Wie viele Diabetiker gibt es eigentlich?

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Wie viele Diabetiker gibt es eigentlich?

Wie viele Diabetiker gibt es eigentlich heute? Und wie viele im Jahr 2040? Aus welchem Land kommen sie? Wo wohnen sie, auf dem Land oder in der Stadt? Und wie viele davon sind Typ-1-Diabetiker? Diese Fragen beantworten Experten der International Diabetes Federation (IDF) im kommenden Diabetes-Atlas. Wir präsentieren die ersten Daten.

Alle zwei Jahre veröffentlicht die International Diabetes Federation (IDF) die neuesten Diabetes-Zahlen in Form des Diabetes-Atlases. Der siebte Diabetes-Atlas erscheint in Kürze; neueste Daten liegen uns nun bereits exklusiv vor: 2013 kam die IDF auf 382 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus weltweit, nach neuesten Berechnungen sind es nun 2015 415 Millionen Diabetiker. Die Schätzungen für 2040 sagen eine Anstieg auf 642 Millionen Menschen mit Diabetes voraus.

In China leben aktuell 109,6 Millionen Menschen mit Diabetes

Im Verhälnis zur Gesamtbevölkerung ist die Steigerung der Anzahl von Menschen mit Diabetes von heute bis 2040 in Ländern wie Ägypten (von 7,8 auf 15,1 Millionen), Bangladesch (von 7,1 auf 13,6 Millionen) und Pakistan (von >7,1 auf 14,4 Millionen) enorm. Die meisten Diabetiker zwischen 20 und 79 Jahren leben heute wie auch in 2040 in China ( 2015: 109,6 Millionen; 2040: 150,7 Millionen), Indien ( 2015: 69,2 Millionen; 2040: 123,5 Millionen ), USA (2015: 29,3; 2040: 35,1 Millionen) und Brasilien (2015: 14,3 Millionen; 2040: 3,3 Millionen).


© IDF
Hochgerechnete Anzahl der Menschen mit Diabetes weltweit und nach Regionen: Der Ist-Zustand 2015 und die Prognose der IDF für das Jahr 2040.


Verteilung: Männliche Stadtbewohner am häufigsten betroffen

Diabetiker wohnen heute wie auch in 30 Jahren eher in der Stadt: Während 2015 noch 269,7 Millionen Diabetiker in der Stadt wohnen, sind es 2040 schon 477,9 Millionen. In ländlichen Gebieten ist eine geringere Steigerung zu sehen: von 145,1 auf 163,9 Millionen. 2015 gibt es 199,5 Millionen weibliche Diabetiker und 215,2 Millionen männliche Diabetiker, auch 2040 ist das Verhältnis ähnlich geblieben (313,3 vs. 328,4 Millionen).


© IDF
Vergleich der Anzahl der Diabetiker: Stadt (urban) vs. Land (rural).


© IDF
Vergleich der Anzahl der Diabetiker: weiblich vs. männlich.


Einer von elf Erwachsenen hat Diabetes

Die IDF schätzt, dass …

  • 1 von 11 Erwachsenen Diabetes hat,
  • bei 1 von 2 Diabetikern der Diabetes noch nicht diagnostiziert ist,
  • 12 Prozent der Weltgesundheitskosten für Diabetes ausgegeben wird,
  • 1 von 7 Geburten von Gestationsdiabetes beeinträchtigt wird und
  • 542.000 Kinder Typ-1-Diabetes haben.

Diabetes-Anstieg in den Entwicklungsländern

Auffällig ist ein starker Anstieg der Anzahl der Diabetiker in den Entwicklungsländern. Erklärungen für diesen Anstieg könnte die Verbreitung der westlichen Kultur, die steigende Anzahl der Mittelschicht, der vermehrte Umstieg auf Bürojobs, die alternde Population sowie weitere Faktoren sein, so Mike Doustdar vom Unternehmen Novo Nordisk, einer der Hauptsponsoren des Diabetes-Atlases, bei der Präsentation der Zahlen.

Wie könnte die Diabetes-Epidemie gestoppt werden?

“Wir müssen die Menschen dazu ermutigen gesündere Nahrung zu essen und den Zugang dazu erleichtern. Wenn Fast-Food günstiger ist als gesunde Nahrungsmittel, dann muss die Regierung einschreiten”, erklärte Sir Michael Hirst, Präsident der IDF.

Niemand könne das Problem alleine lösen, erklärt Doustdar. Man müsse zusammenkommen, in Organisationen, und dann sehen, wie man mit dieser Entwicklung umgehe. “Wir müssen …

  • eine früher Diagnose ermöglichen,
  • Ärzte und Beraterinnen schulen,
  • es ermöglichen, dass mehr Menschen ihr Therapieziele erreichen, damit es weniger Komplikationen gibt und
  • Diabetes in der Politik priorisieren!”

Grafiken und Bilder: International Diabetes Federation und Novo Nordisk.

Lena Schmidt
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-online.de

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße