überweisung; nicht nötig ist diese für den Augen- oder den Frauenarzt. Bevor Sie bei einer Terminservicestelle anrufen, sollten Sie bedenken, wie eilig die Behandlung ist – auch wenn Sie von Ihrem Hausarzt schon eine Überweisung an den Spezialisten erhalten haben.
Die Servicestellen berücksichtigen nämlich keinen Wunscharzt. Die Patienten erhalten nur Termine bei einem freien Arzt in einer “zumutbaren” Entfernung (Anfahrt von bis zu einer Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln). Auch Notfalltermine werden nicht vermittelt.
von Angela Monecke
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (2) Seite 56-57
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stephanie-haack postete ein Update vor 4 Tagen, 22 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 5 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 4 Tagen, 22 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
