CGM-Systeme ohne Einstich: Vorsicht vor falschen Versprechen!

2 Minuten

CGM-Systeme ohne Einstich: Vorsicht vor falschen Versprechen! | Foto: Institut für Diabetesforschung Ulm
Foto: Institut für Diabetesforschung Ulm
CGM-Systeme ohne Einstich: Vorsicht vor falschen Versprechen!

Viele Menschen mit Diabetes, die regelmäßig ihre Blutzuckerwerte oder kontinuierlich ihre Glukosewerte im Unterhaut-Fettgewebe messen, hoffen auf eine Methode, die Glukosewerte komplett ohne Einstich in die Haut messen zu können. Forscher arbeiten daran, aber noch gibt es kein CGM-System auf dem Markt. Deshalb Vorsicht vor falschen Versprechen!

Menschen mit Diabetes, vor allem jene mit einer Insulintherapie, müssen ihre Glukosewerte häufig messen, was mit Schmerzen verbunden sein kann. Eine bedeutende technische Innovation der letzten Jahre ist das kontinuierliche Glukose-Messen (CGM). Aus der Flüssigkeit im Fettgewebe unter der Haut wird alle ein bis fünf Minuten ein Glukosewert gemessen bzw. abgeleitet und auf einem Empfänger-Gerät angezeigt.

Fehlende Standards

Auch das Einsetzen des CGM-Sensors kann schmerzhaft sein, jedoch muss der Sensor je nach System planmäßig frühestens nach sieben Tagen ersetzt werden. Kontroll-Messungen mit Blut aus der Fingerbeere sind nur noch gelegentlich notwendig. Welches CGM-System am besten geeignet ist, wird im Einzelfall vom Diabetes-Team gemeinsam mit dem Patienten bzw. der Patientin entschieden.

Bei der Auswahl sollte auf unabhängige Leistungs-Bewertungen geachtet werden. Die vielen verfügbaren Systeme und das bisherige Fehlen standardisierter regulatorischer Vorgaben erschweren dies allerdings. Es gibt nicht zu vernachlässigende Unterschiede in Funktion, Bedienung und Genauigkeit. Bezüglich Letzterer gibt es für Blutzucker-Messgeräte schon seit Langem eine internationale Norm. Eine internationale Expertengruppe erarbeitet aktuell einen vergleichbaren Standard für CGM-Systeme.

Banane mit Glukosekurven

Weitere technische Neuentwicklungen versprechen, dass das Stechen zum Glukose-Messen bald komplett der Vergangenheit angehört. Solche Geräte sollten jedoch mit gesunder Skepsis betrachtet werden. Insbesondere bei Smartwatches, die angeblich über eine Glukose-Messfunktion verfügen, ist Vorsicht geboten.

Also Vorsicht: Die Geräte wiegen in falscher Sicherheit. Vergleichende Blutzucker-Messungen werden oft vernachlässigt, Therapie-Entscheidungen passen nicht. Immer wieder werden dadurch Stoffwechsel-Entgleisungen verursacht. Die angebliche Glukose-Messfunktion von aktuellen Smartwatches ist also zur Kontrolle bei Diabetes völlig ungeeignet. Aktuell gibt es keine nicht invasiven Glukose-Messgeräte, die für die medizinische Nutzung zugelassen sind.

Dieser Text steht nur eingeloggten Community-Mitgliedern zur Verfügung.

Melde dich jetzt kostenlos an, um diesen Beitrag lesen zu können.

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Open-Source-DIY-Systeme treiben vollständig automatisierte Insulindosierung (AID) voran
Während kommerzielle AID-Systeme noch überwiegend als Hybrid-Closed-Loop-Systeme arbeiten und weiterhin Mahlzeitenankündigungen oder Bolusgaben erfordern, experimentiert die Open-Source-Community schon länger mit Strategien zur vollständig automatisierten Insulindosierung. Eine aktuelle Übersichtsarbeit in Diabetologia zeigt nun, wie weit diese Entwicklung dieser DIY-Systeme bereits gediehen ist und welche Chancen, aber auch Grenzen derzeit bestehen.
Ein Steckbrett mit Siebensegmentanzeige und farbigen Kabeln ist mit einer Arduino-Platine verbunden, die per USB-Kabel an eine Computertastatur angeschlossen ist. Sinnbild für selbstgebaute Open-Source-Elektronik, wie sie bei DIY-Systemen zur automatisierten Insulindosierung zum Einsatz kommt.

3 Minuten

Qualität und Sicherheit: Fachverbände fordern Mindeststandards für CGM-Systeme
CGM-Systeme sind aus der modernen Diabetestherapie kaum noch wegzudenken. Sie liefern die Grundlage für Therapieentscheidungen, warnen vor Unter- und Überzuckerungen und ermöglichen die automatisierte Insulinabgabe. Doch in Europa fehlen bislang verbindliche Mindeststandards dafür, wie genau diese Systeme messen müssen.
Qualität und Sicherheit: Fachverbände fordern Mindeststandards für CGM-Systeme | Foto: Stocklab – stock.adobe.com

3 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 4 von 6 )
    66.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%