Was bringt die „gesunde Mehrwertsteuer“?

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Was bringt die „gesunde Mehrwertsteuer“?

“Wir müssen es den Menschen leicht machen, sich gesund zu ernähren”, sagte Dr. Dietrich Garlichs, Beauftragter des Vorstands der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), bei einer Pressekonferenz im November in Berlin, bei der die “gesunde Mehrwertsteuer” für Deutschland vorgestellt wurde. Was bringt sie?

Steuern auf ungesunde Lebensmittel und Konsumgüter wie Alkohol und Tabak gibt es schon in vielen Ländern. Und dies hat sich gesundheitspolitisch als wirkungsvoll erwiesen. “In Sachen Prävention” sei Deutschland hingegen “immer noch ein Entwicklungsland!”, erklärte Garlichs.

Was bringt die „gesunde Mehrwertsteuer“? Bei einer Pressekonferenz im November in Berlin diskutierten Experten und Journalisten die Vor- und Nachteile der gestaffelten Steuer.

Das ist der Grund, warum 7 deutsche Organisationen eine neue Studie in Auftrag gegeben und finanziert haben: Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG), Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Deutsche Diabetes Stiftung (DDS), diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, Gesundheitsstadt Berlin, Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD), Universität Kiel.

Steuer-Staffelung zeigt in Studie erstaunliche Effekte

Wie ändern sich Ernährung und Gewicht der Bevölkerung, wenn Obst und Gemüse gar nicht, ungesunde Lebensmittel aber höher als bisher besteuert werden? Dieser Frage ging die Studie nach, die von der Universität Hamburg durchgeführt worden ist. Und siehe da: Die Staffelung zeigt erstaunliche Effekte! Der Anteil stark übergewichtiger Menschen steigt nicht weiter an, sondern sinkt sogar um 10 Prozent.

Das heißt: Eigentlich wollen die Bürger mehr gesunde Lebensmittel kaufen, scheitern bisher auch am Preis, erklärte der Ernährungsmediziner Prof. Dr. Hans Hauner aus München. Ein gestaffeltes System der Mehrwertsteuer (MwSt.) für Lebensmittel kann die Übergewichtswelle in Deutschland demnach stoppen. Für die meisten Lebensmittel gilt bislang der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent, auch für ungesunde Produkte mit viel Fett und Zucker.

“Ampel plus”: keine Steuer auf Obst und Gemüse, hohe auf Zucker-, Salz- und Fetthaltiges

Eine gesundheitliche Staffelung der Mehrwertsteuer unter dem Namen “Ampel plus” sieht so aus:

  • Grün, 0 Prozent: Obst und Gemüse,
  • Gelb, 7 Prozent: normale Lebensmittel wie Nudeln, Milch oder Fleisch (der aktuelle Mehrwertsteuersatz für Lebensmittel allgemein),
  • Rot, 19 Prozent: Produkte mit viel zugesetztem Zucker, Salz oder Fett wie Fertiggerichte, Chips oder Süßigkeiten.

Softdrinks wie Cola oder Fanta haben einen hohen Zuckeranteil und gelten seit Langem als Treiber für krankhaftes Übergewicht. Laut der Studie könnte man hier den Steuersatz zusätzlich von heute 19 auf 29 Prozent anheben. Mehr noch als Süßigkeiten sind Softdrinks ein Risikofaktor für Adipositas. Das gilt auch für Drinks mit Zuckerersatzstoffen. Fruchtsäfte ohne Zuckerzusatz fallen im “Ampel Plus”-System dagegen unter “Gelb” mit 7 Prozent Mehrwertsteuer.

Medizin-Verbände hoffen auf politische Unterstützung, Industrie läuft Sturm

Dr. Gottlobe Fabisch, Geschäftsführerin des VDBD, forderte politische Unterstützung für solche “mutigen Maßnahmen, die an den Lebenswelten der Menschen ansetzen und wesentliche Rahmenbedingungen ändern”.

Gegen die Einführung der “Ampel plus” läuft die Lebensmittelindustrie schon Sturm. Sie bezeichnet die Aufteilung von Nährstoffen in “gesund” und “ungesund” als vereinfachend und dem Bürger gegenüber bevormundend.


von Angela Monecke
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (1) Seite 54-55

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  • thomas55 postete ein Update vor 4 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 4 Tagen, 18 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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