- Soziales und Recht
Viel Gemüse – für wie viel Geld?
3 Minuten

„5 am Tag“ – wer kennt diesen Slogan nicht? Er sollte und soll auch heute noch dazu auffordern, regelmäßig Gemüse und Obst zu essen. Studien bestätigen den Gesundheits-Nutzen solcher Nahrungsmittel. Aber können sich alle Menschen in Deutschland eine solche Ernährung leisten?
Viele pflanzliche Produkte wie Gemüse und Obst und wenig Fleisch: Eine solche Ernährung ist gut für unsere Gesundheit. Diese Erkenntnis bestätigt auch eine aktuelle umfassende Übersichtsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), veröffentlicht im 14. DGE-Ernährungsbericht.
Gemüse ist gut für die Gesundheit
In der Übersichtsarbeit wurde untersucht, wie Gemüse-, Obst- und Fleischverzehr und sehr häufig in Deutschland vorkommende Erkrankungen wie Schlaganfall, koronare Herzkrankheit (KHK), Diabetes mellitus Typ 2, Dickdarm- und Brustkrebs zusammenhängen.
„Die eingeschlossenen Metaanalysen zeigen, dass mit einem höheren Gemüsekonsum das Risiko, an einem Schlaganfall, koronarer Herzerkrankung oder Dickdarmkrebs zu erkranken, sinkt. Das gilt auch für den Verzehr von Obst und das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung bzw. Brustkrebs“, wird Prof. Dr. Bernhard Watzl, Vizepräsident der DGE, in der Presseinformation der DGE zitiert. „Ein hoher Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch wie Wurst hat dagegen einen eher ungünstigen Einfluss auf die untersuchten Krankheitsrisiken.“ Solche Effekte brauchen oft Jahrzehnte, bis sie sich zeigen.
Viele können sich gesunde Ernährung nicht leisten
Wie leicht aber wird es Verbrauchern in Deutschland gemacht, sich wie empfohlen – und damit gesund und Risiko-reduzierend – zu ernähren? „(…) viele Menschen können sich eine gesunde, ausgewogene Ernährung nicht leisten“, heißt es in einer Presseinformation des Sozialverbands VdK Deutschland. VdK-Präsidentin Verena Bentele konkretisiert: „Gesundes Essen trägt wesentlich zu einer höheren Lebenserwartung bei. Schon bisher reichten die 5,09 Euro pro Tag aus dem Regelsatz dafür nicht. Die Inflation macht es nun vollends unmöglich.“
EU-weite Steuerbefreiung gefordert
Die Forderung des VdK, der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und von Greenpeace an die Bundesregierung lautet daher, „die Mehrwertsteuer auf pflanzliche Lebensmittel so weit wie möglich zu senken und sich in Brüssel für eine EU-weite Steuerbefreiung einzusetzen. Dies würde dazu beitragen, den aktuellen Preisanstieg bei Lebensmitteln auszugleichen.“ Die Verbraucherinnen und Verbraucher hätten so mehr Anreize, eher frisches Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und pflanzliche Milchersatzprodukte zu verzehren. Gleichzeitig ließen sich so Belastungen, die durch eine Tierwohlabgabe entstünden, reduzieren.
Verhältnisprävention muss Priorität bekommen
Und so formuliert auch die Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe einige Wünsche an den neuen Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Der erste dieser 5 Wünsche lautet: „Paradigmenwechsel zu einer effektiven Primärprävention mit verbindlichen verhältnispräventiven Maßnahmen (Werbeverbot für alle an Kinder gerichtete Bewerbung ungesunder Produkte auf die sozialen Medienauswelten; Einführung einer gesunden Mehrwertsteuer; verpflichtende Kennzeichnung aller Lebensmittel mit dem Nutri-Score; verbindliche Standards für die Kita- und Schulernährung nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE); eine Schulstunde Sport täglich)“.
Melden Sie sich – #SagEsLaut!
Auf www.diabetes-stimme.de kommen Menschen mit Diabetes, vor allem Typ 2, zu Wort. Was beschäftigt sie? Was fordern sie von der Politik? Darum geht es bei dieser Initiative von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, die von Partnern unterstützt wird.
Mit der Social-Media-Kampagne #SagEsLaut sollen Menschen mit Typ-2-Diabetes noch mehr Sichtbarkeit bekommen. Wir fordern Sie, zusammen mit diabetesDE, auf: Melden Sie sich auch zu Wort – und zwar aktuell zum Thema gesunde Ernährung, denn am 7. März 2022 ist „Tag der gesunden Ernährung“! Drehen Sie von sich ein kurzes Video, sagen Sie Politikern, was Ihnen zur Ernährung bei Typ-2-Diabetes am Herzen liegt und was Sie sich wünschen: „Ich sage es laut: …“
Das Video publizieren Sie bitte auf den von Ihnen bevorzugten Social-Media-Kanälen, zusammen mit dem Hashtag #SagEsLaut.
Dr. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE, sagt dazu: „Fortschritt wäre, wenn die Gesundheitsförderung, die gesamtgesellschaftliche Prävention an allererster Stelle stehen würde und wenn neben der Verhaltensprävention die Verhältnisprävention wie eine verbindliche Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln Priorität hätte.“
Autorin:
|
|
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2022; 71 (2) Seite 44-45
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Bewegung

2 Minuten
- Aktuelles

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
thomas55 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 2 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße