Diabetestechnologie – eine sehr dynamische Entwicklung

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© Mike Fuchs
Diabetestechnologie – eine sehr dynamische Entwicklung

Ausgebucht war die DiaTec-Fortbildung. Für die Experten, die dabei waren, bot der Veranstalter Science-Consulting in Diabetes ein inhalts- und abwechslungsreiches Programm. Wir waren dort und stellen Ihnen ein paar Dinge daraus vor.

Dieser Beitrag ist eine Vorabveröffentlichung aus der März-Ausgabe des Diabetes-Journals, das Ende Februar erscheint. Darin erwartet Sie außerdem Berichte vom T1Day in Berlin sowie vom Wintertrainingslager des Radrenn-Teams Novo Nordisk, ein Interview mit dem Basketball-Bundesligaspieler und Typ-1-Diabetiker Fabian Bleck und vieles mehr.

Das Diabetes-Journal bekommen Sie im Kirchheim-Shop, als ePaper sowie an Kiosken auf Flughäfen und Bahnhöfen.

Digitalisierung ist zwar ein Megatrend, meinte Prof. Dr. Bernhard Kulzer aus Bad Mergentheim zu Beginn der DiaTec-Fortbildung für Diabetesexperten Ende Januar in Berlin – aber das Gesundheitswesen ist noch ganz unten. Dabei ist gerade der Diabetes eine Erkrankung, die von Daten getrieben ist. In den Arztpraxen fragen Patienten auch nach digitalen Angeboten, und der größte Teil der Pharmaindustrie sieht in der Digitalisierung Chancen. So diskutierten die Anwesenden in den zwei Tagen der Fortbildung lebhaft viele Aspekte.

Von Begeisterung bis Ablehnung

Patienten reagieren sehr verschieden auf neue Technik, hat Diabetologin Dr. Simone von Sengbusch aus Lübeck beobachtet: Manche sind sehr begeistert, andere lehnen sie strikt ab. Für Ärzte bedeutet die neue Technik unter anderem, dass sie sich Gedanken machen müssen, welche Informationen und Fähigkeiten Dia­be­tiker haben müssen, wenn sie sie einsetzen.

Ist es z. B. sinnvoll, eine Insulinpumpentherapie und eine kontinuierliche Glukosemessung gleichzeitig zu beginnen, oder wäre es besser, den Umgang mit den beiden Techniken nacheinander zu erlernen? Muss jemand, der eine Insulinpumpe hat, lernen, Insulin mit Pen und Spritze zu injizieren?

Patienten treiben Technik voran

Neben diesen ganz praktischen Dingen fängt das Problem mit dem intensiveren Einsatz von IT-Systemen aber viel früher an. Kompetenz in diesem Bereich wird schon in der Schule nicht ausreichend vermittelt, findet der Diabetologe Dr. Matthias Kaltheuner aus Leverkusen: „Smartphone-Nutzung ist für mich keine IT-Kompetenz.“

Diatec 2017 – Zahlen und Fakten

Die DiaTec-Fortbildungsveranstaltung mit dem Schwerpunktthema „Digitalisierung“ fand am 27. und 28. Januar in Berlin statt. Es nahmen insgesamt 385 Besucher teil, davon
108 Ärzte, 140 Diabetesberaterinnen/ -assistentinnen, 35 Referenten, 46 Partner, 10 Pressevertreter, 34 Gäste und 12 Personen des DiaTec-Teams.

Die nächste DiaTec finden am 26. und 27. Januar 2017 wieder in Berlin statt.

Auch die Frage der Datensicherheit wird immer wichtiger werden, ist er überzeugt. „Wir sind mitten in einer unglaublich dynamischen Entwicklung.“ Trotzdem sieht er auch weiterhin eine wichtige Rolle für die Ärzte: „Wir haben ja nicht nur Patienten, die technikaffin sind.“ Umgekehrt gilt, meinte Dirk Scherff vom Unternehmen Ypsomed: „Der Treiber am Ende wird der Patient, der Digitalisierung in der Praxis einfordert.“

Auch ältere Diabetiker brauchen Technik

Gerade um oft nicht so technikaffine Diabetiker ging es in einem der vielen Workshops: ältere Patienten, wobei es schwierig ist, das Alter an einer bestimmten Zahl festzumachen. Die wichtigste Erkenntnis dabei: Diese Patienten profitieren ebenso wie Jüngere von den technischen Angeboten – benötigen aber oft mechanisch und technisch einfacher bedienbare Geräte, z. B. Insulinpumpen mit großen Tasten und intuitivem Bedienmenü.

Im Kirchheim-Shop:

CGM interpretieren

Alles Wichtige zu Grundlagen, Technologie und Charakteristik des kontinuierlichen Glukosemonitorings (CGM).
A. Thomas et al.; 1. Auflage 2016; 24,90 €
zum Kirchheim-Shop

Neue Technik kann für Ältere auch sehr hilfreich sein: Wenn z. B. ein Patient es wegen Bewegungsproblemen nicht mehr schafft, ein Blutzuckermessgerät zu bedienen, kann das Flash Glukose Monitoring (FGM), bei dem alle 14 Tage ein Sensor gelegt und dann per Scan die Werte einfach abgelesen werden, leichter zu bedienen sein.

Künstliche Bauchspeicheldrüse selbst hergestellt

Um ganz gewiefte Diabetiker ging es in einem Vortrag über die künstliche Bauchspeicheldrüse, die meist englisch als artificial pancreas (AP) bezeichnet wird. Wie Dr. Dorothee Deiss, Diabetologin aus Berlin, berichtete, haben sich weltweit etwa 300 Patienten durch Hacking der vorhandenen Insulinpumpen und Systeme zum kontinuierlichen Glukosemessen (CGM) künstliche Bauch­spei­chel­drü­sen hergestellt und verwenden sie für sich selbst im Alltag. „Es geht wirklich rasant weiter“, blickt sie optimistisch in die Zukunft.


von Dr. med. Katrin Kraatz
Redaktion Diabetes-Journal, Kirchheim-Verlag,
Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

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  • tako111 postete ein Update vor 6 Tagen, 4 Stunden

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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