Das Pflaster am Arm – Bedeutung und Nutzen

3 Minuten

Community-Beitrag
Das Pflaster am Arm – Bedeutung und Nutzen

Für die meisten von uns, die ein CGM sichtbar tragen, ist es normal, dass fremde Menschen mit ihren Blicken gefühlt minutenlang an dem kleinen Gerät, diesem ominösen Pflaster, an unserem Arm (oder welchem Körperteil auch immer) hängenbleiben. Und für diejenigen, die ähnlich ticken wie ich und nicht gerne im Mittelpunkt stehen, ist das immer wieder der Moment, in dem man sich wünscht, es würde einfach eine kleine Infotafel vor dem inneren Auge der Interessierten auftauchen und die Frage beantworten, die sie sich stellen: Was um alles in der Welt hat diese Person dort am Arm kleben?

Quelle: Katharina Weirauch

Nette Fragen und wilde Vermutungen – was ist das für ein Pflaster?

Manchmal ergibt sich die Situation, dass Menschen nachfragen, was man nun dort am Arm eigentlich trägt. Vor einigen Jahren, als die Aufnahme der CGMs in das Hilfsmittelverzeichnis noch ganz frisch und der Anblick der Geräte noch ungewohnt war, kam das bei mir noch häufiger vor als heutzutage. Damals gab es eine Situation am Bahnhof, als mich eine Frau ansprach und fragte, ob das runde Pflaster – damals noch mein FreeStyle Libre – dieses „neue Blutzuckermessgerät“ sei. Sie selbst hatte in einem Krankenhaus gearbeitet und davon gehört und fand es einfach total spannend, jemanden mit so einem System zu entdecken.

In einer anderen, weniger angenehmen, Situation wurde ich in diesem Jahr an einer Eisdiele mit Blick auf meinen Dexcom G6 gefragt, ob das etwas mit der Corona-App zu tun hätte. Natürlich gibt es noch einige Erlebnisse mehr. Manche positiv und manche weniger. Aber woher sollen nicht betroffene Menschen denn auch wissen, was dieses Ding nun ist?

Was sagt das Internet zum „Pflaster am Arm“?

Gibt man bei Google „ Pflaster am Arm“ in die Suchleiste an, kommen zwar recht schnell Ergebnisse, die auf irgendetwas mit Zuckerwerten und Diabetes hindeuten. Aber so richtig verstehen, was das nun soll oder wie es gar funktioniert, werden wohl die wenigsten.

Klickt man sich durch die Ergebnisliste, fallen bei der Beschreibung des Gesehenen nicht immer nur hilfreiche Kommentare. Sondern manchmal auch Bemerkungen, die direkt klarstellen: Das ist was Sonderbares, was diese Menschen da haben. Leider sind auch die Antworten zur Erklärung des „Dings“ nicht immer deutlich besser.

Aber hey: Wie schön wäre es, wenn wir irgendwann an den Punkt kämen, an dem der Blick auf den „Knopf am Arm“ genauso wenig irritierend ist wie der Anblick von Menschen mit Brille im Gesicht oder Krücken in der Hand. Schließlich sind auch das nur Hilfsmittel.

Es sind Glukosesensoren!

Die einfachste Erklärung für die Pflaster am Arm lautet ungefähr so: Es sind Glukosesensoren, die zum (kontinuierlichen) Messen des Gewebezuckerspiegels bei Menschen mit Diabetes getragen werden. Genannt werden diese Messsysteme „CGM“ (vom engl. Begriff „Continuous Glucose Monitoring“). Entgegen der Vermutung, es würde sich dabei um ein einfach auf die Haut geklebtes Pflaster mit angebautem Plastik-Chip handeln, befindet sich darunter ein Faden (eine Nadel), die ins Unterhautfettgewebe führt. Dort wird mittels eines Sensors der Glukosewert bestimmt und je nach Modell an ein Empfängergerät gesendet. Das erspart den altbekannten Piks in den Finger zum Blutzuckermessen oder verringert dessen Häufigkeit.

Menschen mit Diabetes tragen diese Sensoren nicht aus Spaß. Trotzdem sind sie für viele eine große Erleichterung im Diabetes-Alltag. Daran ist nichts „seltsam“, „gefährlich“ oder gar „eklig“. Es ist, sofern man dieses Wort benutzen möchte, ganz normal.


Katharina hat schon einmal versucht, mit einer kleinen Grafik darüber aufzuklären, was ein CGM alles nicht ist: CGM oder doch etwas ganz anderes?

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast: Moderne Diabetes-Medikamente im Überblick – mit Dr. Jens Kröger
Der Diabetes-Anker-Podcast geht nach der kurzen Sommerpause heute in eine neue Staffel! In deren ersten Folge spricht Stephanie Haack mit Dr. Jens Kröger über die medikamentöse Diabetes-Therapie. Der Hamburger Diabetologe und Vorstandvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe gibt einen Überblick über moderne Medikamente, wie sie wirken und für wen sie geeignet sind.  
Diabetes-Anker-Podcast: Moderne Diabetes-Medikamente im Überblick – mit Dr. Jens Kröger | Foto: Dirk Deckbar / MedTriX

3 Minuten

Diabetes-Technologie und Barrierefreiheit: Wenn Technik zur Hürde wird
Moderne Diabetes-Technologie kann Menschen mit Diabetes dabei helfen, ihren Alltag sicherer und selbstständiger zu gestalten. Doch für blinde und sehbehinderte Menschen ist sie oft nicht nutzbar, weil Geräte und Apps nicht barrierefrei gestaltet sind. Die Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Technologie (AGDT) stellt daher klare Forderungen an Hersteller, Politik und das Gesundheitssystem.
Diabetes-Technologie und Barrierefreiheit: Wenn Technik zur Hürde wird | Foto: Serhii – stock.adobe.com

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 1 Tag, 4 Stunden

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂

  • darktear postete ein Update vor 1 Tag, 20 Stunden

    Hallo,

    hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
    Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
    Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
    Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
    Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
    Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁

    LG Sandra

    • Nun, ich weiß nicht, was ihr alles probiert habt. Aber Handyneustart, Bluetooth neu aktivieren, Akku muss genug Kapazität haben. Vielleicht ist der Sensor auch locker, Schweiss hat auch immer bei mir Schwierigkeiten gemacht (wird beim Kind nicht sein).
      Gruß Oliver