- Technik
Diabetes-Technologien können das Leben erleichtern
4 Minuten
Kontinuierliche Glukosemessung, Insulinpumpen, automatisierte Insulin-Dosierung – immer mehr Menschen mit Diabetes nutzen diese Technologien. Sie können das Diabetes-Management erleichtern – und auch helfen, die individuell angestrebten Stoffwechselwerte zu erreichen. Über dies und mehr informiert eine 2021 für den Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes 2022 durchgeführte Umfrage unter 2417 Menschen mit Diabetes und Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes.
Alle zwei Jahre werden für den Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes Erwachsene mit Diabetes und Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes zum Stand der Technologisierung und Digitalisierung im Bereich Diabetes befragt. So lassen sich Entwicklungen erkennen und auch Vergleiche mit den Ergebnissen der jährlich stattfindenen Befragung von Ärzten sind aufschlussreich.
Nutzung neuer Technologien durch Menschen mit Diabetes
Von den 2417 Menschen mit Diabetes, die im Rahmen der Umfrage für den D.U.T-Report 2022 im Jahr 2021 befragt wurden, hatten 57,8 Prozent einen Typ-1-Diabetes, 20,7 Prozent einen Typ-2-Diabetes, 2,5 Prozent einen anderen Diabetes-Typ und 19,0 Prozent waren Eltern von Kindern mit Diabetes. Mit einer durchschnittlichen Diabetesdauer von 28,3 Jahren bei den Menschen mit Typ-1-Diabetes und 17,4 Jahren bei den Menschen mit Typ-2-Diabetes ist der Erfahrungsschatz in Bezug auf diagnostische und therapeutische Möglichkeiten groß.
Bei den Erwachsenen und Kindern mit Typ-1-Diabetes ist die von der Mehrheit eingesetzte Therapieform eine Insulinpumpen-Therapie (51,3 und 64,0 Prozent), am zweithäufigsten eine intensivierte Insulintherapie (ICT; 35,5 und 20,8 Prozent) und jeweils 12,8 und 15,2 Prozent verwenden ein System zur automatisierten Insulindosierung (AID-System). Von den Menschen mit Typ-2-Diabetes, die an der Umfrage teilgenommen haben, behandeln mehr als die Hälfte (59,5 Prozent) ihre Erkrankung mit Insulin, davon am häufigsten mit einer ICT.
Auch für die Stoffwechselkontrolle benutzen die meisten moderne Systeme: Eine Form der kontinuierlichen Glukosemessung setzen 88,5 Prozent der Kinder mit Diabetes ein, 68,0 Prozent der Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes und 56,6 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes. Alle Ergebnisse sind zu finden unter www.dut-report.de/umfrage-2022.
Viele empfinden Erleichterung durch Diabetes-Technologien
Der Einsatz neuer Diabetes-Technologien geht einher mit der Hoffnung, dass sie den Menschen das Leben mit der Erkrankung erleichtern. Am stärksten empfinden das Eltern von Kindern mit Diabetes: 75,8 Prozent von ihnen sehen eine Abnahme der Belastungen im Zusammenhang mit dem Diabetes. Und nur 4,3 Prozent spüren durch die Technologien neue diabetesbezogene Belastungen. Menschen mit Typ-1-Diabetes sehen sich zu 64,8 Prozent entlastet und 7,0 Prozent denken, dass die neuen Diabetes-Technologien sie eher belasten. Die teilnehmenden Menschen mit Typ-2-Diabetes empfinden im Vergleich die geringste Erleichterung, nämlich zu 49,6 Prozent, aber mit 5,5 Prozent auch eine geringere neue Belastung als Menschen mit Typ-1-Diabetes.
Dieses optimistische Bild bestätigt sich auch dadurch, wie Menschen mit Diabetes die Digitalisierung in der Diabetologie grundsätzlich beurteilen. Jeweils über 90 Prozent der Menschen mit Typ-1-Diabetes und der Eltern und knapp 90 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes sehen hierin etwas Positives. Negativ beurteilen das in allen drei Gruppen unter 5 Prozent.
Fazit: Dass Diabetes-Technologien das Leben mit Diabetes, egal welchen Typs, erleichtern können, ist ein wichtiges Argument für deren Einsatz. Die meisten der befragten Menschen mit Diabetes sind der Auffassung, dass mithilfe von Diabetes-Technologien Belastungen aufgrund des Diabetes deutlich reduziert werden können und gleichzeitig nur in einem geringen Umfang neue diabetesbezogene Belastungen entstehen.
