- Technik
Diabetes-Technologie: Expertentreffen
2 Minuten
Zwei Tagungen befassten sich Anfang des Jahres mit der Diabetes-Technologie: DiaTec in Berlin Ende Januar und ATTD in Paris Ende Februar. Ziel beider Veranstaltungen war und ist, die Diabetes-Technologie voranzubringen und den Informationsstand auf allen Seiten zu erhöhen.
Ist Diabetes-Technologie eher etwas für Erwachsene mit Diabetes oder für Kinder? Die Frage von Professor Dr. Lutz Heinemann “Was gibt es eigentlich an eigenständiger Diabetes-Technologie-Forschung in Deutschland?” beantwortete er mit: wenig Forschung bei Erwachsenen, deutlich mehr im Bereich der Pädiatrie.
Heinemann ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft diabetologische Technologie (AGDT) der Deutschen Diabetes Gesellschaft und Veranstalter der DiaTec-Fortbildung Ende Januar in Berlin. Aber diese Tatsache verzerrt das Bild der Einsatzbereiche, in denen Diabetes-Technologie von Nutzen sein kann.
Strukturierte Therapie durch Technologie
Die Anfänge liegen noch gar nicht so lange zurück, denkt man zum Beispiel an die Blutzuckerselbstmessung. Wie Dr. Guido Freckmann aus Ulm berichtete, begann die breite Ära der Selbstmessung Anfang der 1990er Jahre: “Es ist gerade mal 20 Jahre her, dass es diese Selbstkontrolle gibt für Typ-1-Diabetiker” – was dazu beigetragen hat, dass die Diabetestherapie strukturierter erfolgen konnte. Technologie bringt aber nur etwas, wenn die Handelnden gut informiert sind und die eingesetzten Systeme zuverlässig arbeiten.
Wissen gehört dazu
Das gilt auch für das kontinuierliche Glukosemonitoring: Wird es eingesetzt, kann es durchaus zu besseren und stabileren Werten führen. Dr. Andreas Thomas aus Pirna stellte verschiedene Studien dazu vor.
In der SWITCH (Sensing With Insulin Pump Therapy to Control HbA1c)-Studie zum Beispiel setzten Diabetiker CGM zuerst ein und dann nicht mehr: Während der Verwendung besserten sich die HbA1c-Werte, ohne CGM nicht. Noch gibt es viele Fragen, wann welche Werte – die im Blut oder die in der Gewebsflüssigkeit – relevant sind, aber Thomas ist optimistisch für die Zukunft: “Es ist eine Menge Licht im Wald.”
Altersabhängige Basalrate
Auch wenn die Therapie mit Insulinpumpen inzwischen weit verbreitet ist, gibt es auch dabei immer wieder Interessantes zu erfahren. Dr. Andreas Liebl aus Bad Heilbrunn stellte anhand der Daten des DPV (Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation)-Registers vor, wie sich die Basalratenprofile in den Insulinpumpen von der Säuglingszeit hin zum Erwachsenenalter verändern: Während der Gipfel des Profils bei Kindern unter 6 Jahren etwa um 24 Uhr liegt, verschiebt er sich bei den über 18-Jährigen auf etwa 6 Uhr.
Diabetes-Apps und mehr
Neben der “klassischen Diabetes-Technologie” nahm ein ganz anderer Bereich einen großen Raum bei DiaTec ein: Apps, Blogs und alles, was das Internet noch ermöglicht. Blogger stellten ihre Angebote vor und berichteten über ihre Erfahrungen. Dabei zeigte sich wie an vielen Stellen, dass zur Behandlung des Diabetes neben allem anderen der Austausch der Betroffenen untereinander wertvoll ist.
Ilka Gdanietz, die zusammen mit Finn Köster den Blog mein-diabetes-blog.com betreibt, meinte: “Der Arzt versteht es theoretisch, nicht praktisch. Er weiß nicht, wie sich eine Hypo anfühlt!” So ergab sich bei der DiaTec-Fortbildung ein hervorragendes Miteinander von Diabetikern, Diabetesexperten und auch Vertretern der Unternehmen, die Diabetes-Technologie herstellen und anbieten und als Partner der Veranstaltung dabei waren.
Fazit
Die Anfänge der Diabetes-Technologie liegen noch nicht so lange zurück – aber sie hat dazu beigetragen, dass die Diabetestherapie strukturierter erfolgen konnte. Technologie bringt aber nur etwas, wenn die Handelnden gut informiert sind und die eingesetzten Systeme zuverlässig arbeiten. Neben der „klassischen Diabetes-Technologie“ ging es bei DiaTec um Apps, Blogs und alles was das Internet noch ermöglicht zum Austausch der Betroffenen untereinander.
Erschienen in: Diabetes und Technologie, 2013; 5 (2) Seite 29-31
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?-
ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
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ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 2 Tagen
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
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schorschlinger antwortete vor 1 Woche, 2 Tagen
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
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hexle antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
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hexle antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….
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uho1 postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
