Diabetes-Technologie im Kongress-Mittelpunkt

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© Mike Fuchs
Diabetes-Technologie im Kongress-Mittelpunkt

Wie der Name vermuten lässt: Bei der Veranstaltung DiaTec geht es um Diabetes-Technologie. Wieder fand dieser Kongress für Expertinnen und Experten virtuell statt – fast alle saßen Ende Januar 2022 vor den Bildschirmen. Das bestimmende Thema waren AID-Systeme. Aber auch über die Zukunft der Video-Schulungen wurde gesprochen.

Wir sind gerade Zeitzeugen von gewaltigen Quantensprüngen in der Diabetes-Technologie“ – diese Einordnung von Moderatorin Shirin Valentine, die selbst Typ-1-Diabetes hat, wurde während des gesamten zweitägigen Kongresses, der zum zehnten Mal stattfand, spürbar. Dass eine Insulin-­Behandlung ohne entsprechende Technik allerdings noch nie möglich war, daran erinnerte Veranstalter Prof. Dr. Lutz Heinemann – denn auch schon die Kanülen, durch die Insulin in den Körper gelangt, gehören zur Diabetes-Technologie.

Eine Chance auf AID – für jeden

Inzwischen aber wird weniger über Kanülen gesprochen, dafür umso mehr über AID-Systeme. AID bedeutet automatisierte Insulin-Dosierung, und AID-Systeme sind eine Kombination aus Insulinpumpe, Glukose­sensor und einer Steuerungseinheit, die gemeinsam einen Teil der Insulintherapie automatisieren können. Besonders interessant war für die Teilnehmenden hier das Symposium gleich am Samstagmorgen: Die Kinderdiabetologin Dr. Dorothee ­Deiss aus Berlin gab ein Update zu CGM-Systemen, Insulinpumpen und AID-Systemen.

Für wen ist ein solches AID-System geeignet? Das sind gar nicht einmal unbedingt die Menschen, die besonders Technik-interessiert sind, ist ihre Beobachtung. „Jeder sollte die Chance haben, ein AID-System anzuwenden“, ist sie überzeugt. Und gerade die, von denen man zuerst dachte, sie kämen nicht zurecht, profitieren oft sehr, erzählte sie weiter. Sie lenkte den Blick auch auf die Familien, in denen ein Kind oder auch ein Erwachsener mit Diabetes lebt, denn auch für die Bezugspersonen, z. B. Eltern und Partnerin oder Partner, werde die Diabeteslast geringer, wenn ein AID-System einen Teil des Diabetes-­Managements übernimmt.

Bernhard Kulzer (l.) und Lutz Heinemann als Moderatoren im Studio; die Gesprächspartner wurden zugeschaltet.

Gibt es auch Nachteile? Ja, sagt Dorothee Deiss, denn die Schulung wird komplexer und für die Diabetes-Teams auch schwieriger: Wer schult, muss die Systeme aus dem Effeff kennen, um kompetent beraten zu können. Mit einem gut funktionierenden AID-System tritt der Diabetes etwas in den Hintergrund. Aber er ist natürlich trotzdem noch da, und nicht alle Menschen kommen gleich gut mit dem lebenslangen „Diabetes-Marathon“ zurecht. „Manche bekommen es besser hin als andere – aber Menschen sind deshalb natürlich nicht per se besser oder schlechter“, stellte Prof. Dr. Karin Lange (Hannover) während eines Workshops klar.

Ein weiteres wichtiges Thema: Video-­Schulungen. Wie funktionieren sie? Wird es sie auch noch geben, wenn die COVID-19-­Pandemie einmal vorbei ist? „Wir glauben, dass die Video-Schulung gekommen ist, um zu bleiben“, meinte Prof. Dr. Bernhard Kulzer (Bad Mergentheim). Denn: Jeder Dritte würde Video-Schulungen bevorzugen. Derzeit sei es allerdings so, dass Krankenkassen Regelungen zur Video-Schulung wieder auslaufen lassen. Kulzer: „Wir müssen uns darum kümmern, dass die Möglichkeit der Video-­Schulung für die Schwerpunktpraxen erhalten bleibt.“ Dazu passt auch das Schwerpunkt-Thema des nächsten ­DiaTec Ende Januar 2023: virtuelle Diabetes-Betreuung zwischen den Arzt-Terminen.


Autorin:

Nicole Finkenauer
Redaktion Diabetes-Journal, Kirchheim-Verlag
Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 14, 55130 Mainz
Tel.: (0?61?31) 9?60?70?0, Fax: (0 61 31) 9?60?70?90

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2022; 71 (4) Seite 12-13

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  • tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 3 Wochen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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