Der positive Blick der Autoren des D.U.T-Reports in die Zukunft
Fasziniert und positiv in die Zukunft blickt auch Herausgeber und Autor Prof. Dr. Bernhard Kulzer auf die Diabetes-Technologie und die Digitalisierung: „Die Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) in der Diabetologie fasziniert, inspiriert und lässt von einer Welt träumen, in der Diabetes besser, gerechter, individueller, präziser, personalisierter und kostengünstiger behandelt wird – im besten Fall sogar zu einer Heilung des Diabetes beiträgt oder, wie bei Typ-1-Diabetes, eine Art ‚künstliche Heilung‘ durch KI-unterstützte Algorithmen in den Systemen zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID-Systemen) möglich macht.“
Den Artikel können Sie in voller Länge hier lesen.
Die Umfrage
Zum vierten Mal nach 2018, 2019 und 2020 zeigt eine wissenschaftlich geleitete Umfrage, inwieweit digitale Anwendungen in Deutschland schon in der klinischen Praxis genutzt werden und wie Diabetologen gegenüber der Digitalisierung eingestellt sind. In diesem Jahr haben 305 Ärztinnen und Ärzte teilgenommen, die diabetologisch tätig sind. Durchgeführt wurde die Befragung vom Forschungsinstitut der Diabetes Akademie Bad Mergentheim (FIDAM) in Zusammenarbeit mit dem zukunftsboard digitalisierung der Berlin-Chemie AG und mit Unterstützung des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen (BVND), des Verbandes der niedergelassenen Diabetologen Niedersachsens (VNDN), des Bundesverbandes Klinischer Diabetes-Einrichtungen (BVKD) und des Wissenschaftlichen Instituts der niedergelassenen Diabetologen (winDiab).
2021 wurden zudem Menschen mit Diabetes bzw. Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes nach ihrer Sicht auf neue Technologien und die digitalen Möglichkeiten der Diabetestherapie gefragt. 2417 Menschen mit Diabetes bzw. Eltern haben an der Umfrage teilgenommen – davon sind 57,8 % Menschen mit Typ-1-Diabetes, 20,7 % Menschen mit Typ-2-Diabetes und 19,0 % Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes. 2,5 % der Befragten gaben an, einen „sonstigen Diabetes-Typ“ zu haben. Zur Befragung eingeladen wurden Menschen mit Diabetes über verschiedene Medien (u.a. Diabetes- Journal), Selbsthilfeverbände, Pressemitteilungen und Social-Media-Aktivitäten.
Die Ergebnisse sowohl der Ärzte-Umfrage als auch der Umfrage unter Menschen mit Diabetes/Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes sowie weiterführende Artikel wurden im D.U.T-Report veröffentlicht; dieser ist abrufbar unter dut-report.de.
Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes
In diesem Report beschreiben die Autorinnen und Autoren die wichtigsten Fakten und Entwicklungstrends zu verschiedenen Aspekten der Digitalisierung und Technologisierung in der Diabetologie. Durch die Beiträge wird deutlich, auf wie vielen und wie unterschiedlichen Ebenen Digitalisierung und Technologie mittlerweile in die Diabetestherapie eingreifen. Die Artikel sollen helfen, praxistaugliche Lösungen zu finden, die künftig zu einer modernen und patientenorientierten Diabetologie gehören können. Zudem ist die eingehende Analyse der Umfrage-Ergebnisse ein Teil des D.U.T-Reports.

D.U.T-Report 2022
Der Report erscheint im Kirchheim-Verlag, die Herausgeber sind Prof. Dr. Bernhard Kulzer und Prof. Dr. Lutz Heinemann. Unterstützt wird der D.U.T-Report von der Berlin-Chemie AG mit seinem zukunftsboard digitalisierung (zd), mit dem das Unternehmen zusammen mit führenden Experten den Digitalisierungsprozess in der Diabetologie in Deutschland aktiv vorantreibt.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in dieser Pressemitteilung wie auch im D.U.T-Report oftmals die männliche Sprachform verwendet. Dies soll keine Benachteiligung anderer Geschlechter implizieren, sondern im Sinne der sprachlichen Vereinfachung geschlechtsneutral verstanden werden.
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
